Veröffentlicht am 29.04.2026 15:16

Medizinischer Vortrag: Neue Wege in der Fußchirurgie - Minimalinvasiv. Schonend. Effektiv.

Dr. Miriam Grüninger, Oberärztin, Hauptoperateurin im zertifizierten Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie an der Klinikum Bayreuth GmbH (Foto: red )
Dr. Miriam Grüninger, Oberärztin, Hauptoperateurin im zertifizierten Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie an der Klinikum Bayreuth GmbH (Foto: red )
Dr. Miriam Grüninger, Oberärztin, Hauptoperateurin im zertifizierten Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie an der Klinikum Bayreuth GmbH (Foto: red )
Dr. Miriam Grüninger, Oberärztin, Hauptoperateurin im zertifizierten Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie an der Klinikum Bayreuth GmbH (Foto: red )
Dr. Miriam Grüninger, Oberärztin, Hauptoperateurin im zertifizierten Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie an der Klinikum Bayreuth GmbH (Foto: red )

„In der Fußchirurgie hat sich in den letzten Jahren viel getan. Minimalinvasive Verfahren, also Operationen über sehr kleine Schnitte, gewinnen zunehmend an Bedeutung und sorgen bei Betroffenen für schnellere Erholung und weniger Beschwerden“, sagt Dr. Miriam Grüninger. Sie ist seit vielen Jahren Oberärztin und Hauptoperateurin im zertifizierten Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie an der Klinikum Bayreuth GmbH. Im Rahmen eines Medizinischen Vortrags informiert sie am Mittwoch, 06. Mai, ab 18 Uhr in der Klinik Hohe Warte über die aktuellen Entwicklungen in der minimalinvasiven Fußchirurgie.

Kleiner Schnitt, große Wirkung
Der größte Unterschied zur klassischen Operation: Statt zentimeterlanger Schnitte reichen immer öfter wenige Millimeter. Dabei wird deutlich weniger Gewebe verletzt. Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln bleiben größtenteils intakt. „Gerade im Fuß, wo viele empfindliche Strukturen dicht beieinanderliegen, ist das ein großer Gewinn. Weniger Gewebetrauma, bedeutet meist auch weniger Schmerzen und Schwellung nach der Operation“, sagt Dr. Miriam Grüninger. Und: „Da Bänder und Sehnen intakt bleiben, bieten sie den Fußknochen einen natürlichen Halt, den wir nicht künstlich durch Platten und Schrauben herstellen müssen. Der Fuß bleibt flexibler und richtet sich selbst ein – mit einem für die Patientinnen und Patienten oft deutlich besseren Ergebnis.“

Auch das Risiko für Wundheilungsstörungen und Infektionen sei deutlich geringer. Zudem heilen kleine Schnitte schneller und es entstehen meist unauffälligere Narben. „Ein wichtiger Punkt, da Narbengewebe am Fuß auch Jahre später noch Beschwerden verursachen kann“, weiß Grüninger.

So vielversprechend die Methode ist – nicht jeder Fuß und nicht jede Erkrankung eignet sich für diese Technik. Ein Beispiel ist der Hallux valgus, eine Fehlstellung des großen Zehs. Hier entscheiden die schwere der Fehlstellung, deren Ursache und die Stabilität des Fußes, ob minimalinvasiv operiert werden kann. „Auch bei Erkrankungen wie Rheuma, wenn entzündetes Gewebe entfernt werden muss, ist eine offene Operation oft sinnvoller.“ Bei ausgeprägten Fehlstellungen oder bei instabilen Knochenverhältnissen stößt die minimalinvasive Chirurgie derzeit an ihre Grenzen: „Dann ist es wichtig, den Knochen mit Schrauben oder Platten zu fixieren – etwas, das minimalinvasiv nur bedingt möglich ist.“

Nicht immer „entweder - oder“
Von minimalinvasiven Alternativen profitieren derzeit vor allem Patientinnen und Patienten mit Wundheilungsstörungen, oder Menschen, bei denen mehrere kleinere Korrekturen am Vorfuß nötig sind, um die Belastung im Fuß besser zu verteilen – etwa bei Fehlstellungen mehrerer Zehen. Wenn nicht ausschließlich minimalinvasiv korrigiert werden kann, kombiniert Dr. Grüninger. offene und minimalinvasive Verfahren, um das Gewebetrauma möglichst gering zu halten.

Noch ist die Entwicklung in der minimalinvasiven Fußchirurgie längst nicht abgeschlossen. „Neue Instrumente und verbesserte Bildtechnik ermöglichen es, immer mehr Eingriffe erfolgreich über kleine Zugänge durchzuführen“, sagt Dr. Grüninger, die die Forschungsergebnisse kontinuierlich verfolgt. Sie operiert bereits immer häufiger auch komplexere Bereiche des Fußes minimalinvasiv – etwa das Fersenbein. „Für viele Patientinnen und Patienten bedeutet das weniger Schmerzen, kleinere Narben und eine schnellere Rückkehr in den Alltag“, sagt Dr. Grüninger. Entscheidend bleibe jedoch die individuelle Planung: „Die beste Methode ist immer die, die zum jeweiligen Fuß passt.”


Von red
north