Vollen Einsatz gezeigt und alles reingehauen, aber letztlich reichte es für die onesto Tigers Bayreuth heute Abend in der Oberliga Süd im Oberfrankenderby gegen die Selber Wölfe nicht ganz: Mit 4:3 (2:1,1:0,1:2) behielte die Gäste aus Hochfranken vor 3.389 Zuschauern im „Tigerkäfig“ die Oberhand.
Die onesto Tigers starteten ins Oberfrankenderby im Vergleich zum Sieg am Dienstag gegen Höchstadt ohne die aus Weiden kommenden Förderlizenzspieler Goalie Conner McLeod und Stürmer Tom Schwarz sowie den beim EHC in den Landesliga-Playoffs benötigten Jérémy Boulanger. Im Tor der Tigers stand Daniel Arendas.
Nach couragiertem Beginn der Tigers gingen die Gäste in der 5. Minute mit 1:0 in Führung: Nach einem Steckpass von Tom Pauker traf Niko Lahtinen zum 1:0 für die Wölfe. Kurz darauf gerieten die Bayreuther nach Strafen gegen Lars Stelzmann und Aidan Brown in doppelte Unterzahl. Richard Gelke nutzte das Powerplay nach Vorarbeit von Niko Lahtinen und Lois Spitzner zur 2:0-Führung für Selb (7.).
In der 13. Minute schlugen die Tigers dann zurück: Nach einem herrlichen Pass von Kyle Bollers zog Aidan Brown ab und beförderte den Puck durch die Lücke zwischen dem Torpfosten und dem Blocker des Selber Goalies Michel Weidekamp zum 1:2-Anschlusstreffer ins Gästetor. Im Bayreuther Powerplay nach einer Selber Strafzeit in der 15. Minute hatten die Tigers die Großchance zum Ausgleich, Gästespieler Kende Kassay-Kezi konnte die Scheibe aber gerade noch von der Torlinie wischen und klären. Mit der 2:1-Führung für Selb ging es schließlich auch in die erste Drittelpause.
In der 24. Minute stellten die Wölfe den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her, Thomas Gauch überwand Goalie Arendas zum 3:1 für die Gäste. Die Bayreuther kämpften aber weiterhin mit viel Energie. Michal Spacek, Leon Bauhof und Jan Hammerbauer scheiterten kurz hintereinander (26./27.). In der 33. Minute hatte Michal Spacek das 2:3 auf dem Schläger, traf aber nur den Innenpfosten des Selber Tores.
Die Tigers hatten die Partie in dieser Phase fest im Griff. In der 33. Minute brachte Michal Spacek dann aber Niko Lahtinen regelwidrig bei einem Angriff zu Fall, es gab Penalty für Selb. Lahtinen trat an, scheiterte aber an Daniel Arendas. Eine Minute vor Ende des zweiten Abschnitts verzog Marcel Tabert aus spitzem Winkel vor dem leeren Tigers-Tor. Somit ging es mit dem 3:1-Vorsprung der Wölfe in den Schlussabschnitt.
Nur 36 Sekunden nach Beginn des dritten Drittels traf der Selber Erik Nemec mit einem Handgelenkschuss unter die Latte des Bayreuther Tores zum 4:1 für die Gäste (41.). Die Tigers gaben sich jedoch nicht geschlagen und verkürzten in der 43. Minute durch Jan Hammerbauer nach einem Querpass von Aidan Brown aus dem Slot zum 2:4.
Die Bayreuther warfen weiter alles rein, die Kraft schien jedoch allmählich zur Neige zu gehen. In der 57. Minute nahm onesto Tigers-Headcoach Larry Suarez eine Auszeit und nahm Goalie Daniel Arendas zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Diese Aktion war erfolgreich, 155 Sekunden vor Schluss traf Dominik Piskor aus dem Getümmel vor dem Selber Tor zum 3:4 (58.) und machte die Partie noch einmal ganz spannend. Der Ausgleich wollte jedoch letztlich nicht mehr gelingen, Selb gewann das Oberfrankenderby mit 4:3. Die Bayreuther konnten aber stolz auf die gezeigte Leistung sein.
Die onesto Tigers haben jetzt nach 50 Spielen weiterhin 57 Punkte auf dem Konto und stehen auf Rang neun, einen Punkt vor Höchstadt, drei Zähler vor Stuttgart und vier Punkte vor dem SC Riessersee auf dem ersten Nicht-Pre-Playoff-Platz. Am Sonntag, 20. Februar, um 15.30 Uhr gastieren die onesto Tigers am vorletzten Spieltag der Hauptrunde beim Tabellendritten Tölzer Löwen, bevor zum Abschluss der Vorrunde am Freitag, 27. Februar, um 20 Uhr der SC Deggendorf im „Tigerkäfig“ gastiert.