PRP ist die Abkürzung für „Platelet-Rich Plasma“, auf Deutsch: plättchenreiches Plasma. Dahinter steckt eine Eigenblutbehandlung, bei der ein Teil des eigenen Blutes so aufbereitet wird, dass besonders viele Blutplättchen (Thrombozyten) enthalten sind. Diese Blutplättchen können Botenstoffe freisetzen, die Regenerationsprozesse im Gewebe unterstützen. Deshalb wird PRP in der Dermatologie vor allem bei Haarausfall und zur Verbesserung der Hautqualität eingesetzt.
So läuft die Behandlung ab
Die PRP-Behandlung dauert meist 30 bis 60 Minuten:
• Blutentnahme aus der Armvene (ähnlich wie bei einer Routine-Blutabnahme)
• Aufbereitung in einer speziellen Zentrifuge
• anschließende Anwendung des gewonnenen PRP ohne Lagerung direkt im Zielgebiet mittels oberflächlicher Injektion oder nach Perforation der Haut durch Auftragen eingebracht.
Wichtig dabei: In unserer Praxis verwenden wir ein speziell zertifiziertes Abnahme- und Aufbereitungssystem, das als geschlossenes System arbeitet. Das bedeutet: Das Blut wird in einem dafür vorgesehenen Set entnommen, aufbereitet und das PRP anschließend patientenbezogen appliziert - ohne unnötige Umfüllschritte. Für uns als Hautärzte ist das zentral, weil bei Injektionen in Kopfhaut und Haut eine konsequent sterile Arbeitsweise besonders wichtig ist.
Zusätzlich setzen wir eine Zentrifuge ein, die auf eine besonders schonende Aufbereitung ausgelegt ist. Hintergrund: Thrombozyten sind empfindlich. Werden sie durch ungünstige mechanische Belastung zu früh aktiviert, geben sie ihre Botenstoffe bereits vor der eigentlichen Anwendung ab. Eine schonende Zentrifugation soll dazu beitragen, die Thrombozyten möglichst intakt und nicht voraktiviert zu halten, damit sie ihre Wirkung erst im Zielgewebe - also in der Haut oder Kopfhaut - entfalten können.
Oft sind mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen sinnvoll.
PRP bei erblich bedingtem Haarausfall
Am häufigsten wird PRP bei androgenetischer Alopezie eingesetzt - also bei erblich bedingtem Haarausfall.
Was kann PRP hier bewirken?
• den Haarverlust zu verlangsamen,
• die Haarwurzeln zu stimulieren,
• Haare etwas kräftiger und dicker nachwachsen zu lassen.
Wichtig zu wissen: PRP ist kein „Wundermittel“. Die Ergebnisse sind häufig moderat und hängen davon ab, ob die Haarwurzeln noch aktiv sind. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen. Erste Effekte zeigen sich nach 2 bis 3 Monaten, deutlicher nach 4 bis 6 Monaten.
PRP für die Haut: Verjüngung durch verbesserte Hautqualität
Bei der Haut geht es mit PRP vor allem um „Skin quality“: feinere Porenoptik, glattere Oberfläche, bessere Spannkraft und feine Linien. PRP setzen wir häufig in Kombination mit Microneedling oder fraktionierten Laserbehandlungen ein, weil es die Regeneration nach dem Verfahren unterstützen kann.
Realistische Erwartungen:
PRP kann die Haut frischer wirken lassen und die Struktur verbessern. Tiefe Falten oder starke Hauterschlaffung lassen sich damit nicht „wegbehandeln“ - dafür gibt es andere Methoden.
Nebenwirkungen: meist mild, aber nicht „nur Kosmetik“
Da PRP aus Eigenblut gewonnen wird, sind Unverträglichkeiten selten. Typisch sind vorübergehend:
• Rötung, Schwellung, Druckgefühl
• kleine Blutergüsse
• kurzfristiges Spannungsgefühl oder leichte Schmerzen
Infektionen sind bei steriler Durchführung selten, aber grundsätzlich möglich. Auch deshalb legen wir Wert auf die Anwendung im sterilen Setting, die Aufbereitung im geschlossenen System und definierte Qualitätsabläufe.
Für wen ist PRP nicht geeignet?
In der Regel wird PRP nicht durchgeführt bei:
• akuten Infektionen oder Entzündungen im Behandlungsareal
• bestimmten Gerinnungsstörungen oder sehr niedriger Thrombozytenzahl
• Konstellationen, bei denen Medikamente oder Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko nahelegen
Fazit
PRP ist eine Eigenblutbehandlung, die Regenerationsprozesse unterstützen kann. Bei erblich bedingtem Haarausfall und zur Verbesserung der Hautqualität ist es eine sinnvolle Option - vorausgesetzt, Indikation und Erwartungen passen und die Behandlung erfolgt fachärztlich, steril und mit einem klaren Qualitäts- und Sicherheitskonzept.
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