Nach einem miserablen ersten Viertel, nach dem man bereits mit 13:31 praktisch vorentscheidend zurücklag, hat Medikamente per Klick Bayreuth heute Abend beim eigenen Vorbereitungsturnier um den Medikamente-per-Klick-Cup in der Oberfrankenhalle mit 73:84 (25:44) gegen die Nürnberg Falcons verloren und spielt am morgigen Samstag um 15 Uhr lediglich um Platz drei.
Ohne die verletzten Moritz Plescher, Noah Wabersich, Leroy Ikejiaku und Nic McClain startete das Team von Medikamente per Klick ins eigene Vorbereitungsturnier in der Oberfrankenhalle. Im Aufgebot war zusätzlich Trainingsspieler Luis Wulff, der in der vergangenen Saison als Nachwuchsspieler von den Rostock Seawolves verpflichtet war, aber durch eine Verletzung zurückgeworfen wurde.
Halbfinalgegner Nürnberg Falcons absolvierte im Vorfeld des Frankenderbys beim MpK-Cup eine knapp vierwöchige Turnierreise durch China mit insgesamt 14 Testspielen, so dass das Team aus der Noris als deutlich eingespielter als die in weiten Bereichen neu zusammengesetzten Bayreuther gelten konnte.
Nachdem das Spiel wegen einer Verspätung der Schiedsrichter mit einer Stunde Verzögerung begonnen hatte, zeigten sich die Nürnberger überlegen und spielten sich nach zehn Minuten einen 31:13-Vorsprung heraus. Nachdem MpK anfangs kurz mit 3:2 führte, spielten die Falcons anschließend groß auf.
Ein zwischenzeitlicher Bayreuther 5:0-Run zum 13:23 wurde von den Nürnbergern mit einem viertelübergreifenden 10:0-Run zum Zwischenstand von 33:13 kurz nach Beginn des zweiten Abschnitts beantwortet. Das zweite Viertel ging schließlich knapp mit 13:12 an das Team aus der Noris.
In den zweiten zehn Minuten hatte sich Bayreuth etwas besser ins Spiel gekämpft, der Halbzeitstand von 25:44 sprach dennoch eine deutliche Sprache. Bester Bayreuther Werfer in der ersten Halbzeit war Taje Kelly mit sieben Zählern. Bei den Rebounds lagen die Bayreuther mit 19:24 hinten, elf Turnovers standen für MpK zu Buche, acht Ballverluste hatten die Falcons zu verzeichnen. Bei den Assists lag Nürnberg aber deutlich mit 13:6 vorne, was unterstrich, dass die Falcons besser zusammenspielten.
Das dritte Viertel gewann MpK mit 29:26, man kam dadurch etwas näher auf 54:70 heran. Auch im Schlussabschnitt hatten die Bayreuther die Nase mit 19:14 vorne, letztlich gewannen die Falcons die Partie mit 84:73 und ziehen damit ins morgige Finale um 17.30 Uhr um den Medikamente-per-Klick-Cup ein. Für die Bayreuther geht es um 15 Uhr um Platz drei. Gegner ist der Verlierer des zweiten Halbfinalspiels zwischen Bundesligisten Science City Jena und den Nitra Blue Wings aus der ersten slowakischen Liga.
Beste Bayreuther Werfer waren letztlich Taje Kelly und Kevin Wohlrath mit jeweils 16 Punkten. Glen Abram Junior kam auf 13 Zähler, Matthew Frierson hatte elf Punkte auf dem Scoreboard stehen. Luis Wulff kam auf acht Zähler, Simon Hildebrandt scorte sieben Punkte. Joshua Bonga blieb bei zwei Zählern. Kevin Wohlrath und Collin Metcalf waren mit jeweils acht abgegriffenen Bällen beste Bayreuther Rebounder. Insgesamt endete das Rebound-Duell sogar mit 44:39 für Bayreuth. MpK hatte 20 Turnovers zu verzeichnen, gegenüber 16 bei Nürnberg. Bei den Assists lagen die Falcons mit 21:19 vorne.
MpK-Headcoach Vincent van Sliedregt analysierte nach der Partie: „Es hat sich deutlich gezeigt, dass Nürnberg uns in der Vorbereitung voraus ist. Sie haben bereits 14 Spiele bestritten. Wir haben in diesem Spiel besser auf Rückschläge reagiert. In der zweiten Halbzeit konnten wir besser umsetzen, was wir uns defensiv vorgenommen haben. Vor unseren Fans hätten wir uns heute gerne besser präsentiert, aber wir müssen uns weiter auf unseren Prozess als Mannschaft konzentrieren”.
Topscorer Kevin Wohlrath erklärte im Anschluss an das Spiel: „Das erste Viertel war heute entscheidend. Wir hatten zu wenig Energie und waren nicht Ready. Wir hätten Ausreden finden können, aber es lag an uns. Wenn wir Gas geben und als Mannschaft ackern, kriegen wir das Spiel knapp. Aber wenn wir halt das erste Viertel verschlafen, müssen wir hinterher rennen. Wir sind noch zu unkonstant. Es ist auch ein bisschen eine Erfahrungssache, aber ich will dies nicht als Ausrede benutzten. Man sieht die guten Sachen im Team und die Bereitschaft, sich wieder zurück zu kämpfen. Es sollte uns heute eine Lehre sein, damit wir Stück für Stück besser werden. Natürlich war es ein Derby, das wir gewinnen müssten. Aber letztlich ist es ein Lernprozess. Wir müssen jetzt schauen, an was es gelegen hat und dann müssen wir einfach weitermachen”.