Veröffentlicht am 29.08.2025 08:28

Kuh sorgte für Aufmerksamkeit

Die schwebende Kuh: 20 Meter breit, acht Meter hoch, quietschbunt und lachend.  (Foto: Enrico Nawrath press)
Die schwebende Kuh: 20 Meter breit, acht Meter hoch, quietschbunt und lachend. (Foto: Enrico Nawrath press)
Die schwebende Kuh: 20 Meter breit, acht Meter hoch, quietschbunt und lachend. (Foto: Enrico Nawrath press)
Die schwebende Kuh: 20 Meter breit, acht Meter hoch, quietschbunt und lachend. (Foto: Enrico Nawrath press)
Die schwebende Kuh: 20 Meter breit, acht Meter hoch, quietschbunt und lachend. (Foto: Enrico Nawrath press)

Die Bayreuther Festspiele sind bekannt für hervorragende Stimmen, bemerkenswerte Inszenierungen und einen oft hitzig geführten Diskurs um Deutungshoheit. In diesem Sommer gab es neben all dem einen anderen Star: eine Kuh.

Genauer gesagt – eine 20 Meter breite, acht Meter hohe, quietschbunte Kuh, lachend über der Bühne schwebend, in der neu inszenierten Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“. Die Idee stammt von Bühnenbildner Andrew D. Edwards, der sich bei einem Festivalbesuch inspirieren ließ. Umgesetzt wurde das ungewöhnliche Bild vom Team um den Technischen Direktor Henning Angebrandt. „Wer baut so etwas in dieser Dimension?“, fragte sich Angebrandt anfangs.

Erst nach vielen Umwegen, Gesprächen und nicht ganz zufriedenstellenden Angeboten, kam der Zufall zu Hilfe – auf einer Fachmesse in Frankfurt entdeckte er in einer Halle große aufblasbare Tiere. Eine bulgarische Firma, spezialisiert auf XXL-Formate, erhielt den Zuschlag. Nach Vorlage eines 3D-Modells entstand die Kuh.

Im Laufe des Entstehungsprozesses mussten Farben abgestimmt und Materialproben geprüft werden. Ein Mitarbeiter reiste nach Bulgarien, um den Fortschritt zu begutachten. Damit die Kuh überhaupt über die Bühne durfte, musste sie zahlreiche Prüfungen bestehen. Brandschutzauflagen, Materialtests und Zertifikate waren nötig, bis am Ende die Bayreuther Feuerwehr grünes Licht gab. Dann aber stand dem großen Auftritt nichts mehr im Wege.

Hier geht es zum Video, wie die Kuh aufgeblasen wird:

Vor jeder Vorstellung wurde die Kuh in der zweiten Pause aufgeblasen. Binnen zehn bis fünfzehn Minuten, mithilfe mehrerer Lüfter und einem Gerüst mit 26 Aufhängepunkten, schwebt sie über der Szene wie ein überdimensionales Mobile und sorgt für ein Schmunzeln im Publikum. Und am Ende? Da zieht jemand am Reißverschluss: Die Luft ist raus, die Kuh ist platt. „Bis zur letzten Aufführung lief der Vorgang wie am Schnürchen“, sagt Henning Angebrandt. Ziemlich flott war die Kuh am Ende jeder Vorstellung auch wieder verschwunden.

Jetzt, nach Ende der Festspiele, ruht sie, zusammengefaltet, in einer frostsicheren Ecke des Festspielhauses und wartet auf ihre nächsten Einsätze.


Von Gabriele Munzert
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