Veröffentlicht am 30.01.2026 23:00

onesto Tigers stoßen den Bock furios um

Kyle Bollers und Aidan Brown (von rechts) waren die tragenden Säulen der onesto Tigers Bayreuth beim heutigen Sieg gegen den EC Peiting. (Foto: Dirk Ellmer)
Kyle Bollers und Aidan Brown (von rechts) waren die tragenden Säulen der onesto Tigers Bayreuth beim heutigen Sieg gegen den EC Peiting. (Foto: Dirk Ellmer)
Kyle Bollers und Aidan Brown (von rechts) waren die tragenden Säulen der onesto Tigers Bayreuth beim heutigen Sieg gegen den EC Peiting. (Foto: Dirk Ellmer)
Kyle Bollers und Aidan Brown (von rechts) waren die tragenden Säulen der onesto Tigers Bayreuth beim heutigen Sieg gegen den EC Peiting. (Foto: Dirk Ellmer)
Kyle Bollers und Aidan Brown (von rechts) waren die tragenden Säulen der onesto Tigers Bayreuth beim heutigen Sieg gegen den EC Peiting. (Foto: Dirk Ellmer)

Was für eine furiose Schlussphase: Mit vier Toren in knapp sechseinhalb Minuten drehten die onesto Tigers Bayreuth heute Abend nicht nur das Heimspiel in der Oberliga Süd gegen den EC Peiting, sondern stießen nach der jüngsten Misserfolgsserie endlich den Bock um. Am Ende durften die 984 Zuschauer einen 6:3 (0:1,1:1,5:1)-Heimsieg bejubeln, der die Tigers auf den siebten Tabellenplatz nach vorne bringt.

Die in 15 der vergangenen 18 Partien sieglosen onesto Tigers mussten beim Duell mit dem vor der Partie punktgleichen Tabellennachbar aus Oberbayern nach dem verkündeten Karriereende auf Kontingentstürmer Alex Barber und die verletzten Lennard Habeck und Jesper Müllejans verzichten. Für den verletzten Stammgoalie Maximilian Meier stand Förderlizenzgoalie Conner McLeod im Bayreuther Kasten.

Die erste Großchance der Begegnung hatten die Gäste in der 7. Minute: Nach einem Abwehrfehler der Tigers konnte David Diebolder alleine auf Tigers-Goalie Conner McLeod zulaufen, der den Schuss letztlich mit einer Glanzparade klärte. In der 10. Minute machte es Carson Brière für Peiting dann besser: Der amerikanische Kontingentstürmer setzte sich gegen Michal Spacek durch und traf ins rechte Eck des Bayreuther Tores zum 1:0 für die Gäste.

Die Peitinger machten in den ersten 20 Minuten das Spiel und zeigten sich passsicherer als die onesto Tigers. Somit ging es mit der verdienten 1:0-Führung der Oberbayern in die erste Drittelpause.

Anfangs des zweiten Abschnitts dauerte es nur 19 Sekunden: Peiting überspielte die offensichtlich mental noch in der Kabine befindlichen Tigers schnell und Carson MacKinnon hatte keine Mühe, Goalie Conner McLeod zum 2:0 für die Gäste zu überwinden (21.). Kurz darauf gab es eine Fünf-Minuten-Strafe gegen den Peitinger Lukas Gohlke nach einem Check gegen Tim Zimmermann. Die Bayreuther Überzahl dauerte jedoch vorerst nur 19 Sekunden, dann musste auch Michal Spacek, der einen Peitinger Konter unfair stoppte, für zwei Minuten in die Kühlbox.

Im Vier-gegen-Vier gab es die nächste Großchance für Gästestürmer Carson Brière, Jan Hammerbauer musste für die Tigers kurz vor der Torlinie klären. Schließlich nutzten die Tigers aber doch noch die verbleibende, knapp dreiminütige Überzahl: ECP-Goalie Tommi Steffen ließ einen Schuss von Michal Spacek prallen und Aidan Brown stand goldrichtig und markierte im Nachsetzen den 1:2-Anschlusstreffer (27.). Kurz darauf vergaben Aidan Brown und Kyle Bollers zwei gute Möglichkeit zum Ausgleich (28./29.).

In der Folge überstanden die Bayreuther zwei Strafzeiten gegen Florian Lüsch und Ondrej Nedved unbeschadet. Die Gastgeber waren jetzt deutlich besser in der Partie. Mit ihren vielen Strafzeiten, auch Dominik Piskor musste in der 37. Minute in die Kühlbox, stellten sich die Tigers aber selbst ein Bein. Zwei Minuten später scheiterte der von Kyle Bollers in Szene gesetzte Sam Verelst alleine vor Gästegoalie Tommi Steffen (39.). Letztlich ging es mit dem knappen 2:1-Gästevorsprung in die zweite Drittelpause.

Im Schlussabschnitt verhinderte Tommi Steffen in der 43. Minute bei einer weiteren guten Möglichkeit von Aidan Brown den Ausgleich. Diese fiel dann schließlich in der 47. Minute, Dominik Piskor legte die Scheibe zurück auf Jan Niklas Pietsch und der vollendete mit einem Handgelenkschuss zum 2:2. Wer jetzt dachte, Bayreuth würde das Spiel drehen können, sah sich zunächst getäuscht, denn in der 54. Minute schlug Peiting zurück: Tigers-Goalie Conner McLeod ließ einen Schuss von Carson Brière prallen und Carson MacKinnon staubte eiskalt zum 3:2 für die Gäste ab.

Die Tigers bewiesen aber Moral und reagierten bereits 23 Sekunden später: Nach Vorarbeit von Kyle Bollers traf Sam Verelst aus dem Slot zum 3:3-Ausgleich (54.). Die Stimmung der Fans stieg jetzt im Tigerkäfig und in der Schlussphase wurden die Bayreuther doch noch belohnt: In der 57. Minute versuchte erst Michal Spacek sein Glück, den Schuss konnte Tommi Steffen nur prallen lassen und Kyle Bollers staubte zum 4:3 für die onesto Tigers ab. Die Bayreuther spielten jetzt wie im Rausch und nur eine gute Minute später versenkte Dominik Piskor nach Zuspiel von Kyle Bollers den Puck zum 5:3 im Peitinger Tor (58.).

Die Gäste nahmen jetzt ihren Goalie zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Diese Aktion ging jedoch nach hinten los, 73 Sekunden vor Schluss traf Kyle Bollers nach einer Scheibeneroberung zum 6:3-Endstand ins leere Peitinger Tor. Die Bayreuther hatten innerhalb von knapp sechseinhalb Minuten vier Tore erzielt, das Spiel gedreht und den „Tigerkäfig“ in ein Tollhaus verwandelt. Das Team durfte sich in der Fankurve hochverdient feiern lassen.

Nach dem Sieg haben die onesto Tigers jetzt 54 Punkte nach 43 Partien auf dem Konto und rücken auf Tabellenplatz sieben nach vorne, der nach der Insolvenzanmeldung der Heilbronner Falken für die direkte Playoff-Qualifikation reichen würde. Am Sonntag, 1. Februar, geht es für die onesto Tigers um 17.30 Uhr mit einem weiteren Schlüsselspiel bei einem direkten Konkurrenten um die Playoffs, den Stuttgart Rebels, weiter. Die Stuttgarter gewannen heute Abend das Derby bei den im Insolvenzverfahren befindlichen Heilbronner Falken mit 7:2. Die Tigers dürften die Partie hoffentlich mit einem gesteigerten Selbstvertrauen nach dem heutigen Sieg angehen.


Von Roland Schmidt
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