Veröffentlicht am 18.03.2026 19:22

BBC empfängt das aktuell heißeste Team der ProA

KeVaughn Allen (am Ball) war im Hinspiel in Gießen (Bild) Topscorer des BBC Bayreuth. (Foto: GIESSEN 46ers/Hendrik Bildat)
KeVaughn Allen (am Ball) war im Hinspiel in Gießen (Bild) Topscorer des BBC Bayreuth. (Foto: GIESSEN 46ers/Hendrik Bildat)
KeVaughn Allen (am Ball) war im Hinspiel in Gießen (Bild) Topscorer des BBC Bayreuth. (Foto: GIESSEN 46ers/Hendrik Bildat)
KeVaughn Allen (am Ball) war im Hinspiel in Gießen (Bild) Topscorer des BBC Bayreuth. (Foto: GIESSEN 46ers/Hendrik Bildat)
KeVaughn Allen (am Ball) war im Hinspiel in Gießen (Bild) Topscorer des BBC Bayreuth. (Foto: GIESSEN 46ers/Hendrik Bildat)

Mit den GIESSEN 46ers empfängt der BBC Bayreuth im Rahmen des 28. Spieltages der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA am Samstag, 21. März, um 19 Uhr ein seit sechs Spielen ungeschlagenes Team, das sich mittlerweile als Tabellen-Sechster deutlich auf Playoff-Kurs befindet.

Gegner GIESSEN 46ers im Portrait

Das Traditionsteam aus Mittelhessen, das in seiner Historie insgesamt fünf deutsche Meisterschaften vorweisen kann, hat sich nach dem jeweils knappen Scheitern in den vergangenen drei Spielzeiten den Wiederaufstieg in die BBL als Saisonziel gesetzt. Die GIESSEN 46ers brauchten allerdings lange, um in die Saison zu finden. Nach zuletzt sechs Siegen in Folge gegen Tübingen, in Wolmirstedt, gegen Nürnberg, Paderborn, in Göttingen und zuletzt am vergangenen Samstag deutlich mit 111:89 in eigener Halle gegen die Bozic Estriche Knights Kirchheim, haben sich die 46ers mittlerweile aber auf Tabellenplatz sechs nach vorne gekämpft und verfügen mittlerweile über vier Siege Vorsprung auf Nicht-Playoff-Rang neun.

Die Partie des aktuell „heißesten Teams der ProA“ gegen Kirchheim zeitigte einen überragenden und zu keiner Zeit gefährdeten Sieg, der schon nach 15 Minuten beim Stand von 52:27 (Halbzeit 66:41) deutlich absehbar war. Den Gießener Coach „Frenki“ Ignjatovic erfüllte der letztliche 111:89-Erfolg mit großem Stolz: „Die Partie war praktisch schon zur Halbzeit entschieden. Wahrscheinlich werden wir auch in dieser Saison noch Spiele verlieren, wir sollten aber jetzt erstmal das Momentum genießen“. Mannschaftskapitän Robert Benzing ergänzte: „Von Anfang an haben wir die Partie kontrolliert, haben bärenstark gereboundet und endlich auch überragend getroffen“.

Das Team der 46ers verfügt über einen gewachsenen Mannschaftskern, der aus der vergangenen Saison zusammengehalten werden konnte. Allen voran fällt daraus bislang US-Shooting-Guard Kyle Castlin (29) auf, der bis dato mit im Schnitt 17,2 Punkten Topscorer und mit durchschnittlich 5,8 abgegriffenen Bällen zweitbester Rebounder des Teams ist. Seine Dreierquote ist mit 40 Prozent beachtenswert. Fester und hocherfahrener Rückhalt des Teams ist Mannschaftskapitän Robin Benzing. Der 37-jährige Small Forward und 167-fache Nationalspieler kommt aktuell auf im Schnitt 12,2 Punkte und 2,5 Rebounds.

Vor allem auf der Position des Point Guards war es für die Gießener in dieser Saison problematisch. Der 32-jährige Slowake Simon Krajcovic (6,9 Punkte und 3,5 Rebounds im Schnitt) kann aktuell noch nicht an seine Leistungen aus den vergangenen beiden Spielzeiten anknüpfen. Gegen Kirchheim spielte Krajcovic trotz einer schmerzhaften Hüftprellung aus dem Spiel in Göttingen dank Tabletten und Spritzen. Martin Junakovic verletzte sich bereits nach sechs Partien in der Hinrunde. Dessen Nachfolger Devon Goodman (durchschnittlich 7,1 Zähler in 14 absolvierten Partien) fällt ebenfalls verletzt aus und so schlug man nochmal auf der Aufbauposition zu. Mit Adnan Arslanagic stieß ein erfahrener Playmaker zu den 46ers, der in dieser Saison auch schon im FIBA Europe Cup auf dem Parkett stand und 20 Punkte gegen die Löwen aus Braunschweig auflegte. Zuletzt spielte der 28-Jährige in Bosnien, wo er auch für das Nationalteam aktiv ist. In der jüngsten Länderspielpause kam er bei den beiden Siegen gegen die Schweiz zum Einsatz. In bisher vier absolvierten Partien für die 46ers scorte Arslanagic im Schnitt neun Punkte, verteilte 5,5 Assists und griff 2,8 Bälle ab.

Der 25-jährige kanadische Point-Guard Aiden Warnholtz hat aktuell 8,2 Punkte und 3,0 Rebounds auf dem Scoreboard stehen. Bester Rebounder des Teams ist derzeit der zu Jahresbeginn nachverpflichtete 26-jährige Serbe Viktor Kovacevic, der bereits in der Saison 2024/25 für Gießen auf dem Parkett stand und jetzt nach einem zwischenzeitlichen Engagement bei Slovan Bratislava in der Slowakei zu den Mittelhessen zurückkehrte. In bislang neun absolvierten Partien griff er im Schnitt 6,9 Rebounds ab und warf 10,7 Zähler. Der 33-jährige Center-Routinier Jonathan Maier hat im Schnitt 4,9 Rebounds und 5,5 Punkte auf dem Konto, allerdings lediglich bei gut 13:22 Minuten Einsatzzeit je Partie.

Reichlich Profierfahrung brachte der neuverpflichtete kroatische BigMan Domagoj Vukovic mit nach Gießen. Der 32-Jährige kam vom kroatischen Playoff-Halbfinalisten KK Cibona Zagreb, fiel aber nach elf Spielen verletzt aus (6,2 Punkte/3,1 Rebounds). Point Guard Daniel Norl kam aus Bremerhaven nach Gießen. Der 31-jährige Routinier traf bislang im Schnitt 5,5 Punkte und griff 1,8 Rebounds ab. Center Till Gloger (32, 8,6 Punkte/3,1 Rebounds) war vor seinem Wechsel nach Hessen zuletzt fünf Jahre bei den Rostock Seawolves und im Sommer drei Monate in Neuseeland bei den Franklin Bulls aktiv. Zum festen Stamm des Teams gehören ferner der 28-jährige Shooting Guard Luis König Figge (6,5 Zähler/2,9 Rebounds) und der 32-jährige Shooting Guard Roland Nyama (1,3 Punkte/0,7 Rebounds).

Im Hinspiel in Gießen musste der BBC Bayreuth im Rahmen des 12. Spieltages der ProA am 14. Dezember 2025 trotz einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit eine 84:95 (37:51)-Auswärtsniederlage hinnehmen. Anfangs lag man schnell mit 0:12 zurück und rannte dem Rückstand die ganze Partie über hinterher. KeVaughn Allen war in der Partie, in der auch Center Willem Brandwijk seinen Einstand für Bayreuth gab, mit 18 Zählern Topscorer. Nach zwei Siegen aus den jüngsten drei in Serie absolvierten Auswärtspartien, zuletzt einem 78:72-Erfolg trotz vier ausgefallener deutscher Akteure bei den PS Karlsruhe Lions am vergangenen Samstag, wollen die Bayreuther, die als Tabellen-13. aktuell elf Siege nach 27 Partien auf dem Konto haben, auch gegen Gießen überzeugen.

Trainerstimme BBC-Headcoach Lukas Hofer:

„Ich glaube, mit den kommenden Spielen warten jetzt absolute Topteams auf uns, Gießen ist sicher eines davon. Ich glaube, sie haben gegen Kirchheim gezeigt, was für ein Potential und was für eine Qualität sie in der Mannschaft haben. Es wird auf jeden Fall unsere Aufgabe sein, dass wir sie nicht ins Spiel kommen lassen, sondern dass wir von Anfang an dem Spiel unseren Stempel aufdrücken wollen - mit aggressiver Defense. Ich glaube, dass es vor allem gilt, Kyle Castlin und Robin Benzing aus dem Spiel zu nehmen. Aber sie haben trotzdem noch wahnsinnig viel Qualität auf den anderen Positionen. Offensiv heißt es für uns, ihre Schwachstellen zu attackieren und dann wieder mehr zu versuchen, den Ball zu bewegen. Wir haben immer noch große Personalprobleme auf den deutschen Positionen und müssen versuchen, irgendwie damit umzugehen.”

Aus der Historie

Zwischen den Traditionsstandorten Bayreuth und Gießen gab es in der Historie insgesamt 88 Pflichtspiele, davon 76 in der BBL (von 1976 bis 1999 und 2010 bis 2022, außer 2013/14 und 2014/15), fünf in der Pro A (2023-2025), fünf Spiele im DBB-Pokal und zwei im nur 1998/99 ausgetragenen Ligapokal. 50 Siegen (28 Heim- und 22 Auswärtserfolgen) stehen 38 Niederlagen (15 daheim und 23 auswärts) gegenüber.

In der Spielzeit 1981/82 traf man erstmals in einer Meisterschaftsendrunde aufeinander. Bayreuth landete am Ende auf dem fünften Platz knapp vor Gießen auf Rang sechs. In der Saison 1986/87 scheiterte die BG Steiner Optik im Playoff-Viertelfinale um die Meisterschaft mit 0:2 Siegen an Gießen (für die unter anderem Michael Koch auf dem Feld stand). In den Spielzeiten 1987/88 und 1988/89 traf man im Playoff-Viertelfinale erneut aufeinander, Bayreuth (diesmal mit Michael Koch in den eigenen Reigen) konnte jeweils klar mit 2:0 Siegen gewinnen. Da Bayreuth zwischenzeitlich nicht mehr in der BBL vertreten war, spielte man zwischen 1999/00 und 2009/10 nicht mehr gegeneinander, eine Ausnahme bildete das Pokalspiel zwischen Zweitligist Bayreuth und Bundesliga-Urgestein Gießen am 22. November 2006: Bayreuth unterlag vor heimischer Kulisse knapp mit 71:79 (34:36).

In den beiden vergangenen Spielzeiten, in denen beide Mannschaften erstmals in der Pro A aufeinandertrafen, gewann der BBC Bayreuth beide Heimspiele, verlor aber beide Auswärtspartien. Das Hinspiel der laufenden Saison am 14. Dezember 2025 auswärts in Gießen ging für den BBC mit 84:95 (37:51) erneut verloren. Der letzte Bayreuther Auswärtserfolg datiert vom 15. Dezember 2018, als medi bayreuth bei den Giessen 46ers mit 95:90 (51:43) die Oberhand behielt.

Info

Die Partie zwischen dem BBC Bayreuth und den GIESSEN 46ers wird live auf sporteurope.tv übertragen.


Von Roland Schmidt
rs
north