Homeoffice, flexible Arbeitszeiten und ein attraktiver Nebenverdienst – Online-Stellenangebote wirken verlockend und werden daher immer beliebter. Diese Entwicklung machen sich auch Betrüger zunutze.
Beim sog. Job-Scamming nutzen Kriminelle gefälschte Stellenanzeigen, um an persönliche Daten von Bewerbern zu gelangen. Diese werden anschließend für illegale Zwecke missbraucht – mit teils erheblichen Folgen für die Betroffenen.
Vor dieser Betrugsmasche warnen Sicherheitsbehörden bereits seit Jahren. So veröffentlichten unter anderem das Bundeskriminalamt sowie Polizeibehörden bereits 2022/23 entsprechende Pressemitteilungen. Dennoch werden die Täter immer professioneller, sodass auch heute noch zahlreiche Menschen auf die vermeintlich seriösen Jobangebote hereinfallen.
Besonders beliebt sind Stellen als „App-Tester“ oder „Kundenservice-Tester“. Die Anzeigen erscheinen häufig auf bekannten Jobportalen oder werden über soziale Medien verbreitet – teilweise sogar unter dem Namen tatsächlich existierender Unternehmen. Der Bewerbungsprozess läuft ausschließlich digital und meist unkompliziert. Oft erhalten die Bewerber sogar einen schriftlichen Arbeitsvertrag.
Um Vertrauen aufzubauen, werden zunächst einfache Testaufgaben tatsächlich vergütet. Im weiteren Verlauf verlangen die angeblichen Arbeitgeber jedoch die Übermittlung persönlicher Daten, meist ein Foto des Personalausweises. Diese Daten werden dann missbräuchlich zur Eröffnung von Online-Bankkonten auf den Namen der Betroffenen genutzt. Um ein Konto online zu eröffnen wird von den Banken eine Identitätsprüfung entweder per Video- oder PostIdent-Verfahren gefordert. Die vermeint-lichen Tester werden gebeten, diese Verfahren durchzuführen und den Ablauf oder Kundenservice zu bewerten.
Ihnen wird suggeriert, dass die eröffneten Konten nur Testkonten seien und wieder gelöscht werden. Die Zugangsdaten sollen anschließend an den Arbeitgeber übermittelt werden. In Wahrheit nutzen die Betrüger diese Konten für kriminelle Zwecke.
Für die Betroffenen hat dies erhebliche Folgen. Häufig erfahren sie erst von dem Missbrauch, wenn die Bank oder die Strafverfolgungsbehörden Kontakt aufnehmen. Nicht selten wird gegen die Kontoinhaber wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Zusätzlich beantragt die Staatsanwaltschaft regelmäßig die selbstständige Einziehung der so erlangten Geldbeträge. Die eigentlichen Täter bleiben dagegen oftmals unerkannt, da sie aus dem Ausland agieren und ihre Identität verschleiern.
Eine weitere derzeit verbreitete Masche sind sogenannte „Like- und Bewertungsjobs“. Anfangs erhalten die Betroffenen für das Bewerten von Produkten oder das Anklicken von Beiträgen kleine Geldbeträge. Später werden sie jedoch unter dem Versprechen höherer Gewinne zu eigenen Geldzahlungen oder Investitionen gedrängt. Dabei setzen die Betrüger nicht selten erheblichen psychischen Druck ein.
Wer sich auf Jobsuche befindet, sollte daher jedes Online-Angebot kritisch prüfen. Vorsicht ist insbesondere geboten, wenn die Kontaktaufnahme ausschließlich über Messenger-Dienste erfolgt, ungewöhnlich hohe Verdienstmöglichkeiten für meist geringe Arbeit versprochen werden oder bereits zu Beginn Ausweisdokumente und Identitätsnachweise verlangt werden.
Wer den Verdacht hat, Opfer eines solchen Betrugs geworden zu sein, sollte unverzüglich die missbräuchlich eröffneten Konten sperren lassen, Strafanzeige bei der Polizei erstatten und ggf. rechtlichen Rat einholen. Vor allem aber gilt: Persönliche Daten oder Gelder sollten niemals unkritisch an unbekannte Personen weitergegeben werden.