Veröffentlicht am 05.06.2026 08:42

Hüftschmerz = Arthrose = künstliche Hüfte?

Dr. Stephan Fuchs (Foto: Archiv)
Dr. Stephan Fuchs (Foto: Archiv)
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Häufig wird in der Sprechstunde ein Hüftschmerz mit oder ohne Einschränkung der Gehstrecke beklagt.

Was steckt dahinter?
Nicht immer liegt das Problem wirklich im Hüftgelenk. Eine Ursache im Bereich der Wirbelsäule und auch im Unterbauch muß routinemäßig ausgeschlossen werden. Die notwendige Behandlung muß ggf. auch in nichtortopädischen Fachbereichen erfolgen.

Was, wenn es wirklich die Hüfte ist?
Häufig, aber nicht immer liegt ein Gelenkverschleiß, eine Arthrose vor. Es ist aber auch an eine Durchblutungsstörung der Hüfte und ein Knochenmarködem- Syndrom (KÖMS) zu denken. Hier liegen Behandlungskonzepte dann auch im internistischen und speziell hämatologischen Fachbereich.

Wenn Arthrose – wo ist dann das Problem?
Durch verschiedene anatomische und biochemische Besonderheiten gelingt es dem gesunden Knorpel, die Lastverteilung auf den Knochen so zu gestalten, daß jener nicht durch Überlastung geschädigt wird. Bei Störung entstehen Schmerzen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten der Arthrose gibt es?
Der Knorpel kann durch Ernährung und Medikamente gestärkt werden. Im Einzelfall können Knorpelbausteine wie Glykosaminoglykan (Pulver) oder Hyaluronsäure (Spritzen) zur Anwendung kommen.

Grundsätzlich besteht das Problem in der Anfangsphase der Arthrose in der Überlastung der umgebenden Strukturen. Der Druck wird nicht mehr gleichmäßig verteilt und es entstehen Belastungsspitzen, die dann zunächst punktuell den Knochen schädigen.

Ein gesunder Knochen hält dem erhöhten Druck länger Stand. Häufig liegt begleitend ein Vitamin D-Mangel oder eine andere Ursache einer Knochenerweichung vor. Hier kann dei richtige Behandlung segensreich sein.

In der Trainingstherapie und der Krankengymnastik ist Verständnis über die unterschiedlichen Aufgaben der gelenkszentrienden und der bewegenden Muskulatur (Mover) unumgängliche Voraussetzung einer erfolgreichen Behandlung. Ene muskulär gut zentrierte Hüfte, macht auch bei bestehender Arthrose weniger Schmerzen.

Im Sport gilt Bewegung vor Last – Gleichgewichtselemente dürfen nicht fehlen. Ideal wären Wassersport sowie Balancesportarten ohne Spitzenbelastung (Tai Chi, Yoga, evtl. Tanz, Stand Up-Paddleboard etc.)

Regelmäßig entsteht durch Fehlbelastung namentlich am Ansatz der Glutäus medius-Sehne ein Schaden (Enthesiopathie), welcher der Stoßwellenbehandlung zugänglich ist.

Die verschiedenen operativen Verfahren sind segensreich, wenn sie denn richtig und zeitgerecht eingesetzt werden.

Dr. med. Stephan Fuchs

Facharzt für Orthopädie und Schmerztherapeut, Sportarzt, physikalische Therapie, Diplom-Osteopath der DAAO


Von red
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