Veröffentlicht am 02.09.2026 17:00

„Die Chancen mit letzter Konsequenz besser zu Ende spielen“

Eine bessere Chancenverwertung als beim jüngsten Spiel in Buchbach (Bild) mahnt Altstadt-Cheftrainer Lukas Kling für die Partie am Freitag Abend gegen Burghausen an. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)
Eine bessere Chancenverwertung als beim jüngsten Spiel in Buchbach (Bild) mahnt Altstadt-Cheftrainer Lukas Kling für die Partie am Freitag Abend gegen Burghausen an. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)
Eine bessere Chancenverwertung als beim jüngsten Spiel in Buchbach (Bild) mahnt Altstadt-Cheftrainer Lukas Kling für die Partie am Freitag Abend gegen Burghausen an. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)
Eine bessere Chancenverwertung als beim jüngsten Spiel in Buchbach (Bild) mahnt Altstadt-Cheftrainer Lukas Kling für die Partie am Freitag Abend gegen Burghausen an. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)
Eine bessere Chancenverwertung als beim jüngsten Spiel in Buchbach (Bild) mahnt Altstadt-Cheftrainer Lukas Kling für die Partie am Freitag Abend gegen Burghausen an. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)

Nach zuletzt nur einem Punkt aus vier Partien will die SpVgg Bayreuth am 7. Spieltag der Regionalliga Bayern am Freitag, 4. September, um 19 Uhr gegen den SV Wacker Burghausen nach Möglichkeit wieder einen Dreier einfahren.

Die Salzachstädter haben in der bisherigen Saison ebenso wie die Altstadt sieben Punkte aus sechs Partien auf ihr Konto gebracht. So kommt es zum Duell der Tabellennachbarn Tabellen-13. gegen den Zwölften. Eine weitere Parallele: Burghausen startete genau wie die SpVgg mit zwei Siegen in die Spielzeit – einem 4:0 bei der SpVgg Ansbach folgte ein 2:0 gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München. Danach holte der SV Wacker nur noch einen Punkte beim 2:2-Unentschieden in Aubstadt und zuletzt gab es drei Niederlagen: 1:2 im Heimspiel gegen den TSV Schwaben Augsburg, 1:3 beim amtierenden Regionalligameister 1. FC Nürnberg II und zuletzt in einer wahrhaft epischen Begegnung eine 4:5-Heimniederlage gegen die DJK Vilzing.

Die Partie gegen die zur Stadt Cham gehörenden Oberpfälzer nahm einen äußerst kuriosen Verlauf: Bereits nach 16 Minuten führten die Vilzinger mit 3:0 und als Erol Özbay gleich zu Beginn der zweiten Hälfte in der 46. Minute das 4:0 folgen ließ, glaubten die meisten an die endgültige Vorentscheidung. Dann aber stellten die Oberbayern den vorhergegangenen Spielverlauf auf den Kopf: Noa-Gabriel Simic zum 1:4 (49.), Felix Bachschmid zum 2:4 (53.), erneut Simic zum 3:4 (56.) und schließlich Marc Sodji in der 71. Minute mit dem Treffer zum 4:4-Ausgleich brachten Burghausen binnen 22 Minuten wieder voll ins Spiel zurück. Letztlich entschied aber Andreas Jünger mit dem 5:4-Siegtreffer die Partie zugunsten der DJK Vilzing.

„In der ersten Hälfte haben wir viel zu viele Fehler gemacht und nie zu unserem Spiel gefunden. In der Pause haben wir besprochen, dass wir mehr nach vorne tun müssen. Wir haben große Moral gezeigt und ein Offensivfeuer gezündet. Leider wurden wir am Ende dafür nicht belohnt”, bilanzierte Wacker-Trainer Matthias Ostrzolek nach der Partie. Der 36-jährige Ostrzolek kam vor der Saison neu von Schwaben Augsburg zu den Burghausenern.

Erfolgreichster Torschütze der Salzachstädter ist bislang der 19-jährige Moritz Leitner mit vier Toren und zwei Vorlagen in fünf Spielen. Um das Toptalent, das zum Shooting-Star der Regionalliga Bayern avancierte, gab es zuletzt einigen Wirbel. Im Heimspiel gegen Schwaben Augsburg am 4. Spieltag wurde Leitner von den Verantwortlichen des Vereins aus dem Kader gestrichen, weil er angeblich nicht seinen aktuell bis 2027 datierten Vertrag in Burghausen verlängern wollte. Hintergrund ist, dass das Nachwuchstalent wohl aufgrund seiner Leistungen das Interesse des Profilagers geweckt hat. Letztlich war Leitner dann am 5. Und 6. Spieltag wieder dabei.

Beim Heimspiel gegen Vilzing war die „Causa Leitner“ dann jedoch am vergangenen Samstag Anlass für Fanproteste. In einem offenen Brief forderten die Fans: „Es ist allerhöchste Zeit für Veränderung! Warum? Fehlende Transparenz, mangelnde Professionalität in gewissen Bereichen, fehlende Selbstreflexion, zu wenig Basisnähe und eine zunehmend katastrophale Außendarstellung – der SV Wacker Burghausen als Gesamtkonstrukt ist im Jahr 2026 mehr Schein als Sein. Die Liste der Missstände ist lang. Der Fisch stinkt unübersehbar vom Kopf. Nach außen bröckelt die Fassade des einstigen Aushängeschilds der Region immer weiter. Bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass die Probleme längst tiefer reichen. Der ´Fall Leitner` ist dabei nur einer von vielen Vorgängen und letztlich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.“. Es rumort also zweifellos aktuell beim früheren Zweitbundesligisten.

Neben Leitner stechen im Burghausener Angriff der 24-jährige Franzose Timothée Diowo, der 22-jährige Noah Müller und der erst nach Saisonbeginn nach einem kurzen Intermezzo bei Chemie Leipzig an die Salzach gekommene Marc Sodji (23, ein Tor in zwei Spielen), der in der vergangenen Saison noch bei Schwaben Augsburg aktiv war, hervor.

Im Mittelfeld ragen der 22-jährige Noa-Gabriel Simic mit bislang drei Toren und einer Vorlage, sowie der 29-jährige Routinier Felix Bachschmid mit ebenfalls drei Treffern hervor. Noah Shawn Agbaje (25) hat bislang ein Tor und fünf Torvorlagen auf dem Konto. Komplettiert wird das Mittelfeld des SV Wacker von Moritz Bangerter (21), der 25-jährige Alexander Gordok und der zu Saisonbeginn von der zweiten Mannschaft des SC Freiburg nach Burghausen gewechselte Noah Wagner (21, bislang eine Vorlage).

Feste Pfeiler in der Defensive des SV Wacker sind der 22-jährige Benedikt Schwarzensteiner, der auch bereits ein Tor erzielt hat, Konstantin Gertig (22, ebenfalls ein Treffer), Adrian Hofherr (22), Jannis Turtschan (24) sowie die Neuzugänge Maximilian Schuhbauer (20, kam von der zweiten Mannschaft des FC Bayern München) und der 19-jährige, von der Bundesligareserve des FC Augsburg gekommene Louis Stegmiller, der auch bereits für eine Torvorlage verantwortlich zeichnete. Unangefochtener Rückhalt im Tor des SV Wacker ist der 31-jährige Routinier Markus Schöller.

In der Historie der Regionalliga Bayern trafen die SpVgg Bayreuth und Wacker Burghausen bislang 19mal aufeinander. Die Bilanz für die Altstadt ist dabei negativ, nur drei Mal behielten die Gelb-Schwarzen die Oberhand, neunmal siegte Burghausen und in sieben Spielen trennte man sich unentschieden bei einem Torverhältnis von 19:30. In der vergangenen Spielzeit 2025/26 gab es im Hinspiel im Hans-Walter-Wild-Stadion eine 0:2-Heimniederlage, in Burghausen trennte man sich unentschieden mit einem 1:1.

Wenn man eines dem Team der Altstadt in den bisherigen Ligaspielen nicht vorwerfen kann, ist dies mangelnder Einsatz. So auch bei der jüngsten 1:2 (1:2)-Niederlage am vergangenen Samstag beim neuen Tabellenführer TSV Buchbach. Torschütze für die SpVgg war Patrick Scheder mit dem vorübergehenden 1:1-Ausgleich in der 25. Minute. Der Bayreuther Cheftrainer Lukas Kling bilanzierte nach der Partie: „In der ersten Halbzeit waren wir sehr dominant und haben richtig gut gespielt, obwohl wir mit einem 1:2-Rückstand in die Pause gingen. Unser großes Manko war, dass wir aus den vier, fünf Großchancen, die wir hatten, nur ein Tor gemacht haben und die Buchbacher zweimal den Ball aufs Tor bekamen und daraus zwei Tore entstanden. In der zweiten Halbzeit war dann ein leidenschaftlicher Kampf, wir haben alles versucht, aber ab der 70. Minute hat man die Belastung durch die Englische Woche einfach gemerkt. Wir konnten nicht mehr ganz so zulegen, haben es aber probiert bis zum Schluss. Buchbach hat jedoch abgeklärt verteidigt und so stehen wir leider ohne Punkte da“.

Zum Spiel am Freitag gegen Wacker Burghausen erklärt Lukas Kling: „Mit Burghausen kommt eine Mannschaft, die ein bisschen ihren Erwartungen hinterherläuft, wo aber auch im ganzen Verein der Baum brennt. Das kann für uns positiv sein, kann aber auch eine Trotzreaktion der Burghausener hervorrufen. Wir wollen auf uns schauen, wir wollen das, was wir gut machen, weiterhin gut machen, aber die Möglichkeiten, die wir uns herausspielen, noch mit letzter Konsequenz besser zu Ende spielen. Das wird die Marschroute für Freitag sein“.


Von Roland Schmidt
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