Zurück an alter Wirkungsstätte

BAYREUTH. Wiedersehen nach 22 Jahren: Am Mittwoch gastierte Chris Chougaz als Headcoach mit seinem Team Apoel Nikosia aus Zypern in einer Basketball-EuropeCup-Begegnung in der Bayreuther Oberfrankenhalle. Für Chris Chougaz war es eine Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte, er spielte in der Saison 1996/97 für Steiner Bayreuth in der Basketball-Bundesliga.

„Ich habe sehr gute Erinnerungen an die Saison in Bayreuth. Nach einem schlechten Start in die Saison half ich damals dabei, dass wir wenigstens noch als Tabellen-Vorletzter den Klassenerhalt schafften. Es waren sehr schöne und interessante Monate mit der von Headcoach Calvin Oldham betreuten Steiner-Mannschaft. Mir hat die Stadt sehr gut gefallen, man hat schnell Freunde gefunden“, erinnerte sich Chris Chougaz im Gespräch mit der Bayreuther Sonntagszeitung. Kontakt hat er heute noch mit Calvin Oldham.

Die Spielzeit 1996/97 war die letzte, in der das Bayreuther Team als „Steiner Bayreuth“ antrat. Man musste sich mit dem Klassenerhalt zufrieden geben, nachdem das Team in der Saison vorher noch das Playoff-Halbfinale erreicht hatte. In den folgenden Spielzeiten 1997/98 und 1998/99 war die Wagnerstadt durch die neu benannten „Baskets Bayreuth“ in der Bundesliga vertreten, dann folgte die Insolvenz und ein Neuanfang des Bayreuther Basketballs als „BBC Bayreuth“.

Carl Steiner, damaliger Präsident von Steiner Bayreuth, kann sich noch gut an Chris Chougaz erinnern. „Chris war als Spieler ein 2,01 Meter großer Small-Forward mit guten Wurfquoten, von der Defensivarbeit war er aber nur schwer zu überzeugen. Mit den heute aktiven Spieler verglichen war er ein Akteur mit Tugenden wie Philipp Schwethelm“, erklärte Carl Steiner.

 

 

Aktiv als Spieler bis 2005

Bis 2005 war Chris Chougaz als Spieler aktiv. Dann startete er, beginnend als Assistant-Coach bei seinem Heimatverein Panionios Athen, seine Trainerlaufbahn. Zwei Jahre lang war er von 2015 bis 2017 auch als Headcoach bei den Oberwart Gunners in Österreich tätig. „Damals haben wir in der rund 10.000 Einwohner zählenden Kleinstadt ein echtes Wunder geschafft, die Oberwart Gunners holten die Meisterschaft und den österreichischen Pokal. Als Trainer des Double-Gewinners wurde ich zum Headcoach des Jahres in der Ersten österreichischen Liga gewählt. In der Zeit in Österreich hörte ich auch erstmals von Raoul Korner, dem österreichischen Headcoach von medi Bayreuth, den ich jetzt persönlich bei unserem EuropeCup-Spiel treffen durfte“, so der 51-Jährige.

„Gerne erinnere ich mich auch an meine Zeit als Headcoach in Griechenland, vor allem bei Panionios Athen. Das spektakulärste Jahr war aber in Mexiko als Trainer bei Correcaminos UAT Victoria. Die Stadt war wahrscheinlich das heißeste Pflaster in ganz Mexiko, da konnte ich nur mit bewaffneten Leibwächtern auf die Straße. Ich wurde zwar gut bezahlt, war aber irgendwie froh, als ich wieder weg war“.
Philosophie von Chris Chougaz als Trainer ist es, junge, talentierte Spieler zu entwickeln und zu fördern. „Wichtig ist auch, dass es in den Mannschaften einheimische Identifikationsfiguren gibt“. In der ersten Liga in Zypern ist es so, dass die Mannschaften in der Regel aus fünf Ausländern und noch zwei oder drei zypriotischen Spielern bestehen. „Hier will ich auch die jungen, heimischen Talente mehr in den Fokus nehmen“. Einer seiner beiden Söhne tritt mittlerweile in die Fußstapfen seines Vaters, er spielt in den USA und war auch schon in der griechischen Nationalmannschaft dabei.

Und wie sieht es mit der Zukunft als Trainer aus? „Ich könnte mir gut vorstellen, wieder in Mitteleuropa zu arbeiten“, sagt Chris Chougaz. Vielleicht auch eines Tages in Bayreuth? Carl Steiner und Chris Chougaz lächeln süffisant – ausschließen wollen beide sichtlich nichts. rs