Veröffentlicht am 27.02.2026 08:57

Depression, Burnout oder „nur“ erschöpft? Eine notwendige Unterscheidung aus verhaltenstherapeutischer Sicht

Maria Tokar-Philipp, Psychologische Psychotherapeutin (Foto: red )
Maria Tokar-Philipp, Psychologische Psychotherapeutin (Foto: red )
Maria Tokar-Philipp, Psychologische Psychotherapeutin (Foto: red )
Maria Tokar-Philipp, Psychologische Psychotherapeutin (Foto: red )
Maria Tokar-Philipp, Psychologische Psychotherapeutin (Foto: red )

In meiner psychotherapeutischen Praxis begegnen mir viele Menschen, die sich ausgebrannt, erschöpft oder niedergeschlagen fühlen. Die Begriffe Depression, Burnout und Erschöpfung, können im Alltag vermischt werden. Eine klare Unterscheidung ist jedoch wichtig, weil sie darüber entscheidet, welche Unterstützung sinnvoll und notwendig ist.

Zunächst einmal zur normalen Erschöpfung: Sie gehört zum Leben dazu. Phasen hoher beruflicher Belastung, familiäre Anforderungen oder belastende Lebensereignisse, führen zur Müdigkeit, wenig Energie oder dem Wunsch nach Rückzug. Das Entscheidende ist, dass dieser Zustand durch Erholung, Schlaf, Abstand oder positive Erfahrungen, sich wieder verbessert. Es kehren wieder Interesse, Motivation und Lebensfreude zurück. Erschöpfung kann man in diesem Zusammenhang als Signal gesehen werden, dass man langsamer machen und seine Kräfte sammeln sollte.

Der Begriff Burnout beschreibt hingegen eine anhaltende emotionale Erschöpfung, meist im Zusammenhang mit chronischem beruflichem Stress. Dabei wird von innerer Distanz berichtet, zunehmendem Zynismus oder dem Gefühl von dauerhafter Überforderung. Was dabei wichtig ist: Burnout ist keine eigenständige psychiatrische Diagnose, sondern ein Risikozustand. Wenn sich nichts ändert, kann sich eine depressive Erkrankung entwickeln. Außerhalb des Arbeitskontextes erleben viele Betroffene noch Freude und soziale Verbundenheit.

Eine Depression hingegen, geht deutlich über Erschöpfung hinaus. Es beinhaltet Symptome wie gedrückte Stimmung, Interessensverlust, Freudlosigkeit, Antriebsverlust. Dieser Zustand besteht mindestens zwei Wochen und verändert sich trotz unterschiedlicher äußerer Umständen wenig bis gar nicht.

Es können auch Symptome wie Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle oder Hoffnungslosigkeit vorhanden sein.

Es zeigt sich oft ein Teufelskreis: Rückzug, Grübeln und Passivität verstärken die depressive Stimmung, während positive Erfahrungen zunehmend mehr ausbleiben. Die Therapie setzt gezielt am Verhalten, den Gedanken und den Gefühlen an.

Was bedeutet das alles nun praktisch?
Vorübergehende Erschöpfung braucht Erholung, realistische Belastungssteuerung und Selbstfürsorge.

Beim Burnout stehen oft strukturelle Veränderungen, Stressmanagement und Klärung beruflicher Rahmenbedingungen im Vordergrund. Eine Depression ist hingegen eine Erkrankung, die psychotherapeutische Behandlung und eventuell auch eine medikamentöse Unterstützung erfordert.

Mein Fazit: Nicht jede Müdigkeit ist eine Depression, aber anhaltendes seelisches Leiden sollte nicht ignoriert, sondern behandelt werden.

Ihre Ansprechpartnerin

Maria Tokar-Philipp
Psychologische Psychotherapeutin

Erlanger Straße 44-46
95444 Bayreuth
0921 / 9900 8687


Von red
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