Veröffentlicht am 01.02.2026 12:35

Stadtrat im VdK-Check

V.l.: VdK-Kreisvorsitzender Manuel Brinkmann, Bezirksgeschäftsführerin Andrea Stühler-Holzheimer, Kreisgeschäftsführer Thomas Steinlein, Dr. Stefan Specht (CSU), Thomas Bauske (SPD), Sabine Steiniger (Grüne), Stefan Müller (Bayreuther Gemeinschaft), Christopher Süß (Junges Bayreuth) sowie Luisa Funke-Barjak (FDP/FrauenListe/Die Unabhängigen). (Foto: gmu)
V.l.: VdK-Kreisvorsitzender Manuel Brinkmann, Bezirksgeschäftsführerin Andrea Stühler-Holzheimer, Kreisgeschäftsführer Thomas Steinlein, Dr. Stefan Specht (CSU), Thomas Bauske (SPD), Sabine Steiniger (Grüne), Stefan Müller (Bayreuther Gemeinschaft), Christopher Süß (Junges Bayreuth) sowie Luisa Funke-Barjak (FDP/FrauenListe/Die Unabhängigen). (Foto: gmu)
V.l.: VdK-Kreisvorsitzender Manuel Brinkmann, Bezirksgeschäftsführerin Andrea Stühler-Holzheimer, Kreisgeschäftsführer Thomas Steinlein, Dr. Stefan Specht (CSU), Thomas Bauske (SPD), Sabine Steiniger (Grüne), Stefan Müller (Bayreuther Gemeinschaft), Christopher Süß (Junges Bayreuth) sowie Luisa Funke-Barjak (FDP/FrauenListe/Die Unabhängigen). (Foto: gmu)
V.l.: VdK-Kreisvorsitzender Manuel Brinkmann, Bezirksgeschäftsführerin Andrea Stühler-Holzheimer, Kreisgeschäftsführer Thomas Steinlein, Dr. Stefan Specht (CSU), Thomas Bauske (SPD), Sabine Steiniger (Grüne), Stefan Müller (Bayreuther Gemeinschaft), Christopher Süß (Junges Bayreuth) sowie Luisa Funke-Barjak (FDP/FrauenListe/Die Unabhängigen). (Foto: gmu)
V.l.: VdK-Kreisvorsitzender Manuel Brinkmann, Bezirksgeschäftsführerin Andrea Stühler-Holzheimer, Kreisgeschäftsführer Thomas Steinlein, Dr. Stefan Specht (CSU), Thomas Bauske (SPD), Sabine Steiniger (Grüne), Stefan Müller (Bayreuther Gemeinschaft), Christopher Süß (Junges Bayreuth) sowie Luisa Funke-Barjak (FDP/FrauenListe/Die Unabhängigen). (Foto: gmu)

BAYREUTH.Nicht die Oberbürgermeisterkandidaten, sondern die Fraktionsvorsitzenden des Bayreuther Stadtrats standen bei einer Veranstaltung des VdK-Kreisverbands Bayreuth mit Blick auf die Kommunalwahl im März 2026 im Mittelpunkt. Im Fokus des Abends: jene politischen Akteure, die im Alltag maßgeblich über sozialpolitische Fragen entscheiden. VdK-Kreisvorsitzender Manuel Brinkmann begrüßte die Gäste, moderiert wurde die Diskussion von Gabriele Munzert (Sonntagszeitung/inbayreuth.de).

Auf dem Podium diskutierten Dr. Stefan Specht (CSU), Thomas Bauske (SPD), Sabine Steiniger (Grüne), Stefan Müller (Bayreuther Gemeinschaft), Luisa Funke-Barjak (FDP/FrauenListe/Die Unabhängigen) sowie Christopher Süß (Junges Bayreuth).

Wohnen, Pflege, Lebenshaltungskosten
In der Auftaktrunde benannten die Fraktionen die aus ihrer Sicht drängendsten Herausforderungen: bezahlbarer – und ausdrücklich auch barrierefreier – Wohnraum, steigende Lebenshaltungskosten, fehlende Betreuungs- und Pflegeplätze sowie die wachsende Zahl Pflegebedürftiger. Mehrfach wurde zudem das Thema Einsamkeit angesprochen, das alle Altersgruppen betreffe. Als kommunale Ansatzpunkte nannten die Diskutierenden präventive Angebote für Kinder und Jugendliche, Beratung, Quartiersarbeit sowie niedrigschwellige Treffpunkte.

Barrierefreiheit und Mobilität
Breiten Raum nahm das Thema Barrierefreiheit und Mobilität ein. Diskutiert wurden unter anderem der schrittweise Umbau von Bushaltestellen, abgesenkte Bordsteine, Blindenleitsysteme sowie typische Zielkonflikte – etwa dann, wenn barrierefreie Haltestellen den Autoverkehr ausbremsen. Einigkeit bestand darin, dass Barrierefreiheit nicht an Einzelmaßnahmen hängen dürfe, sondern bei allen Bau- und Sanierungsprojekten konsequent mitzudenken sei. Mehrfach wurde die Bedeutung der Einbindung von Behinderten- und Seniorenbeiräten sowie der Behindertenbeauftragten betont. Als weitere Verbesserungen wurden mehr Sensibilisierung in der Bevölkerung, frühzeitige Bildung zum Thema Barrierefreiheit sowie digitale Meldemöglichkeiten für Hindernisse genannt.

Teilhabe in Kultur und Arbeitswelt
Beim Themenkomplex Kultur, Arbeitsmarkt und Teilhabe wurde Barrierefreiheit weiter gefasst. Neben baulichen Zugängen ging es um bezahlbare Eintrittspreise, inklusive Programmgestaltung und die Möglichkeit, dass Kulturschaffende mit Behinderung selbst auftreten können. Gleichzeitig verwiesen die Diskutierenden auf Grenzen kommunalen Handelns, etwa bei privat betriebenen Gastronomiebetrieben, in denen barrierefreie Zugänge und Toiletten häufig fehlen.

Wohnungsbau zwischen Anspruch und Realität
Beim Thema Wohnen zeigten sich unterschiedliche Einschätzungen. Zwar habe die Stadt Baurecht geschaffen und setze auf städtische sowie genossenschaftliche Akteure wie GEWOG und GBW, doch Förderbedingungen, Baukosten und Marktmechanismen bremsten die Umsetzung. Als mögliche Ansatzpunkte wurden eine Überarbeitung der Wohnungsbaustrategie, sozialverträgliche Mietentwicklungen, eine verlässliche Sozialquote sowie neue Wohnformen genannt – von Mehrgenerationenmodellen über Quartierskonzepte bis hin zu „Wohnen für Hilfe“. Zugleich wurde eingeräumt, dass solche Modelle oft an Vorbehalten scheitern und Beratung sowie Vermittlung an Bedeutung gewinnen.

Pflege und Gesundheit
Im Block Pflege und Gesundheit war der Tenor eindeutig: Die Kommune kann nicht alles finanzieren, aber sie kann Strukturen stärken – vor allem durch Beratung, Information und Vernetzung. Der Pflegestützpunkt wurde als zentrale Anlaufstelle hervorgehoben, ebenso Initiativen, die ehrenamtliches Engagement und professionelle Angebote zusammenführen. Wiederkehrendes Motiv war die Überlastung pflegender Angehöriger, die schneller Orientierung, Entlastung und bessere Informationen über bestehende Angebote benötigen.

Gemeinsame Ziele, offene Umsetzung
Zum Abschluss formulierten die Fraktionsvorsitzenden ihre Zukunftsbilder: eine altersgerechte, barrierefreie Stadt mit lebendigen Quartieren, sanierten Schulen, soliden Finanzen und einem respektvolleren Miteinander. Aus dem Publikum kamen konkrete Forderungen, darunter eine modernere und besser erreichbare Bürgerbegegnungsstätte sowie längere Öffnungszeiten öffentlicher Toiletten. Auch ein Sozialticket beziehungsweise günstigere ÖPNV-Tarife wurden diskutiert – verbunden mit dem Hinweis, dass Tarifentscheidungen teilweise im Verkehrsverbund getroffen werden und kommunale Spielräume begrenzt sind.

Als Fazit des Abends blieb festzuhalten: Viele Ziele werden parteiübergreifend geteilt. Entscheidend wird sein, ob daraus im nächsten Stadtrat konkrete und messbare Schritte folgen.


Von Gabriele Munzert
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