Veröffentlicht am 23.07.2026 15:25

Sterben, das heißt vor allem Leben bis dahin

Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Christian Ernestinum besuchen im Rahmen des Projekts Lebenswert(e) die Palliativstation. <br> (Foto: red )
Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Christian Ernestinum besuchen im Rahmen des Projekts Lebenswert(e) die Palliativstation.
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Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Christian Ernestinum besuchen im Rahmen des Projekts Lebenswert(e) die Palliativstation.
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Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Christian Ernestinum besuchen im Rahmen des Projekts Lebenswert(e) die Palliativstation.
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Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Christian Ernestinum besuchen im Rahmen des Projekts Lebenswert(e) die Palliativstation.
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Dr. Sabine Gernhardt ist eine der Menschen, die den Tod schon in ganz unterschiedlichen Formen gesehen hat und die jeden Tag Menschen um sich hat, die wissen, dass ihr Leben bald zu Ende sein wird. Sie ist Direktorin der Klinik für Palliativmedizin am Klinikum Bayreuth. Im Rahmen des Projekts Lebenswert(e) besucht sie regelmäßig Schulen und lädt Klassen auch gezielt zu einem Besuch auf die Palliativstation ein. Denn ihr ist es wichtig, dass auch junge Menschen sich damit auseinandersetzen, dass der Tod Teil des Lebens ist – und damit ein Thema, das uns alle angeht.

Eine Klasse des Gymnasiums Christian Ernestinum besuchte im Rahmen des Unterrichts die Palliativstation. Im Richard-Wagner-Gymnasium in Bayreuth steht Dr. Gernhardt vor einer voll besetzten Aula, spricht über ihre Arbeit und über Menschen, deren Geschichten bewegen, nicht, weil sie gestorben sind, sondern weil sie die Chance auf eine lebenswerte Zeit genutzt haben – bis sie bereit waren, zu gehen.

Dr. Gernhardt ist dabei Bindeglied zwischen den Patienten der Palliativstation und den Schülerinnen und Schülern, die sich bei einem Besuch mit dem Thema Tod und Sterben auseinandersetzen. Und mit dem Leben bis dahin.

Das Thema Tod und Sterben ist in der Oberstufe Teil des Lehrplans. Theoretisch haben sich die Schülerinnen und Schüler damit bereits im Unterricht befasst. Dr. Gernhardt sorgt dafür, dass es nicht bei der grauen Theorie bleibt. Gemeinsam mit den jungen Menschen diskutiert die Palliativmedizinerin Fragen wie: Welche medizinischen Möglichkeiten gibt es gerade am Lebensende und was davon ist ethisch vertretbar? Die Schüler erkennen, dass hinter diesen Fragestellungen Menschen stehen, für die diese Themen alles andere als theoretisch sind – auf beiden Seiten.

Nichts beeindruckt so sehr, wie ein Besuch vor Ort
Die Schülerinnen und Schüler nutzen die Chance, gehen insbesondere mit Fragen zum Thema Sterbehilfe und Begleitung Sterbender offen auf die Palliativmedizinerin zu. Die antwortet klar und sehr persönlich: Sterbehilfe, die gibt es im Klinikum Bayreuth nicht. Ihre Aufgabe sei es aber auch nicht, Leben um jeden Preis zu erhalten. „Wir möchten nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben“, beschreibt es die Palliativmedizinerin. Was sie damit sagen will: Viele unheilbar kranke Patienten leiden unter starken Schmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit, oft auch psychischen Belastungen. Und meist haben sie größere Angst davor, das aushalten zu müssen, als vor dem Tod selbst. „Dabei können wir unterstützen und helfen und tun das auch, jeden Tag.“ Die Medizin bietet enorme Möglichkeiten, Schmerzen zu lindern, Beschwerden unter Kontrolle zu bringen und den Patienten damit mehr Lebensqualität für die Zeit zu geben, die ihnen bleibt.

Ein Projekt macht Schule
Auf der Palliativstation lernen die Schülerinnen und Schüler Ärzte und Pfleger kennen, die den Tod als das begreifen, was er ist: Ein Teil des Lebens. Und die diese Einstellung auch gerne weitergeben. Dr. Sabine Gernhardt freut sich immer wieder über die positive Resonanz der Schülerinnen und Schüler: „Sie sind sehr interessiert und stellen Fragen. Berührungsängste gibt es kaum. Genau das wünsche ich mir.“ Initiiert hat das Projekt Dr. Sabine Gernhardt bereits vor einigen Jahren, gemeinsam mit Dr. Günther Beck-Mathieu, Lehrer am Gymnasium Christian Ernestinum in Bayreuth. Seitdem wird Dr. Gernhardt immer wieder eingeladen, einen ihrer Vorträge in Schulen zu halten. Auch am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium ist sie inzwischen regelmäßig zu Gast.

Ob Mittelschule, Realschule oder Gymnasium – Dr. Gernhardt nutzt diese Gelegenheiten gerne – und die Schülerinnen und Schüler sind dabei am Ende nicht selten überrascht, dass das Thema oft viel mehr mit Leben zu tun hat als mit Tod und Sterben.

Info:
Interessierte Schulen können sich gerne über das Sekretariat der Palliativstation mit Dr. Sabine Gernhardt in Verbindung setzen:
Tel: 0921 400-6902
E-Mail: palliativstation@klinikum-bayreuth.de


Von red
north