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Gastroenterologische Endoskopie: So kann KI helfen | inbayreuth.de
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Veröffentlicht am 25.01.2024 17:01
Veröffentlicht am 25.01.2024 17:01

Gastroenterologische Endoskopie: So kann KI helfen

Dr. med. Michael Geppert (Foto: Dr. med. Michael Geppert)
Dr. med. Michael Geppert (Foto: Dr. med. Michael Geppert)
Dr. med. Michael Geppert (Foto: Dr. med. Michael Geppert)
Dr. med. Michael Geppert (Foto: Dr. med. Michael Geppert)
Dr. med. Michael Geppert (Foto: Dr. med. Michael Geppert)

Systeme mit Künstlicher Intelligenz (KI) werden zunehmend in verschiedenen Bereichen eingesetzt und erweisen sich mitunter als hilfreich – Gefahren und Schattenseiten werden aber auch erkannt und Regeln für den Einsatz von KI festgelegt, um z.B. juristische Probleme des Urheberrechtes u.a. zu lösen.

Auch in der Medizin und, hier vorgestellt, in der Endoskopie des Magen-Darm-Traktes gibt es Einsatzmöglichkeiten für KI- Systeme.

Da sich Darmkrebs über mehrere Jahre aus bestimmten Darmpolypen, sog. Adenomen, bilden kann, ist es sinnvoll, regelmäßig eine Vorsorgedarmspiegelung (Koloskopie) durchzuführen, bei der diese Polypen erkannt und entfernt werden können.

Wie kann KI hierbei die Arbeit des Arztes unterstützen?

Wenn die KI einen Polypen auf der Schleimhaut des Darmes erkennt, kann dieser z. B. durch ein farbiges Viereck umrandet und so für den Untersucher leichter auf dem Monitor erkennbar werden.

Auch können bestimmte Systeme die gefundenen Polypen in „harmlos“ oder „suspekt“ klassifizieren. Das durch das Endoskop gewonnene Monitorbild der Darmschleimhaut kann, KI-unterstützt, digital weiterverarbeitet werden.

Voraussetzung für das Markieren und Klassifizieren eines Darmpolypen durch die KI ist aber, dass der Arzt den Bezirk endoskopisch auch findet und einstellt. Nicht eingesehene Schleimhautareale können durch die KI auch nicht analysiert werden.

Das farbliche Markieren kleiner Polypen ist für den Untersucher sicher eine Unterstützung – oftmals handelt es sich dabei aber um harmlose Schleimhautveränderungen. Suspekte oder größere Polypen werden in der Regel auch zuverlässig ohne KI- Unterstützung vom Untersucher erkannt.

Wichtig ist, dass die Schleimhautareale überhaupt sorgfältig endoskopisch dargestellt werden. Es darf keinesfalls die Aufmerksamkeit des Untersuchers nachlassen, da die KI nicht alle Polypen detektieren kann und Befunde übersehen werden können, wenn nämlich ein bestimmtes Schleimhautbild nicht im Programmspeicher der KI hinterlegt ist.

Für eine sorgfältige Untersuchung und eine hohe Rate an Polypenerkennung (ADR, adenom detection rate) sind ein gut gereinigter Darm, Erfahrung des Untersuchers und die Verwendung von hochauflösenden Endoskopen in HDTV-Qualität, unter ggfs. Zuhilfenahme virtueller Färbungen (NBI, TXI), wichtiger.

Wir nutzen in unserer Praxis auch ein KI- Modul (EVIS X1 EndoAid von Olympus) und bieten dieses kostenfrei den Patienten an. Wenn ich mich selbst aber endoskopisch untersuchen ließe, würde ich keinesfalls den Einsatz eines unterstützenden KI-Moduls für notwendig erachten.

Es ist aber damit zu rechnen, dass die Systeme durch ihre selbstlernende Weiterentwicklung in Zukunft einen noch höheren Stellenwert bekommen.

Ihr Ansprechpartner für gastroenterologische Erkrankungen

Dr. med. Michael Geppert, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Proktologie


Von Dr. med. Michael Geppert
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