Veröffentlicht am 30.01.2026 11:42

Zur Künstlichen Intelligenz in der ambulanten Radiologie

Neuer Kollege in der Radiologie? Der Einsatz von KI bringt schon jetzt einen Gewinn an Sicherheit. 	 (Foto: Adrian Moser / Universitaet Bern)
Neuer Kollege in der Radiologie? Der Einsatz von KI bringt schon jetzt einen Gewinn an Sicherheit. (Foto: Adrian Moser / Universitaet Bern)
Neuer Kollege in der Radiologie? Der Einsatz von KI bringt schon jetzt einen Gewinn an Sicherheit. (Foto: Adrian Moser / Universitaet Bern)
Neuer Kollege in der Radiologie? Der Einsatz von KI bringt schon jetzt einen Gewinn an Sicherheit. (Foto: Adrian Moser / Universitaet Bern)
Neuer Kollege in der Radiologie? Der Einsatz von KI bringt schon jetzt einen Gewinn an Sicherheit. (Foto: Adrian Moser / Universitaet Bern)

In einem technisch basierten Fach, wie der Radiologie, liegt es nahe, die Künstliche Intelligenz (KI) einzusetzen. Um diese zu schulen, braucht es viele Aufnahmen, an den die KI lernen kann, wobei zum Lernprozess zahlreiche Bilder und die zugehörige Beurteilung des Arztes Voraussetzung sind. Hier arbeiten viele Praxen und Kliniken mit den entsprechenden KI-Anbietern zusammen.

Woher kommt die KI?
Hier sieht man zwar auch Anbieter aus der USA, aber es gibt genügend Start-Ups in Europa oder Deutschland, die es hier schon weit gebracht haben.

Macht die KI mehr als ein Untersuchungsergebnis?
Es gibt darüber hinaus die Möglichkeit, auf den Untersuchungsfakten einen komfortabel lesbaren, grammatikalisch korrekten Brief zu erstellen, also den Aufwand für das Diktat zu vermindern. In der Forschung sind erweiterte Diagnosemöglichkeiten in Entwicklung.

Wer bezahlt die KI?
Gegenwärtig wird die diagnostische Hilfe der KI bei gesetzlich Versicherten nicht vergütet, und kann bei privat Versicherten berechnet werden. Die Anwendung in der Praxis ist somit zum allergrößten Teil gegenwärtig eine Investition in die Zukunft, die nicht bezahlt wird. Da, wo künftig eine Qualitätsverbesserung möglich ist, wird wohl auf lange Sicht eine angemessene Vergütung kommen. Dort, wo Ärzte fehlen, kann die KI einen Teil der Aufgaben, voraussichtlich kostengünstiger, übernehmen.

Ist die KI besser als der Arzt?
Das kommt auf das Anwendungsgebiet und den jeweils erfahrenen Arzt an und wird sich wohl auch noch weiterentwickeln. Vorteile bringt die KI in der Kernspintomographie bei der Volumenmessung des Gehirns, bei Auszählen der Vernarbungen im Rückenmark und Gehirn bei Multipler Sklerose und im CT bei der Suche nach kleinen Knoten, speziell in der Lunge. In der Mammographie fällt es der KI bislang schwer, zumindest einen erfahrenen Befunder zu toppen, kann aber helfen, Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden.

Wer ist für den Befund verantwortlich?
Es wird wohl immer ein Arzt, der die KI benutzt, persönlich für das Ergebnis verantwortlich sein. Eine Änderung dieses Grundsatzes ist nicht denkbar.

Wo liegt die Gefahr bei der KI?
Jeder Arzt, der sie nutzt, muss das Ergebnis kritisch hinterfragen. Es darf nicht passieren, dass sich der Arzt die eigene Reflexion erspart, weil sonst auch der eigene Lernprozess ausbleibt.

Wo wird KI künftig zunächst erwartet?
Als nächstes wird erwartet, dass die KI in der Brustkrebsfrüherkennung den zweiten Befund ersetzen wird, wenn dieser ggf. nicht mehr zur Verfügung gestellt werden kann (Thema Ärztemangel). Die KI kann künftig helfen, die hohe Flut von Aufnahmen in der Magnetresonanz- und Computertomographie zu verarbeiten und für den Radiologen vorzuselektieren.

Datenschutz?
Die KI-Anbieter erhalten keine personenbezogenen Daten.

Wie ist der Einsatz von KI im Dürerhof?
Im Dürerhof wird die KI momentan im Rahmen des Mammographie-Screenings testweise verwendet. Bei manchen Untersuchungen findet sie auch in der MRT Anwendung, etwa bei der Volumetrie von Hirnarealen oder dem Ausmessen der Läsionen bei Multipler Sklerose. Die Entwicklung wird von uns weiterhin kritisch begleitet.


Von red
north