Immer wieder Straßensperrungen

BAYREUTH. In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu Störungen im Rohrsystem der Stadtwerke, so dass Haushalte in betroffenen Wohngebieten oftmals mehrere Stunden ohne Wasserversorgung waren. Ist das Rohrleitungssystem in die Jahre gekommen?

Stadtwerke-Pressesprecher Jan Koch dementiert einen maroden Zustand. „Nein, dem Bayreuther Trinkwassernetz geht es gut. Unsere 340 Kilometer Rohrleitungen sorgen jährlich dafür, dass rund fünf Milliarden Liter Trinkwasser an die Bayreuther Haushalte geliefert werden. Dass es dabei immer mal wieder technische Probleme gibt, liegt in der Natur der Sache“.
An heißen Tagen fließen bis zu 20.000.000 Liter Trinkwasser durch das Leitungsnetz. Das entspricht dem Gesamtgewicht von gut 13.000 Autos – eine enorme Belastung für sämtliche Bauteile. Höhenunterschiede verändern außerdem den Druck von bis zu 10 bar. Druckschwankungen und vor allem Druckstöße, verursacht durch stark komprimierte Luft, die beispielsweise bei Netzbaustellen ins Netz gelangen kann, sind eine zusätzliche Belastung für die Rohre. Hinzu kommen Erdbewegungen wie Trockenheit, Frost und Belastungen durch den Schwerlastverkehr. Dabei kann ein Rohr brechen. Eine Häufung von Schäden gebe es in Bayreuth jedoch nicht, so Jan Koch.

Um die Schadensrate auf einem möglichst geringen Niveau zu halten, wird das Netz regelmäßig überprüft. Dabei wird jeder einzelne Meter Rohrleitung mit einem intensiven Schadensmonitoring und einem akustischen Verfahren unter die Lupe genommen. „Wenn im Boden ein Rauschen zu hören ist, liegt es meist an einem defekten oder nicht ganz zugedrehtem Hydrant, seltener an einer kaputten Leitung“, sagt der Stadtwerke-Pressesprecher.
In Bayreuth, wie auch in anderen Städten, stammen die Wassernetze aus ganz unterschiedlichen Baujahren. Das hängt mit dem organischen Wachstum der Wasserversorgung zusammen.
Seit 1860 wird die Stadt aus dem Saaser Stollen mit fließendem Wasser versorgt. Die ältesten Rohrleitungen, die heute noch im Einsatz sind, sind gut 100 Jahre alt. „Probleme bereiten aber nicht grundsätzlich das Alter der Leitung, sondern deren Material. Grauguss aus den 1960ern beispielsweise erwies sich als sehr spröde und daher auch störanfällig. Selbstverständlich erneuern wir unser Netz ständig. Vor allem dort, wo problematisches Material verbaut wurde“, so Jan Koch.

Stellen mit Rohrbrüchen unterliegen genauer Beobachtung. Kommt es zu einer Häufung von Lecks, werden die Strecken so schnell wie möglich ausgebessert. So geschehen beispielsweise in der Glockenstraße, der Sonnenstraße und der Spitzwegstraße sowie in Teilen der Justus-Liebig-Straße. Heuer werden die Leitungen vor allem in der Hegelstraße, der Kulmbacher Straße, am Rabenstein, dem Grünen Baum und der Gutenbergstraße auf den neuesten Stand gebracht.. Investitionsvolumen voraussichtlich 1,7 Millionen Euro. gmu

Zum Bild: Endstation Rabenstein – Rohrleitungsarbeiten verhinderten kürzlich die Durchfahrt. Foto: Munzert