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Veröffentlicht am 26.01.2024 12:52
Veröffentlicht am 26.01.2024 12:52

Wenn der Fuß schmerzt: Das kann man tun

Dr. Miriam Grüninger, Ärztliche Leitung für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie, Fachärztin für Orthopädie und Rheumatologie. (Foto: Dr. Miriam Grüninger)
Dr. Miriam Grüninger, Ärztliche Leitung für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie, Fachärztin für Orthopädie und Rheumatologie. (Foto: Dr. Miriam Grüninger)
Dr. Miriam Grüninger, Ärztliche Leitung für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie, Fachärztin für Orthopädie und Rheumatologie. (Foto: Dr. Miriam Grüninger)
Dr. Miriam Grüninger, Ärztliche Leitung für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie, Fachärztin für Orthopädie und Rheumatologie. (Foto: Dr. Miriam Grüninger)
Dr. Miriam Grüninger, Ärztliche Leitung für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie, Fachärztin für Orthopädie und Rheumatologie. (Foto: Dr. Miriam Grüninger)

Wenn Dr. Miriam Grüninger über Schmerzen im Fuß spricht, mit denen Patientinnen und Patienten zu ihr kommen, wird sofort deutlich: Das Spektrum der Erkrankungen ist enorm. „Füße sind ein unglaublich komplexes Zusammenspiel aus Muskeln, Bändern, Sehnen und Knochen – und sie leisten Unglaubliches, um uns Tag für Tag durchs Leben zu bringen“, sagt die Fuß-Spezialistin. Sie ist Leiterin des zertifizierten Zentrums für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie, zertifizierte Fußchirurgin und Fachärztin für Orthopädie und Rheumatologie an der Klinik Hohe Warte.

Am Mittwoch, 31. Januar, informiert sie im Rahmen eines Medizinischen Vortrags ab 18 Uhr im Therapiegebäude der Klinik Hohe Warte, Hohe Warte 8, darüber, welche Erkrankungen sich hinter welchen Beschwerden im Rückfuß verbergen können und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt – konservativ und operativ.

Frau Dr. Grüninger, wenn wir von Erkrankungen des Rückfußes sprechen, um welchen Teil des Fußes geht es dann?

Dr. Grüninger: Grundsätzlich geht es dabei um alle Knochen, Sehnen, Nerven und Bänder im Bereich der Ferse und des unteren Sprunggelenks bis zur Achillessehne. Die Ursachen für Schmerzen und Beschwerden sind dabei enorm unterschiedlich. Sie reichen von Verdickungen, Verkürzung oder Überdehnungen der Sehnen, bis zu Kalkablagerungen in Gelenken oder Verknöcherungen, die Sehnen und Bänder reizen. Auch Fußfehlstellungen können auf lange Sicht Beschwerden auslösen.

Wie lässt sich feststellen, wo die Ursache für die Beschwerden liegt?

Dr. Grüninger: Man muss nicht zwingend lange auf einen MRT-Termin warten. Oft zeigen sich die Ursachen auch in einer Röntgenaufnahme. Treten die Schmerzen unter Belastung auf, sollte diese unbedingt im Stehen gemacht werden. Nur so lässt sich erkennen, wo es reibt und drückt. Was ebenfalls hilft, ist ein Schmerztagebuch. Wann und wo treten die Schmerzen auf und wie fühlen sie sich an? Schmerzen beim ersten Belasten am Morgen, die dann unter Belastung nachlassen, können beispielsweise auf einen Fersensporn hinweisen, einen knöchernen Dorn am Fersenbein, der bei einer Absenkung des Fußgewölbes oder bei einer verkürzten Achillessehne zu einer Reizung führt, auf die der Fuß mit Entzündung und Schmerz reagiert.

Kann ich in all diesen Fällen operieren?

Dr. Grüninger: Die Frage lautet eher: Sollte man das auch tun. Eine OP ist nicht immer und nicht zu jedem Zeitpunkt sinnvoll. Ausschlaggebend ist: Wie stark sind die Schmerzen, wie sehr schränken sie ein? Ich als Operateurin muss außerdem die Frage beantworten, ob eine Operation tatsächlich helfen kann. Denn eine Fußoperation ist schmerzhaft und langwierig. Nach dem Eingriff wird es etwa vier Monate dauern, bis der Fuß wieder voll belastet werden darf. Und unter Umständen bleiben Einschränkungen. Ich kann beispielsweise bei einer fortgeschrittenen Arthrose das Sprunggelenk ersetzen und damit die Schmerzen lindern. So beweglich wie das eigene Gelenk wird es aber nie werden. Tennisspielen, Springen, Rennen, das alles wird nicht mehr machbar sein. Ich rate immer dazu, zunächst alle konservativen Therapien auszuschöpfen. Und da gibt es viele Möglichkeiten.
Bei Fußfehlstellung, verkürzten Sehnen oder Muskeln, lassen sich die Beschwerden oft gut durch Einlagen oder regelmäßige physiotherapeutische Übungen lindern. Bei chronischen Entzündungen, Arthrosen und Sehnenverletzungen helfen unter Umständen Röntgen-Reiz-Bestrahlungen oder ACP-Spritzen lange Zeit gegen die Schmerzen. Wann es Zeit für eine OP wird, wissen die Patientinnen und Patienten in den meisten Fällen selbst.

Gibt es auch Fälle, in denen sie sofort zu einer OP raten?

Dr. Grüninger: Ja. Immer dann, wenn Abwarten schlimmere Folgen hätte. Eine OP ist beispielsweise immer sinnvoll, um einem Abriss der Achillessehne vorzubeugen. Kommt es zum Riss, ist die Behandlung noch einmal deutlich langwieriger, die OP um einiges komplizierter und das Ergebnis unter Umständen weniger zufriedenstellend.

Wenn ich Schmerzen im Fuß habe, muss es gleich der Spezialist sein?

Dr. Grüninger: Viele Patientinnen und Patienten sind bei einem Orthopäden gut aufgehoben. Wenn es allerdings Zeit ist, über eine OP nachzudenken, oder sich die Schmerzen durch konservative Therapien nicht lindern lassen, sollte man sich zur Beratung an einen Fußspezialisten wenden. Wir bieten dafür im Ambulanten Zentrum an der Klinik Hohe Warte eine spezielle Fuß-Sprechstunde für diese Patientinnen und Patienten an.

Ihre Ansprechpartnerin für Fußerkrankungen

Dr. Miriam Grüninger, Ärztliche Leitung für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie, Fachärztin für Orthopädie und Rheumatologie

Klinik Hohe Warte
Hohe Warte 8

  • 0921 400-4702


Von Jürgen Lenkeit
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