Es ist eine Nachricht, die selbst erfahrene Veranstalter nicht jeden Tag erreicht: Am 3. Juli, dem Freitag des Bürgerfests, bekam Ahmad Kordbacheh von der FABRIK eine E-Mail aus dem Bayreuther Festspielhaus. Absenderin war Katharina Wagner. Ihre Anfrage hatte es in sich. Zum 150. Jahrestag der Grundsteinlegung des Festspielhauses soll am 2. August ein außergewöhnliches Musikereignis auf dem Grünen Hügel stattfinden.
Der 2. August markiert den Tag, an dem vor 150 Jahren der Grundstein für das Bayreuther Festspielhaus gelegt wurde. Aus diesem Anlass entsteht ein musikalischer Abend an einem der bedeutendsten Kulturorte Deutschlands.
Die Idee: elektronische und klassische Musik an einem der traditionsreichsten Kulturorte Deutschlands zusammenzubringen. Nach Angaben von Veranstalter Ahmad Kordbacheh soll dabei erstmals und zugleich einmalig Musik im Festspielhaus erklingen, die nicht von Richard Wagner stammt. Ein „Once in a Lifetime“-Event, das Festspieltradition, Clubkultur und moderne Veranstaltungskunst miteinander verbinden soll.
Eine große Idee – und kaum Zeit für die Vorbereitung
Zwischen der ersten Anfrage und dem Veranstaltungstag liegen nur wenige Wochen. Für Ahmad Kordbacheh und sein Team von der FABRIK wurde die Zeit deshalb zum entscheidenden Faktor. Ob das Projekt tatsächlich umgesetzt werden konnte, hing zunächst davon ab, welcher Künstler kurzfristig für den Abend gewonnen werden würde.
Kordbacheh aktivierte nach eigenen Angaben sein gesamtes Netzwerk. Booker, Agenturen und Künstler wurden kontaktiert, Gespräche geführt und Möglichkeiten geprüft. Schließlich gelang es dem Veranstalter, DJ Alle Farben für die Veranstaltung zu gewinnen.
Der Künstler soll ein zweistündiges Set spielen. Zuvor ist der Auftritt eines lokalen DJs vorgesehen. Der Abend beginnt um 20 Uhr und soll bis 1 Uhr dauern. Einlass ist bereits ab 19.30 Uhr.
Für Kordbacheh ist das Projekt mehr als ein gewöhnlicher Auftrag. Die Bayreuther Festspiele seien für die Menschen der Stadt etwas Besonderes. Er selbst habe bereits zweimal Aufführungen im Festspielhaus besucht. Nun dort mit seinem Team eine Veranstaltung ausrichten zu dürfen, bezeichnet er als große Ehre.
Gleichzeitig ist der Respekt vor der Aufgabe groß. Die kurze Vorbereitungszeit bleibe die größte Herausforderung. Dennoch wolle das gesamte Team alles daransetzen, einen professionellen und besonderen Abend auf die Beine zu stellen.
Geöffnete Bühne, historische Kulisse und limitierte Tickets
Für die Veranstaltung wird die Hauptbühne des Bayreuther Festspielhauses nach hinten geöffnet. Der DJ spielt aus dem Festspielhaus heraus in Richtung des überdachten Vorplatzes. Die historischen Sitzreihen des Festspielhauses bilden dabei die Kulisse.
Neben der außergewöhnlichen Bühnensituation soll auch die Gestaltung des Abends eine wichtige Rolle spielen. Ahmad Kordbacheh und die Technische Leitung des Festspielhauses Bayreuth arbeiten intensiv an einem eigenen Bühnenbild. In der verbleibenden Zeit solle alles umgesetzt werden, was möglich sei, um den Besuchern ein besonderes Erlebnis zu bieten.
Die gesamte Gastronomie übernimmt die FABRIK. Auf dem Veranstaltungsgelände sind Getränkestände vorgesehen. Den Gästen solle es während des Abends an nichts fehlen.
Entsprechend steht nur eine limitierte Anzahl an Tickets zur Verfügung. Wer Teil dieses Abends sein möchte, sollte sich frühzeitig Tickets sichern.
Für Bayreuth könnte der Abend zu einem besonderen Moment des Jubiläumsjahres werden. An einem Ort, der untrennbar mit dem Werk Richard Wagners verbunden ist, soll für wenige Stunden eine andere musikalische Welt einziehen. Elektronische Klänge, ein lokaler DJ und Alle Farben im Festspielhaus: Eine solche Verbindung hat es auf dem Grünen Hügel nach Angaben des Veranstalters bislang nicht gegeben – und sie soll einmalig bleiben.