Veröffentlicht am 11.06.2026 13:14

Zuckersüß: Leonie Taubert ist Diabetikerin und hat ihre Erkrankung zum Beruf gemacht

Foto: red
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Leonie Taubert ist zwölf Jahre alt als sie in der Kinderklinik eingeliefert wurde. Nach Wochen, in denen es ihr immer schlechter geht, wird sie bewusstlos, wacht erst auf der Intensivstation der Kinderklinik in Bayreuth wieder auf. Diagnose: Diabetes melitus Typ 1. „Ich feiere jetzt einen zweiten Geburtstag. Nur eine Stunde später und man hätte mir nicht mehr helfen können“, erzählt sie. Heute lebt sie gut mit der Erkrankung, hat sie sogar Beruf gemacht: Leonie ist zertifizierte Diabetesberaterin und Expertin für Insulinpumpen an der Klinikum Bayreuth GmbH – und damit Teil des Teams, das ihr selbst nach der eigenen Diagnose geholfen hat.

Sie und ihre Kolleginnen begleiten Kinder und Erwachsene nach der Diagnose. Dabei geht es um die Akzeptanz, den sicheren Umgang mit Insulin, dem Pen oder der Insulinpumpe und den Messsystemen, aber auch um eine auf die Erkrankung abgestimmte Ernährung und die Wahrnehmung des eigenen Körpers: „Kinder und auch deren Eltern lernen, wie sich verschiedene Lebensmittel, Hormone, Bewegung und auch Emotionen auf den Blutzuckerspiegel auswirken und auch, welche Folgeerkrankungen drohen können. „Ich möchte Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung geben – aber auch den Ernst der Situation vermitteln.“ Ein gutes Gespür für den eigenen Körper zu haben, sei lebenswichtig: Wie reagiert er bei Unter- und Überzuckerung – und wie steuere ich richtig gegen?

Die Tatsache, dass sie selbst Diabetes hat, hilft ihr oft weiter. „Gerade Kinder reagieren offener, wenn sie sehen, dass auch ich eine Insulinpumpe trage.“ Sie fragen nach, sind neugierig und nehmen Tipps leichter an.

Leonie hat aber auch andere Erfahrungen weiterzugeben: Sie weiß, dass es Zeiten geben kann, in denen gerade Kindern einmal alles zu viel wird. „Die hat es bei mir auch gegeben. Ich hatte keine Lust mehr zu messen, auf das Essen zu achten, habe versucht, den Diabetes zu ignorieren – und begreifen müssen, wie sehr ich mir damit schade.“ Sie erzählt ihre Geschichte offen. „Ich möchte Eltern dafür sensibilisieren, Unterstützung zu suchen, wenn sich Schwierigkeiten andeuten.“ Auch psychosoziale Begleitung sei wichtig. Und manchmal hilft es mit jemandem zu sprechen, der nicht nur die fachliche Kompetenz, sondern auch die persönliche Erfahrung einbringen kann.

Mehr Infos

Klinikum Bayreuth GmbH – Diabetesberatung
Tel: 0921-400756461
E-Mail: diabetesberatung@klinikum-bayreuth.de


Von red
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