Die Gewerkschaft ver.di hat einen erneuten Warnstreik im Bayreuther Stadtbusverkehr angekündigt. Dieser gilt von Freitag (20. März), 14 Uhr, bis Sonntag (22. März), 14 Uhr. In dieser Zeit bieten die Stadtwerke Bayreuth einen eingeschränkten Fahrplan an. Geschäftsführer Markus Rützel warnt nach wie vor, dass die aktuellen Forderungen der Gewerkschaft wirtschaftlich nicht tragbar seien.
Für Freitag ab 14 Uhr bis Sonntag, ebenfalls 14 Uhr, hat die Gewerkschaft ver.di erneut zu einem Warnstreik im Bayreuther Stadtbusverkehr aufgerufen. Fahrgäste müssen mit Einschränkungen rechnen. Dank der Unterstützung externer Partnerunternehmen können die Stadtwerke Bayreuth am Freitag auch nach 14 Uhr knapp die Hälfte ihres Angebots aufrechterhalten – am Wochenende nur stark eingeschränkt. Die Regionalbuslinien im Umland (u. a. 328, 372, 378) sowie die Regionalzüge (z. B. RB34) fahren regulär und ohne Einschränkungen.
Die gute Nachricht: Der Verkehr läuft am Freitag bis 13:25 Uhr ohne Einschränken, wodurch der Schulverkehr sichergestellt ist. Durch den Warnstreik ab 14 Uhr kommt es am Freitag dann zu ersten Ausfällen ab 13:25 Uhr. „Nur so können wir sicherstellen, dass alle Beschäftigten ihr verfassungsrechtlich geschütztes Streikrecht ab 14 Uhr wahrnehmen können“, sagt Stadtwerke-Sprecher Jan Koch. Nach Streikende am Sonntag um 14 Uhr wird der Betrieb wieder hochgefahren. „Alle Stadtwerke-Busse gleichzeitig wieder auf die Strecke zu schicken, ist organisatorisch nicht möglich“, erklärt Koch. „Fahrzeuge und Personal müssen zunächst an ihre jeweiligen Einsatzorte kommen. Deshalb kann es in der ersten Betriebsstunde nach Streikende noch zu Verzögerungen kommen, bevor wir wieder vollständig im Takt sind.“
Welche Fahrten trotz Streik stattfinden, ist im Streikfahrplan auf der Webseite der Stadtwerke Bayreuth (https://www.stadtwerke-bayreuth.de/meldung/weiterer-streik-ab-freitag-2003-14-uhr) einsehbar. Vor allem für die Stunde vor Streikbeginn und nach Streikende bieten die Stadtwerke im Laufe des Donnerstags ebenfalls auf ihrer Webseite Detailinformationen, welche Busse fahren werden und welche nicht. Die Stadtwerke aktualisieren die Informationen fortlaufend. Zusätzlich können sich Fahrgäste über die Fahrplanauskunft des VGN (vgn.de und VGN-App) informieren, wo voraussichtlich ab Freitagmittag die tatsächlichen Fahrzeiten für Freitag bis Sonntag eingepflegt sein werden. Andere Apps – etwa die der Deutschen Bahn – bilden kurzfristige Änderungen nicht zuverlässig ab. Die Stadtwerke empfehlen, bei der Verbindungssuche auch alternative Haltestellen oder Start-/Zielpunkte zu prüfen. „Wir wissen, dass die Situation für viele Menschen belastend ist, und bitten um Verständnis. Auch auf den Linien, die fahren, kann es zu Verspätungen und hoher Auslastung kommen“, erklärt Jan Koch.
Alle anderen Bereiche der Stadtwerke arbeiten wie gewohnt: Verwaltung, Parkeinrichtungen, Lohengrin Therme, Stadtbad, Kundencenter Energie & Wasser sowie die Energie- und Wasserversorgung sind nicht vom Streik betroffen. Das Kundencenter Verkehr an der ZOH ist am Freitag bis 14 Uhr geöffnet – danach muss es geschlossen bleiben.
Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Rützel hofft auf eine baldige Lösung im Tarifkonflikt: „Unser Unternehmen und unsere Fahrgäste wurden bereits an sechs Tagen durch die Gewerkschaft bestreikt, und nun kommen drei weitere hinzu. Jeder zusätzliche Ausfall trifft die Menschen in Bayreuth, die auf den Bus angewiesen sind. Eine zügige Einigung im Tarifkonflikt wäre im Interesse aller.“ Gleichzeitig betont er, dass die Stadtwerke sowohl die Leistung der Beschäftigten schätzen als auch die Notwendigkeit attraktiver Arbeitsbedingungen sehen: „Unsere Mitarbeitenden leisten hervorragende Arbeit, und Verbesserungen sind grundsätzlich richtig. Sie müssen jedoch in einem Rahmen erfolgen, der für die Verkehrsunternehmen noch tragbar ist.“
Die unveränderten Forderungen der Gewerkschaft bereiten ihm große Sorgen: „Würden sie vollständig umgesetzt, würden unsere Personalkosten im Verkehrsbetrieb um rund 25 Prozent steigen – das wären etwa 1,5 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr. Unser ohnehin bestehendes Defizit von derzeit etwa 4 Millionen Euro würde auf 5,5 Millionen anwachsen. Das ist für uns schlicht nicht finanzierbar. Diese Zahlen müssen in den Verhandlungen berücksichtigt werden, denn es geht auch um die Zukunft eines funktionierenden ÖPNV in Bayreuth.“