Veröffentlicht am 30.07.2026 11:49

Wenn der Rücken zur Dauerlast wird: Wie die Radiofrequenz-therapie chronische Schmerzen gezielt ausschaltet

Hans J. Latta (Foto: Orthopädische Schmerztherapie)
Hans J. Latta (Foto: Orthopädische Schmerztherapie)
Hans J. Latta (Foto: Orthopädische Schmerztherapie)
Hans J. Latta (Foto: Orthopädische Schmerztherapie)
Hans J. Latta (Foto: Orthopädische Schmerztherapie)

Chronische Rücken- und Nackenschmerzen zählen zu den häufigsten Gründen, warum Menschen ärztliche Hilfe suchen. Viele Betroffene haben einen langen Weg hinter sich, der von Physiotherapie, über Schmerzmittel, bis hin zu zahlreichen Spritzen reicht, ohne dass die Beschwerden dauerhaft nachlassen. Für genau diese Patienten gibt es ein Verfahren, das in der modernen Schmerztherapie immer mehr an Bedeutung gewinnt und das auch in unserer orthopädischen Praxis in Bayreuth seit Jahren zum festen Repertoire gehört: die Radiofrequenztherapie, also die gezielte Unterbrechung von Schmerznerven mittels Verödung.

Um zu verstehen, wie das Verfahren wirkt, lohnt sich ein Blick auf die Anatomie der Wirbelsäule
Die einzelnen Wirbelkörper sind auf ihrer Rückseite über kleine Gelenke miteinander verbunden, die sogenannten Facettengelenke. Sie sorgen gemeinsam mit den Bandscheiben dafür, dass wir uns geschmeidig bewegen und belasten können. Mit den Jahren hinterlassen Verschleiß, Fehlhaltungen und dauerhafte Belastung jedoch ihre Spuren. Es kommt zu Arthrose und zu Entzündungsreaktionen, die feine Nervenfasern reizen und ein anhaltendes Schmerzsignal an das Gehirn senden.

Bei akuten Beschwerden ist dieses Signal ein sinnvolles Warnsignal
Bei chronischen Schmerzen, die über Wochen und Monate bestehen bleiben, hat es seine schützende Funktion längst verloren. Der Schmerz wird zum eigenständigen Leiden, das den Alltag, den Schlaf und die Lebensfreude massiv einschränkt. Ähnliche Mechanismen finden sich übrigens auch am Iliosakralgelenk (ISG), also dem Gelenk zwischen Kreuzbein und Darmbein, das ebenfalls eine häufige und oft übersehene Schmerzquelle darstellt.

Was bei der Radiofrequenztherapie geschieht
Die Radiofrequenztherapie, oft auch als Denervierung, Thermokoagulation oder Facettendenervation bezeichnet, ist ein minimalinvasives Verfahren. Ziel ist es, genau die feinen Nervenäste auszuschalten, die das Schmerzsignal aus dem betroffenen Gelenk weiterleiten. Diese haarfeinen Nervenfasern, in der Fachsprache „Ramus medialis“ genannt, versorgen ausschließlich die Schmerzempfindung des Gelenks. Sie sind weder für die Motorik noch für die Sensibilität der Wirbelsäule zuständig. Im Rahmen des Eingriffs wird eine sehr feine Sonde unter Röntgenkontrolle (Bildwandler) millimetergenau an den betreffenden Nerven herangeführt. Über die Sondenspitze entsteht durch einen hochfrequenten Strom kontrollierte Wärme, die den Nerven verödet. Auf diese Weise wird die Schmerzweiterleitung an dieser Stelle unterbrochen, während das umliegende Gewebe geschont bleibt. Der gesamte Eingriff erfolgt ambulant und in örtlicher Betäubung, sodass die Patienten die Praxis noch am selben Tag wieder verlassen können.

Eine Radiofrequenztherapie führen wir niemals vorschnell durch
Die aktuelle S3 Leitlinie der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft betont zu Recht, wie wichtig eine genaue Diagnostik ist, denn Wirbelsäulenschmerzen haben viele mögliche Ursachen. Bevor die eigentliche Verödung erfolgt, wird der verdächtige Nerv daher mit einem örtlichen Betäubungsmittel vorübergehend blockiert. Lässt der Schmerz nach dieser Testblockade erheblich nach, ist das ein verlässlicher Hinweis darauf, dass die richtige Schmerzquelle gefunden wurde. Erst dann ist die dauerhafte Behandlung sinnvoll und erfolgversprechend. Dieses mehrstufige Vorgehen aus Anamnese, Bildgebung und gezielter Testblockade ist der entscheidende Unterschied zwischen einem wahllosen Eingriff und einer präzisen, individuell abgestimmten minimal invasien Therapie.

Der große Vorteil des Verfahrens liegt in seiner Wirkdauer
Während klassische Infiltrationen oft nur für einige Wochen Linderung bringen, hält der Effekt einer Radiofrequenztherapie in vielen Fällen viele Monate, bis hin zu mehreren Jahren an. Sollten die Beschwerden zurückkehren, lässt sich die Behandlung jederzeit wiederholen. Für viele Betroffene bedeutet das einen spürbaren Gewinn an Beweglichkeit, an Schmerzverbesserung und an Lebensqualität, häufig ohne, dass eine Operation überhaupt in Betracht gezogen werden muss.

Genau darin sehe ich den Kern unserer Arbeit
Seit der Gründung meiner Privatpraxis im Jahr 2010 steht ein Leitsatz im Mittelpunkt, der bis heute jede Behandlung prägt: Wir behandeln Menschen und keine Bilder. Die Radiofrequenztherapie ist für mich ein besonders gutes Beispiel dafür, wie moderne, schonende Medizin und der Blick auf den ganzen Menschen Hand in Hand gehen können.

Ihr Ansprechpartner rund um Orthopädie

Prof. asoc./Oradea Dr. Hans Latta
Orthopädische Schmerztherapie

An der Feuerwache 1
95445 Bayreuth

www.dr-latta.de/


Von Prof. Dr. Hans J. Latta
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