Brose Bamberg: Den Spitzenreiter niedergerungen

BAMBERG. Mit einem hart erkämpften 94:93 (47:37)-Sieg gegen die MHP Riesen Ludwigsburg machte Brose Bamberg am Freitag Abend in der heimischen Arena einen weiteren großen Schritt zur Qualifikation für die Playoffs der Basketball-Bundesliga.

Den Grundstein für den Sieg gegen den Spitzenreiter legte Brose im ersten Viertel. Mit einer bärenstarken Leistung und einer Top-Defense legte Bamberg eine 15-Punkte-Führung vor (25:10). Vier Dreier fanden auf Seite der Gastgeber den Weg in den Korb, Ludwigsburg hatte hingegen in allen Bereichen miserable Wurfquoten.


Im zweiten Abschnitt kam das Team von Headcoach John Patrick dann besser ins Spiel, der Tabellenführer traf jetzt auch von jenseits der Dreierlinie. Vor allem der Ludwigsburger Topscorer Barry Brown (im gesamten Spiel 23 Punkte) tat sich in dieser Phase des Spiels hervor. Dennoch hielt Bamberg weiter gut dagegen. Letztlich ging es mit einer 47:37-Führung der Gastgeber in die Halbzeitpause.

Zunächst baute Brose den Vorsprung im dritten Viertel wieder auf zeitweise 15 Punkte aus (59:44). Ludwigsburg zeigte sich dann aber deutlich stärker, auch in der Defense. Schließlich konnte der Tabellenführer nach 30 Minuten bis auf drei Zähler verkürzen (69:66).

Im Schlussviertel verteidigte Brose den Vorsprung mit Zähnen und Klauen. Ein Vier-Punkte-Spiel von Michele Vitali (mit insgesamt 15 Punkten Topscorer auf Bamberger Seite) zum 73:66 war ein optimaler Auftakt des Viertels. Brose blieb immer knapp vorne, vier Minuten und 55 Sekunden vor Schluss glich Oscar Da Silva jedoch für Ludwigsburg zum 79:79 aus. Bamberg schlug aber zurück und lag knapp drei Minuten vor Schluss wieder mit sieben Punkten (89:82) in Front.

Ludwigsburg versuchte jetzt alles und hatte zunächst auch Erfolg: 34 Sekunden vor Schluss lagen die Gäste nach einem Korb von Lukas Herzog mit 92:93 vorne. Im folgenden Angriff der Bamberger traf jedoch Kenneth Ogbe zum 94:93 und wurde dabei gefoult. Der fällige zusätzliche Freiwurf landete am Ring, den zurückprallenden Ball schnappten sich die Bamberger. Allerdings wurde der Angriff 19 Sekunden vor Schluss durch einen Schrittfehler beendet. Im Gegenzug trachtete Ludwigsburg nach der erneuten Führung, auch dieser Angriff wurde jedoch 8,5 Sekunden vor Schluss wegen eines Schrittfehlers abgepfiffen. So hatten die Bamberger nochmals den Ball und hielten diesen in der verbleibenden Spielzeit auch souverän in den eigenen Reihen. Schließlich stand mit dem Bamberger 94:93-Sieg die dritte Saisonniederlage von Spitzenreiter Ludwigsburg auf dem Anzeigewürfel.

Im nächsten Bundesligaspiel müssen die Bamberger bereits am Sonntag, 2. Mai, um 15 Uhr beim Tabellenneunten Braunschweig antreten. Dann folgen noch drei Heimspiele gegen Gießen (4. Mai), Göttingen (7. Mai) und Crailsheim (9. Mai). Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Bamberger letztlich auf Playoff-Platz acht bleiben. In der Viertelfinalserie um die Deutsche Meisterschaft würde es damit erneut gegen den Tabellenersten Ludwigsburg gehen.

Der Bamberger Headcoach Johan Roijakkers kommentierte nach der Partie: „Beide Mannschaften hätten den Sieg verdient gehabt. Wir hatten eine gute erste Halbzeit, Ludwigsburg eine gute zweite. Es war ein wichtiger Sieg fürs Playoffrennen, das am Sonntag weiter geht.“   Roland Schmidt