Die Flitzer von der Müllabfuhr

BAYREUTH. Die Männer der Bayreuther Müllabfuhr fahren E-Scooter und sind damit Vorreiter in ganz Deutschland.

Sie sind wendig, klein und dank eines Klappmechanismus leicht zu transportieren: Seit ihrer Straßenzulassung im Juni haben E-Scooter die deutschen Städte, Straßen und Gehwege im Sturm erobert – auch die Bayreuther Müllabfuhr.

Seit gut zehn Wochen sind die elektrischen Kleinstfahrzeuge, so die offizielle Bezeichnung im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, in Bayreuth im Einsatz. „Ich habe das Zulassungsverfahren für E-Scooter für den Straßenverkehr genau verfolgt“ sagt Bernd Sellheim, Leiter des städtischen Bauhofes. „Das Verfahren hat ziemlich lange gedauert, doch als die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen waren, wollte ich ausprobieren, ob die Fahrzeuge unsere Arbeit effizienter machen. Ich war zunächst noch skeptisch, im Probebetrieb kamen wir aber schnell zum Ergebnis, dass die Scooter den Arbeitsablauf erleichtern“. Zum Einsatz kommen die elektrischen Roller ausschließlich in den Außenbezirken, dort sind die Touren besonders zeitintensiv, denn es müssen lange Strecken zurückgelegt werden. Für die Innenstadt ist der Einsatz uninteressant, so der Bauhofleiter.

„Zu unserem Service gehört es, dass die Tonnen vom Haus auf die Straße und wieder zurück gestellt werden“, sagt er. „Die Mitarbeiter, die diese Arbeit verrichten sind zu Fuß unterwegs. Pro Tag kommt, je nach Tour, schon mal eine Wegstrecken von bis zu 18 Kilometern zusammen“. Angeschafft wurden bisher drei Fahrzeuge mit einer Reichweite von je 20 Kilometern. „Das ist optimal für eine Tour“, sagt Sellheim, „über Nacht wird der Scooter dann aufgeladen“.

 

Da der Bauhofleiter natürlich an Qualität und vor allem an die Sicherheit hohe Ansprüche, stellt, wurde das Modell X2 City von BMW ausgewählt. „Sein geringes Gewicht von neun Kilogramm ist von Vorteil und durch den abklappbaren Lenker ist der Roller besonders leicht und platzsparend zu transportieren“, argumentiert Bernd Sellheim, „schließlich muß der Scooter auf dem Müllfahrzeug mitgenommen werden. Für zusätzliche Sicherheit sorgen Scheibenbremsen und eine ausreichende Beleuchtung“.
Ein im Trittbrett untergebrachter Lithium-Ionen-Akku treibt einen 150 Watt starken Motor im Hinterrad an, und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern. Eine angeklebte Sicherheitsplakette belegt die abgeschlossene Haftpflichtversicherung. Ein Gag ist die Sonderlackierung im Orange der Müllabfuhr.

 

Marcus Walder hat den E-Scooter im Einsatz. „Der Roller erleichtert die Arbeit ungemein, da sich lange Wegstrecken, beispielsweise zwischen Wolfsbach und Fürsetz zügig überbrücken lassen. Zum Einsatz kommen die Roller nur bei der Entleerung der schwarzen Tonne. Da nicht jeder Haushalt mit einer Bio-Mülltonne ausge-
stattet ist, sind die Wege anders und der Scooter unnötig“, sagt er.
Da es bei Minusgraden, Glatteis und Schneegestöber gemütlichere Fahrzeuge als einen E-Scooter gibt, wird der Einsatz in den Wintermonaten noch geprüft. gmu