Veröffentlicht am 29.08.2025 10:35

Genug Unterschriften zusammen?

Foto: red
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In der ersten Septemberwoche übergibt die „Bürgerinitiative gegen den Umbau der Bismarck- und Erlanger Straße“ ihre gesammelten Unterschriften an Oberbürgermeister Thomas Ebersberger. Damit ist der entscheidende Schritt geschafft: Die Zahl der erforderlichen Unterstützer für ein Bürgerbegehren wurde erreicht. Rund 4.500 gültige Unterschriften waren nötig, die Initiative konnte dieses Quorum überschreiten.

Seit Ende Januar hatten die Initiatoren Unterschriftenlisten in der Stadt ausgelegt – an rund 100 Stellen. Auch an Infoständen, zuletzt Mitte Juli in der Maxstraße, nutzten viele Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit zur Eintragung.

Einer der Initiatoren ist Manuel Brinkmann. Er spricht von einer „sehr positiven Resonanz“ und betont, dass es schon von Beginn an zahlreiche Nachfragen nach den Listen gegeben habe.

Auslöser der Aktion war ein Beschluss des Bayreuther Stadtrats vom Dezember vergangenen Jahres. Mit 25 zu 18 Stimmen hatte das Gremium für eine Umgestaltung der beiden Hauptstraßen gestimmt. Vorgesehen ist, die Fahrspuren für den motorisierten Verkehr zu halbieren und den frei werdenden Raum für Radwege, barrierefreie Haltestellen und Grünflächen zu nutzen. Bereits damals kündigten Gegner des Projekts ein Bürgerbegehren an.

Die Initiative kritisiert vor allem die Verengung auf eine Spur. Sie verweist auf mögliche Verkehrsprobleme, die Kosten von mehreren Millionen Euro und sieht die Mehrheit der Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt.

Manuel Brinkmann, der auch ehrenamtlich den VdK-Kreisverband leitet, sieht im Bürgerentscheid ein notwendiges Korrektiv: „Es ist ein demokratisches Element. Wir wollen, dass die Mehrheit entscheidet – und danach endlich Ruhe einkehrt.“ Die Bürgerinitiative versteht sich nicht als politische Partei, sondern als Sprachrohr in einer einzigen Frage: Soll die Zweispurigkeit bleiben, oder nicht?

Die Kritik richtet sich nur auf die Verengung auf eine Spur. Es gebe andere Lösungen für eine Verkehrsberuhigung: Tempo 30 oder Geschwindigkeitsüberwachung. Auch ein Umbau, zum Beispiel eine Fahrrad-Bus-Spur und die zweite nur für Autos, seien weitere Möglichkeiten.

„Mit der Übergabe der Unterschriften ist der Weg für einen Bürgerentscheid frei. Die Stadtverwaltung wird die Listen juristisch prüfen. Bis zur endgültigen Abstimmung sind die Planungen für den Umbau ausgesetzt. „Die Planungen landen bis auf Weiteres in der Schublade“, erklärte Oberbürgermeister Ebersberger.

Der Bürgerentscheid könnte auch richtungsweisend für die künftige Verkehrspolitik in Bayreuth werden. Die Befürworter der Initiative erkennen an, dass über Mobilität in der Stadt gesprochen werden muss. „Gut an der Angelegenheit ist, dass sie anregt, über den Innenstadtverkehr nachzudenken“, sagt Manuel Brinkmann.


Von Gabriele Munzert
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