Veröffentlicht am 05.09.2026 14:23

Bayreuth Baroque eröffnet mit Händels „Floridante“

Foto: Dörfler
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BAYREUTH.Bayreuth Baroque ist glanzvoll in seine neue Ausgabe gestartet. Mit Georg Friedrich Händels selten gespielter Oper „Floridante“ eröffnete das Festival im Markgräflichen Opernhaus. Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert von einer Aufführung, die musikalische Brillanz mit einer Geschichte über Freiheit, Macht und Selbstbestimmung verbindet.

Auf der Bühne geht es um Persien, um politische Machtkämpfe und eine bedrohte Liebe. Im Mittelpunkt stehen Floridante, dargestellt von Max Emanuel Cencic, und Elmira, gesungen von Sonja Runje. Ihre Beziehung muss sich gegen politische Intrigen und Machtinteressen behaupten. Am Ende steht das glückliche Ende der Liebesgeschichte – ein versöhnlicher Schluss nach dramatischen Konflikten.

Politisch aufgeladen und zugleich erstaunlich aktuell wirkt Händels Werk dabei auch mehr als 300 Jahre nach seiner Entstehung. Der Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung ist das zentrale Thema der Oper und verleiht der selten gespielten Komposition zusätzliche Relevanz.

Auch optisch setzt die Bayreuther Produktion einen Kontrapunkt zu den häufig opulenten und farbenprächtigen Ausstattungen vergangener Festivaljahre. Das Bühnenbild bleibt ruhig und zurückhaltend und lässt damit der Musik und den Sängern viel Raum. Gerade diese Reduktion erweist sich als Stärke der Inszenierung.

Und während auf der Bühne das alte Persien um Macht und Freiheit ringt, entsteht in den Pausen vor dem Opernhaus ein ganz anderes Bild: Lokale Politprominenz trifft auf zahlreiche illustre internationale Gäste. Bei milden Abendtemperaturen wird der Vorplatz zum Treffpunkt und zur Flaniermeile. Für einen Moment fühlt sich Bayreuth beinahe wie eine italienische Piazza an – auch wenn Händels „Floridante“ eigentlich in Persien spielt.

Musikalisch überzeugt die Aufführung ebenso wie optisch. Die Bayreuther Premiere verbindet eine sorgfältige Inszenierung mit einer starken Sängerbesetzung und macht damit Lust auf mehr. Ein überzeugender Auftakt für Bayreuth Baroque – und eine gelungene Wiederentdeckung eines Händel-Werks, das erstaunlich viel über die Gegenwart zu erzählen hat.


Von Gabriele Munzert
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