Veröffentlicht am 29.08.2025 11:19

Helden, Herzen, Hinterhalte

Am Freitag, 05. September, um 17 Uhr findet ein Künstlergespräch mit Max Emanuel Cencic Steingraeber Kammermusiksaal, Steingraeberpassage, statt. In einem Gespräch zu seiner Neuinszenierung von Francesco Cavallis Pompeo Magno verrät Regisseur und künstlerischer Leiter von Bayreuth Baroque Hintergründe zur Oper und zur Entstehung der Inszenierung. Moderation: Dr. David Treffinger. Eintritt frei für Karteninhaber (Foto: red )
Am Freitag, 05. September, um 17 Uhr findet ein Künstlergespräch mit Max Emanuel Cencic Steingraeber Kammermusiksaal, Steingraeberpassage, statt. In einem Gespräch zu seiner Neuinszenierung von Francesco Cavallis Pompeo Magno verrät Regisseur und künstlerischer Leiter von Bayreuth Baroque Hintergründe zur Oper und zur Entstehung der Inszenierung. Moderation: Dr. David Treffinger. Eintritt frei für Karteninhaber (Foto: red )
Am Freitag, 05. September, um 17 Uhr findet ein Künstlergespräch mit Max Emanuel Cencic Steingraeber Kammermusiksaal, Steingraeberpassage, statt. In einem Gespräch zu seiner Neuinszenierung von Francesco Cavallis Pompeo Magno verrät Regisseur und künstlerischer Leiter von Bayreuth Baroque Hintergründe zur Oper und zur Entstehung der Inszenierung. Moderation: Dr. David Treffinger. Eintritt frei für Karteninhaber (Foto: red )
Am Freitag, 05. September, um 17 Uhr findet ein Künstlergespräch mit Max Emanuel Cencic Steingraeber Kammermusiksaal, Steingraeberpassage, statt. In einem Gespräch zu seiner Neuinszenierung von Francesco Cavallis Pompeo Magno verrät Regisseur und künstlerischer Leiter von Bayreuth Baroque Hintergründe zur Oper und zur Entstehung der Inszenierung. Moderation: Dr. David Treffinger. Eintritt frei für Karteninhaber (Foto: red )
Am Freitag, 05. September, um 17 Uhr findet ein Künstlergespräch mit Max Emanuel Cencic Steingraeber Kammermusiksaal, Steingraeberpassage, statt. In einem Gespräch zu seiner Neuinszenierung von Francesco Cavallis Pompeo Magno verrät Regisseur und künstlerischer Leiter von Bayreuth Baroque Hintergründe zur Oper und zur Entstehung der Inszenierung. Moderation: Dr. David Treffinger. Eintritt frei für Karteninhaber (Foto: red )

Bayreuth hat seine Wagner-Festspiele – und seit einigen Jahren auch Barockfestspiele. Mit Bayreuth Baroque Opera Festival ist in Rekordzeit ein internationales Aushängeschild entstanden, das Liebhaber und Kenner der Alten Musik aus aller Welt in das Markgräfliche Opernhaus lockt. Hinter alldem steht Max Emanuel Cencic, Countertenor, Regisseur, Produzent, längst selbst zur Marke geworden.

Er prägt das Festival nicht nur organisatorisch, sondern auch künstlerisch. In diesem Jahr übernimmt er mit Cavallis Pompeo Magno gleich eine Dreifachrolle: als künstlerischer Leiter, als Regisseur – und als Interpret des Titelhelden.

Ein Gespräch mit einem Mann, der Bayreuth auf die internationale Barock-Landkarte gesetzt hat.

Herr Cencic, Bayreuth Baroque startet in diesem Jahr in seine sechste Ausgabe – mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die diesjährige Eröffnung?
Max Cencic: Ich freue mich sehr, dieses Jahr eine venezianische Karnevalsoper auf die Bühne zu bringen. Es ist nicht nur ein Stück, das seit 1666 nicht gespielt wurde, daher eine absolute Rarität und ein musiktheatralischer Genuss, aufzuführen.

Sie eröffnen das Festival mit „Pompeo Magno“ von Francesco Cavalli – warum fiel die Wahl gerade auf dieses Werk?
Max Cencic: Wie jedes Jahr widmet sich Bayreuth Baroque vergessenen Opern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Mein Konzept war es von Anfang an, die Verbindung von Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus als Museum und Opern, die aus den Archiven gehoben werden, herzustellen, und damit dem Publikum ein einmaliges Erlebnis zu bieten. Es ist ein Kultur- und Bildungskonzept, das weltweit nur wenig Konkurrenz hat.

Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich, wenn man eine barocke Oper für ein heutiges Publikum neu interpretiert?
Max Cencic: Die Herausforderung besteht immer im Kontext der Opern, die aus einer Zeit stammen, in der soziale und ökonomische Hintergründe ganz anders waren als heute. Es ist wichtig, solche Opern in die Gegenwart zu übersetzen, da sie oft interessante Einsichten in die Kulturgeschichte bieten. Die Unterhaltung soll dabei auch nicht zu kurz kommen. Dies war auch damals der Sinn der Opern.

Das Markgräfliche Opernhaus ist selbst ein „Instrument“ – wie beeinflusst dieser historische Raum Ihre künstlerischen Entscheidungen?
Max Cencic: Das Markgräfliche Opernhaus hat einen absoluten Glamour und meine Opernproduktionen müssen mit diesem Glamour mithalten.

Welche langfristige Vision verfolgen Sie für Bayreuth Baroque – was möchten Sie anstoßen?
Max Cencic: Ich habe immer betont, dass ich eine Expansion von Bayreuth Baroque verfolge und dies passiert jedes Jahr. Langsam und Schritt für Schritt, aber wir expandieren. Wir freuen uns, nächstes Jahr im neuen Friedrichsforum zu veranstalten. Dazu wird es im Dezember – zu unserer Präsentation der Saison 2026 – mehr Neuigkeiten geben!

Viele Barockopern dauern vier bis fünf Stunden. Warum halten Sie an vollständigen Aufführungen fest, anstatt stärker auf heutige Rezeptionsgewohnheiten zu reagieren?
Max Cencic: Wenn ein Libretto gut ist und Sinn ergibt, dann kürze ich es nicht. Bislang hat sich noch niemand über zu lange Aufführungen beschwert. Im Gegenteil! Alle meinten, die Opern wären kurzweilig und man hätte gerne noch länger zugeschaut und zugehört. Es gibt auch kleinere Passagen, die ich streiche, wenn es um Wiederholungen oder Verwirrungen im Text geht. Bisher aber hält sich das sehr in Grenzen.

Wie wollen Sie jüngere Generationen für Barockoper gewinnen – jenseits von Streaming und Social Media?
Max Cencic: Jüngere Generationen für Oper zu gewinnen, ist eine sozialpädagogische Arbeit. Sozialpädagogische Arbeit wird von ausgebildeten Personen geleitet und bedarf einer Finanzierung und klarer Projekte. Für solche Projekte haben Opernhäuser und Theater, die mehrstellige Millionen als Subventionen bekommen, genügend Mittel und Personal! Über solche Mittel verfüge ich nicht. Unsere Übertragungen sind im TV und im Internet aller Welt zugänglich . Interessierte können unsere Opern und Konzerte kostenlos mitverfolgen. Wir erreichen jährlich über hundert Millionen Haushalte weltweit und unsere Opern und Konzerte werden fast 200-mal im Jahr wiederholt ausgestrahlt.

Ein Satz an das Bayreuther Publikum?
Max Cencic: Das Markgräfliche Opernhaus wurde für die Hochzeit der Tochter von Wilhelmine gebaut, aber die Größe und Pracht des Hauses sowie vor allem die danach folgenden Jahre, in denen Wilhelmine verschiedene Opernsaisons mit Weltstars plante, sind für mich ein Beweis dafür, dass dieses Haus eigentlich als Bayreuther Kulturinstitution konzipiert war. Diese Tradition gilt es weiterzuführen, und ich freue mich, dass wir jedes Jahr diese wichtige Unterstützung der Bayreutherinnen und Bayreuther haben, denn es ist ihr Opernhaus, welches jedes Jahr im internationalen Glanz erstrahlt und weit über die Grenzen Frankens zeigt, dass Musikkultur und diese Stadt eng miteinander verwoben sind.


Von Gabriele Munzert
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