Ziel: Der Region Gutes tun

BAYREUTH/SPEINSHART. Vor fünf Jahren rief Rainer W. Markgraf (1956-2015) seine Stiftung ins Leben. Mit der Errichtung am 1. Juli 2014 gab er der Rainer Markgraf Stiftung einen klaren Auftrag: Den langfristigen Erhalt der Bauunternehmung Markgraf sowie die Förderung der Regionen Oberfranken und Oberpfalz. Zum ersten kleinen Jubiläum lädt die Stiftung am Samstag, 6. Juli, zum „Forum//Heimat/Markgraf“ in das Kloster Speinshart ein. Ausgewählte Förderprojekte werden vorgestellt und geben einen Einblick in die Förderpolitik der Stiftung – das Forum lädt ein zu Gespräch und Begegnung.

Das Datum für diese Veranstaltung ist kein Zufall. Denn die Stiftung erinnert sich heuer nicht nur an die Errichtung durch Rainer W. Markgraf sondern auch an dessen Vater Dr. Gerhard Markgraf (1929-2012), der am 7. Juli 90 Jahre werden würde. Beide waren sich bewusst, dass die Familie nach drei Generationen keine Nachkommen hat. Deshalb hatte bereits Gerhard den Gedanken, eine Stiftung zu gründen. Die Bauunternehmung und das Familienvermögen sollten den Grundstock einer hochdotierten Stiftung bilden, um den langfristigen Erhalt des Unternehmens zu gewährleisten und in den Regionen Oberfranken und Oberpfalz Gutes zu tun.
Nach dem Tod seines Vaters verwirklichte Rainer diese Idee der Familie und brachte zunächst 66,8 Prozent der Unternehmensanteile in die Stiftung ein. Nach dem plötzlichen Tod von Rainer vollendete seine Witwe Irene Markgraf den Gedanken und brachte auch die übrigen 33,2 Prozent der Unternehmensanteile in die Stiftung ein.

Ziele der Stiftungssatzung
Diese grundlegenden Gedanken sind in der Präambel der Stiftungssatzung zusammengefasst. Dort heißt es, dass die Familie und das von ihr gegründete Unternehmen mit der Region eng verbunden sind. Um diese Verbundenheit weiter zu intensivieren soll die Stiftung einen Beitrag leisten zur Zukunftssicherung durch Stärkung des Wirtschaftsstandortes und Wissenschaftsstandortes sowie der qualifizierten Aus- und Weiterbildung der Menschen in den Regionen Oberfranken und Oberpfalz. Gleichzeitig, so heißt es, soll die Stiftung die Unabhängigkeit des erfolgreichen Familienunternehmens sicherstellen. Über 950 Beschäftigte hat die Bauunternehmung. Mit der Hauptverwaltung in Bayreuth und dem Kompetenzzentrum in Immenreuth hat Markgraf zwei Standbeine in der Region. Hinzu kommen weitere Geschäftsstellen und Regionalbüros im Bundesgebiet.

Engagement für Oberfranken und die Oberpfalz

Seit der Gründung vor fünf Jahren entfaltet die Rainer Markgraf Stiftung ihr finanzielles Engagement in den Regionen Oberfranken und Oberpfalz und hat inzwischen über 70 Projekte gefördert. Jedes Jahr werden rund 600.000 Euro für Bildung, Wissenschaft und Forschung ausgeschüttet. Darunter finden sich kleine Projekte, die eine einmalige Spende erhalten, ebenso wie große Projekte, die über mehrere Jahre Fördermittel empfangen. Projekte an Universitäten und Hochschulen, schulischen und beruflichen Bildungseinrichtungen sowie infrastrukturelle Projekte werden unterstützt. Außerdem vergibt die Stiftung jährlich den Rainer-Markgraf-Preis an ausgewählte Projekte in Oberfranken bzw. der Oberpfalz. Dieser Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Ein weiterer Aspekt der Förderpolitik ist auch die finanzielle Unterstützung der leistungsbereiten Jugend. So vergibt die Stiftung Stipendien für Ausbildung, Studium und berufliche Qualifikation und fördert das Projekt „Deutschlandstipendium“ nahezu an allen Hochschulen und Universitäten in den Regionen Oberfranken und Oberpfalz.

Ausgewählte Projekte werden vorgestellt
Rund 20 ausgewählte Projekte werden beim „Forum//Heimat/Markgraf“ am 6. Juli vorgestellt. Ab 12 Uhr haben Interessierte die Gelegenheit, in den Räumen der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart mit den Projektpartnern der Stiftung ins Gespräch zu kommen und den Stiftungszweck näher kennen zu lernen. Das eigene Stipendienangebot der Stiftung und das Deutschlandstipendium werden ebenso vorgestellt.
Vor 40 Jahren war Dr. Gerhard Markgraf Gründungsmitglied des Fördervereins Kloster Speinshart und legte zudem mit seiner Familie den finanziellen Grundstock für die Sanierung der Klosteranlage. Auch sein Sohn Rainer setzte die Förderpolitik fort und finanzierte zusammen mit seiner Frau Irene einen Flügel für die Konzerte im Musiksaal des Klosters.
Aus dieser Verbindung heraus fördert die Stiftung nach wie vor die Bildungsarbeit im Kloster und feiert auch deshalb dort den fünften Gründungstag.
Das „Forum//Heimat/Markgraf“ in den Räumen der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart steht für Interessierte am Samstag, 6. Juli, ab 12 Uhr offen. Den Abschluss bildet um 15 Uhr ein festliches Konzert für Orgel, Trompeten und Schlagwerk mit Bavarian Brass in der Speinsharter Klosterkirche im Gedenken an Dr. Gerhard Markgraf. red

Zwei Jubiläen zu feiern

Der Verein der Freunde & Förderer der Internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart und die Rainer Markgraf Stiftung laden anlässlich ihrer Jubiläen am kommenden Sonntag, 7. Juli, ab 9.30 Uhr zu einem Gottesdienst und anschließend zu einem Frühschoppen in das Kloster Speinshart ein.

Der Verein erinnert sich in diesem Jahr an seine Gründung vor 40 Jahren und die Rainer Markgraf Stiftung an ihre Errichtung vor fünf Jahren. Beide nehmen ihr Jubiläum zum Anlass, um an Dr. Gerhard Markgraf zu erinnern. Der Vater des Stiftungsgründers war Gründungsmitglied des Fördervereins.
Dem um 10.30 Uhr beginnenden Frühschoppen mit Festrede von Bertram Brossardt, dem Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, geht um 9.30 Uhr ein Pontifikalamt mit Abt Hermann-Josef Kugler in der Klosterkirche voraus. In diesem Gottesdienst gedenkt der Verein zusammen mit der Rainer Markgraf Stiftung in besonderer Weise den Gründungsmitgliedern des Fördervereins. Die Familie Markgraf hat die Gründung des Vereins sowie die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen des Klosters stark gefördert.
Die langjährige Verbundenheit zwischen dem Kloster Speinshart mit dem Förderverein einerseits und der Familie Markgraf, deren Unternehmen und der von der Familie initiierten Stiftung andererseits, soll damit erinnert werden. Durch das finanzielle Engagement der Stiftung ist diese Verbundenheit nicht nur Erinnerung, sondern wird in der Gegenwart weitergelebt. Aktuell fördert die Stiftung die Bildungsarbeit der Internationalen Begegnungsstätte im Kloster.
Der Gottesdienst in der Klosterkirche wird vom St.-Thomas-Chor Trockau unter der Leitung von Ottmar Schmitt gestaltet. red/rs

 

Zum Bild: Drei Generationen vereint: Vater Gerhard, Sohn Rainer und Großvater Wilhelm. Foto: red