Veröffentlicht am 09.01.2026 11:35

Sauerteig, Mut und frische Ideen

V.l.: Sven Küfner und Marco Frank übernehmen ab Mitte Januar die Traditionsbäckerei Wagner in Bindlach.  (Foto: jm)
V.l.: Sven Küfner und Marco Frank übernehmen ab Mitte Januar die Traditionsbäckerei Wagner in Bindlach. (Foto: jm)
V.l.: Sven Küfner und Marco Frank übernehmen ab Mitte Januar die Traditionsbäckerei Wagner in Bindlach. (Foto: jm)
V.l.: Sven Küfner und Marco Frank übernehmen ab Mitte Januar die Traditionsbäckerei Wagner in Bindlach. (Foto: jm)
V.l.: Sven Küfner und Marco Frank übernehmen ab Mitte Januar die Traditionsbäckerei Wagner in Bindlach. (Foto: jm)

In Bindlach bekommt die traditionsreiche Bäckerei Wagner von Thomas Wagner, in der Steigstraße 10, ab Mitte Januar 2026 ein neues Gesicht. Marco Frank und Sven Küfner verbinden hier Handwerk, Leidenschaft und moderne Backkunst, zu einem frischen Konzept rund um Sauerteig.

Marco Frank kommt ursprünglich aus dem Schwarzwald. Zum Studium zog er nach Bayreuth. Dort machte er seinen Bachelor und Master in Volkswirtschaft. Anschließend arbeitete er fünf Jahre an der Universität und promovierte. Während dieser Zeit entdeckte er seine Leidenschaft fürs Backen. „Ich habe angefangen zu backen und schon bald mit eigenem Sauerteig gearbeitet. Zunächst zu Hause, und schnell wurde mir klar, dass mir das Backen liegt“, erzählt Marco Frank. Praktika in zwei Bäckereien bestätigten sein Interesse. „Dabei merkte ich, dass mir das Backen sogar mehr Spaß macht als die Arbeit an der Uni. Daraufhin habe ich eine Ausbildung zum Bäcker begonnen. Mein Ziel war es immer, irgendwann eine eigene Bäckerei zu eröffnen“, sagt Frank.

Ab Mitte Januar 2026 übernehmen Marco Frank und sein Mann Sven Küfner nun die ehemalige Bäckerei von Thomas Wagner in Bindlach.

Sven Küfner kommt nicht aus dem Bäckerhandwerk. Er arbeitete lange als Produktionsleiter bei der Adolf Riedel GmbH. Nun aber entschied er sich, gemeinsam mit Marco Frank, ein neues Projekt zu starten. „Von 2007 bis vor Kurzem war ich als Produktionsleiter tätig, bevor ich mich entschied die eigene Bäckerei zu eröffnen“, berichtet Sven Küfner.

Die Bäckerei kann in diesem Jahr auf 65 Jahre Bestehen zurückblicken. Die neuen Betreiber planen, den Laden zu modernisieren und kleine neue Akzente zu setzen. Gleichzeitig soll das eingespielte Personal weiterarbeiten.

Die Verbindung zu Thomas Wagner entstand über gemeinsame Bekannte. Irgendwann kam der Hinweis, dass Wagners Sohn die Bäckerei nicht übernehmen möchte. Ein erstes Treffen verlief sofort sympathisch. Schnell stand der Entschluss fest, die Bäckerei zu übernehmen. Für beide Seiten ein Gewinn: Wagner fand einen Nachfolger, Frank und Küfner verwirklichten ihren Traum von der eigenen Bäckerei.

Für die Neueröffnung am 15. Januar sind Veränderungen im Sortiment geplant. Die Philosophie soll stärker auf Sauerteig basieren und lange Teigführung eingesetzt werden. „Der Teig fermentiert länger, dadurch entstehen mehr Geschmacksstoffe. Die Backwaren werden bekömmlicher, aromatischer und halten länger frisch“, erklärt Marco Frank. Ziel ist es, ganz auf Hefe zu verzichten und ausschließlich Sauerteigbrote anzubieten – ein Trend, der derzeit sehr beliebt ist, vor allem auf Social Media.

Die Bäckerei wird in „Steigbäckerei“ umbenannt. So soll der Name des Bindlacher Viertels aufgegriffen werden. „Wir spielen auch mit dem Wort ‚Sauerteig‘ und haben eine kreative Idee gefunden, die auf den Sauerteig und die lokale Verwurzelung anspielt“, verrät Marco Frank schmunzelnd.

„Einige Lieblingsstücke werden verschwinden, aber wir bieten Alternativen an. Anfangs wird es viel zum Probieren geben, damit die Kunden neue Favoriten entdecken“, sagt Sven Küfner.
Das Team besteht aus zwei Verkäuferinnen und drei Bäckern in der Backstube, darunter eine junge Konditorin. „Der Bäckerberuf ist anspruchsvoll. Fachkräftemangel und wirtschaftliche Herausforderungen machen es nicht einfacher. Umso wertvoller ist ein motiviertes Team, das die Backkunst und den Kundenservice repräsentiert“, betont Sven Küfner.


Von Jessica Mohr
jm
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