Am Sonntag, 13. September, findet bundesweit ein Tag des offenen Denkmals statt. Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur“ wird dazu eingeladen, historische Verkehrs-, Versorgungs- und Kulturbauten auf neue Weise zu entdecken. Deutschlandweit öffnen zahlreiche, oft sonst verschlossene Baudenkmale kostenfrei ihre Türen für die Öffentlichkeit. Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm aus exklusiven Führungen, Fachvorträgen und kreativen Mitmach-Aktionen für jedes Alter. Auch in der Stadt Bayreuth finden zahlreiche Aktivitäten statt - allesamt bei freiem Eintritt.
Historisches Museum, Kirchplatz 4: Hier findet um 10 Uhr die Führung „Gestern, heute, morgen – Stadtgeschichte als Netzwerk“ statt. In allen Zeiten haben Menschen in Bayreuth über die Stadtgrenzen hinaus korrespondiert, exportiert und „genetzwerkt“. In der Führung wird beispielhaft einigen gut vernetzten Personen nachgegangen. Referentin ist Heike Schulte (M.A.). Die Führung dauert etwa eine Stunde, Treffpunkt ist das Historische Museum, Eintritt und Führung sind kostenfrei.
Neben der Dauerausstellung ist die aktuelle Sonderausstellung „Bitte nicht bewegen! – Die Festspiele im Fokus der Fotografen“ von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Sie vermittelt einen Einblick in nahezu 150 Jahren fotografische Dokumentation des Bayreuther Festspielpublikums. Die Spannbreite reicht dabei von der professionellen Pressefotografie hin zum gelungenen Schnappschuss, von hoher adeliger Prominenz bis hin zur organisierten Schaulust. Eines haben alle aber gemein: sie sind zu 100 Prozent authentisch! Der Eintritt ist am Tag des offenen Denkmals frei.
Um 12 Uhr findet eine Führung durch die Sonderausstellung „Bitte nicht bewegen! – Die Festspiele im Fokus der Fotografen“ statt. Wer war nicht alles bei den Festspielen? Wer hat sich hier nicht alles die Hand gedrückt und welche Kontakte sind hier wohl gepflegt worden? Referentin ist auch hierbei Heike Schulte (M.A.). Die Führung dauert circa 45 Minuten, Treffpunkt ist das Historische Museum, Eintritt und Führung sind kostenfrei.
Kunstmuseum, Maximilianstraße 33: Das Alte Rathaus, heute Sitz des Kunstmuseums Bayreuth, hat von 10 Uhr bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Um 11 Uhr wird eine Führung durch die Ausstellung „AugenZeugen mit Stift und Kamera. Max Beckmann und Armand Besch“ mit Dr. Beatrice Trost angeboten. Von 11 bis 13.30 Uhr findet eine Offene Museumswerkstatt mit der Kunstpädagogin Verena Weinmann (M.A.) statt. Um 13 Uhr führt Dr. Beatrice Trost durch die Ausstellung „Leben am Wasser – Segen oder Gefahr“. Von 14 bis 16.30 Uhr lädt Kunstpädagogin Ingrid Seidel zu einer weiteren Offenen Museumswerkstatt ein und um 15 Uhr führt Dr. Beatrice Trost durch das Alte Rathaus.
Neues Schloss, Ludwigstraße 21: Im Neuen Schloss Bayreuth findet eine Themenführung statt. Sie trägt den Titel „Aus dem Dornröschenschlaf erwacht: das Rosenholzzimmer im Italienischen Schlösschen“. Teilnehmerinnen und Teilnehmer können jeweils um 11, 13.30 und 16 Uhr das Intarsienkabinett bestaunen. Das einzige von der berühmten Familie Spindler geschaffene Intarsienkabinett, das sich noch am originalen Ort befindet, war lange Jahre nicht zugänglich. Nun ist das Kleinod des Bayreuther Rokoko nach einer aufwendigen Restaurierung wieder zu besichtigen – an wenigen Tagen im Jahr. Die Führung dauert circa 25 Minuten. Treffpunkt: Kasse Neues Schloss, Ludwigstraße 21. Die Teilnehmendenzahl ist streng begrenzt, daher ist eine Anmeldung bis Samstag, 12. September, Mail: sgvbayreuth@bsv.bayern.de, erforderlich. Telefon: 0921 75969-21 (Dienstag bis Sonntag, 9 bis 18 Uhr) oder direkt an der Kasse im Neuen Schloss. Hinweis: Das Rosenholzzimmer ist nur über Treppen zugänglich. Eintritt und Führung sind kostenfrei.
Im Festsaal des Neuen Schlosses finden außerdem um 14.30 und 15.30 Uhr „Wandelkonzerte zum Tag des offenen Denkmals: Zu Besuch bei den Markgrafen“ mit Blockflötenmusik aus der Zeit des Barocks und Frühbarocks mit dem Blockflötenensemble der Stadtkirche Bayreuth (Leitung: Jutta Albus) statt. Dauer: jeweils circa 30 Minuten. Treffpunkt: Festsaal des Neuen Schlosses (nicht bestuhlt).
Der Eintritt in das Neue Schloss Bayreuth ist am Tag des offenen Denkmals frei. Kostenlose Eintrittskarten sind an der Museumskasse erhältlich. Keine Anmeldung erforderlich.
Förderverein Industriemuseum: Der Förderverein des Industriemuseums Bayreuth bietet um 13.30 Uhr eine Industrieführung von Florian André Unterburger an. Sie beschäftigt sich unter dem Motto „Tunnel, Gleise, Haferflocken” sowohl mit Verkehrs- wie auch Industrie- und Versorgungsinfrastrukturen. Los geht’s am Denkmal „Bahnbrücke Tunnelstraße“. Das Bauwerk ist erst vor kurzem in die Denkmalliste aufgenommen worden und wird in der nächsten Zeit saniert werden. Weitere wichtige Stationen der Führung sind: der Hauptbahnhof als Knoten- und Ausgangspunkt der Bayreuther Industrialisierung, einige Fabrikantenvillen und Fabrikationsgebäude entlang der Bürgerreuther Straße und auf dem Gelände der ehemaligen Porzellanfabrik „Walküre”, das ehemalige BayWa-Gelände (heute Wohnquartier HUGO), die im Umbau befindliche ehemalige Haferflockenfabrik Knorr und der ehemalige Bahnhof St. Georgen als einem weiteren Nukleus der Industrialisierung Bayreuths.
Endpunkt der Führung ist das Denkmal Zuckerwarenfabrik „Insel”, die Schokofabrik. Dort findet ab 15 Uhr ein eigenes Programm statt. Dauer: 90 Minuten. Treffpunkt „Bahnbrücke Tunnelstraße“ auf der östlichen Seite (Nähe Kreuzung Tunnelstraße - Friedrich-Ebert-Straße). Keine Anmeldung erforderlich.
Treskow-Palais, Friedrichstraße 21: Das Gebäude wurde von 1752 bis 1754 vom Hofbaumeister Johann Michael Prell als eigenes Wohnhaus errichtet. Am Tag des offenen Denkmals darf das Denkmal zwischen 10 und 18 Uhr auf eigene Faust erkundet werden. Der zweigeschossige Sandsteinbau mit Mansarddach und repräsentativer Fassade mit Sandsteinquaderung sowie kolossalen Eckpilastern mit ionischen Kapitellen zeigt den Einfluss der markgräflichen Hofkunst. Im Obergeschoss befindet sich ein dreiachsiger Salon mit Stuckdecken von Adam Albini, der unter anderem auch im Neuen Schloss, in der Eremitage und in der Spitalkirche tätig war. Nach längerem Verfall erfolgte 1984 bis 1986 eine fachgerechte Restaurierung, bei der auch der Innenhof mit Laubengang wiederhergestellt wurde.
Altes Schloss und Hofgarten Eremitage: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth-Eremitage gewähren bei einer Themenführung namens „Zutritt erlaubt: der Ältere Wasserturm im Hofgarten Eremitage“ Einblicke in die Geheimnisse des sonst verschlossenen Turms. Besucherinnen und Besucher erleben erst die Wasserspiele in der Grotte des Alten Schlosses und erfahren dann im gewöhnlich verschlossenen Älteren Wasserturm der Eremitage, wie diese ohne Strom und Pumpen funktionieren. Die Themenführungen finden um 14, 14.45, 15.30 und 16.15 Uhr statt. Die Dauer beträgt jeweils 30 Minuten. Treffpunkt: Altes Schloss, Eremitage. Anmeldung sind erforderlich bis Samstag, 12. September, Mail: eremitage@bsv.bayern.de, Telefon 0921 75969-37 (Dienstag-Sonntag von 9 bis 18 Uhr). Hinweis: Der Wasserturm ist nur über Treppen zugänglich.
Im Hofgarten Eremitage des Neuen Schlosses können Besucherinnen und Besucher um 14.30 Uhr bei der Veranstaltung „Zu Füßen des Gottes Apoll. Ein Blick in das Innere des Sonnentempels“ einen Blick in den sonst verschlossenen Tempel werfen, wo Stefan Weiß (M.A.) über das Bauwerk berichtet. Dauer: 120 Minuten. Treffpunkt: Sonnentempel Neues Schloss, Eremitage. Hinweis: Der Sonnentempel ist nur über Stufen zugänglich.
Erlöserkirche Bayreuth, Dietrich-Bonhoeffer-Straße 21: Die Besichtigung des Denkmals, des modernen, 1966 fertiggestellten Backsteinbaus mit Betonelementen und Kupferdach von Architekt Wolfgang Gsaenger, ist am Tag des offenen Denkmals im Rahmen einer Kirchenführung möglich. Diese findet um 14 Uhr statt.
Schokofabrik, Gaustraße 6: Die infrastrukturelle Geschichte der Schokofabrik spiegelt sich in den wechselnden Nutzungen bis heute: Vor und nach dem Krieg Zuckerwarenfabrik für Kolonialwaren mit Versandhandel, im Krieg Munitionsfabrik, später Strickwarenfabrik, noch später Technokultort der Region, heute Jugendkultur- und -sportzentrum mit Skatehalle, Konzert- und Musikräumen, Jugendtreff und vieles mehr.
Im Rahmen von mehreren Themenführungen zur Infrastruktur der Schokofabrik zwischen 15 und circa 20 Uhr wird von den verschiedenen historischen, aber auch zeitgenössischen Netzwerken berichtet. Die Bandbreite umfasst die industriellen Funktionen des Fabrikgebäudes wie auch die sozialen, sportlichen und kulturellen Infrastrukturen, die durch den Verein Schoko geboten werden und die in Zukunft im wörtlichen Sinne noch „ausgebaut“ werden sollen.
Themenführungen finden um 15 Uhr (Schokofabrik historisch und aktuell), 17 Uhr (Skaten in der Schokofabrik) und 18 Uhr (Kultur in der Schokofabrik) statt. Sie dauern jeweils 45 Minuten. Treffpunkt: im Garten der Schokofabrik. Hinweis: Die Schokofabrik soll in den nächsten Jahren saniert werden. Das Obergeschoss ist derzeit nicht zugänglich. Die Führungen gehen durch die von den Jugendlichen selbst gebaute Skatehalle und vieles mehr.
Dazu wird um 16 Uhr ein Vortrag „Schokofabrik – ein Umschlagort von Kolonialwaren?“ angeboten. Florian André Unterburger zeigt mit Blick auf das Industriedenkmal der Zuckerwaren- und Schokofabrik, als einem der Umschlagplätze für „lokale“ Kolonialwaren aus St. Georgen, die historischen Bezüge der in der Zuckerwarenfabrik verarbeiteten Rohstoffe auf. Denn die Rohstoffe und Produkte, die aus den Kolonien kommend die Industrialisierung Bayreuths entscheidend beeinflussten, umfassten nicht nur Kaffee- und Kakaobohnen, sondern ganz essentiell auch das Zuckerrohr, ganz zu schweigen vom Tabak und der Baumwolle. Spannende Geschichten zu den Ursprüngen der Warenwelt unserer Großmütter. Dauer: 45 Minuten; Treffpunkt: im Garten der Schokofabrik.