Nach zuletzt zwei Niederlagen gegen den FC Memmingen und beim FC Schweinfurt 05 möchte die SpVgg Bayreuth im Rahmen des 5. Spieltages der Regionalliga Bayern am Freitag, 21. August, um 19 Uhr im Heimspiel gegen den FV Illertissen wieder punkten. Die Aufgabe wird jedoch schwierig, schließlich hat der FVI nach einem 3:0-Heimsieg gegen die SpVgg Unterhaching am vergangenen Freitag mit aktuell zehn Punkten die Tabellenführung übernommen.
Mit dem Team aus der Vorsaison, das mit 64 Punkten Tabellenplatz vier erreichte, haben die Illertissener nicht mehr viel gemein. Die Schwaben müssen mit den größten Umbruch aller 19 Teams der Regionalliga Bayern bewerkstelligen. Insgesamt präsentierte der Verein in der Sommer-Transferperiode 14 Neuzugänge. Von Abstimmungsproblemen ist im Team des neuen Trainers Walid Khaled, der von der zweiten Mannschaft des SV Waldhof Mannheim nach Illertissen wechselte und Holger Bachthaler (wechselte zu den Stuttgarter Kickers) ablöste, aber nicht viel zu spüren. In den bisherigen vier Spielen gab es nach dem 3:0-Auftaktsieg beim VfB Eichstätt und dem 2:0-Heimsieg gegen den TSV Schwaben Augsburg ein 2:2-Unentschieden bei Neuling TSV 1882 Landsberg und zuletzt den 3:0-Heimsieg gegen die SpVgg Unterhaching.
Im Duell gegen die zuvor ebenfalls ungeschlagenen Hachinger brachte Denis Milic (8.) die Hausherren schon früh auf die Siegerstraße, in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit baute Alessio Hasler (45.+3) den Vorsprung aus. Nach der Pause stellte erneut Denis Milic (69.) mit seinem zweiten Treffer den Endstand her. Trainer Walid Khaled bilanzierte nach der Partie: „Das war eine sehr reife Leistung meiner Mannschaft. Wir haben fast nichts zugelassen und haben verdient gewonnen. Ich bin sehr stolz auf den Auftritt meiner Mannschaft.“
Im Sturm ist den Illertissenern der mit drei Treffern aktuell beste Torschütze Denis Milic (22) aus der Vorsaison ebenso erhalten geblieben wie der 23-jährige Ghanaer Mussa Fofanah. Der von Altglienicke aus der Regionalliga Nordost gekommene 23-jährige, 1,98 Meter große Mittelstürmer Elidon Qenaj hat mit bislang zwei Toren und einer Vorlage in drei Einsätzen gut im Team des FVI eingeschlagen. Neu in der Offensive sind ferner Ilkan Atak (23, bisher FC Ismaning in der Bayernliga Süd), der 24-jährige, frühere Aschaffenburger Nino Cassaniti, und der vom VfR Mannheim aus der Oberliga Baden-Württemberg zu den Schwaben gewechselte 22-jährige Shaban Veselaj.
Im Mittelfeld blieb den Illertissener der 30-jährige Routinier Marco Hingerl ebenso wie der 23-jährige Daniel Hausmann erhalten. Hausmann erzielte in den ersten beiden Saisonspielen drei Tore, darunter einen verwandelten Elfmeter gegen Schwaben Augsburg und fiel dann angeschlagen aus. Neu im Mittelfeld sind der 21-jährige, aus Liechtenstein gekommene Alessio Hasler (ein Tor), der von Preußen Münster II aus der Oberliga Westfalen nach Illertissen gewechselte Ben Kronenberg (21, bislang eine Torvorlage) und der 19-jährige Nikola Stojnovic. Der Serbe kam von Türkspor Neu-Ulm aus der Verbandsliga Württemberg, Staffel 4.
In der Abwehr musste der FVI unter anderem den Abgang von Routinier Max Zeller verkraften. Geblieben sind der in der Saison 2023/24 für die Altstadt aktive Eduard Heckmann (24), der 26-jährige Maximilian Neuberger, Jordi Wegmann (24, bisher eine Vorlage) und Patrick Ekinci (23). Neu in der Defensive sind unter anderem Jan-Luca Fink (26, kam aus Gundelfingen in der Bayernliga Süd) und der von Schwaben Augsburg nach Illertissen gewechselte 23-jährige Odin Redier. Neuer Stammtorwart ist der der 24-jährige, aus seiner Zeit beim VfL Osnabrück Drittligaerfahrene und zuletzt beim Chemnitzer FC in der Regionalliga Nordost aktive Daniel Adamczyk.
In der Historie der Regionalliga Bayern trafen die SpVgg Bayreuth und der FV Illertisen bislang 21mal aufeinander. Zehn Spiele davon gewann die Altstadt, fünfmal gab es ein Unentschieden und in sechs Partien behielten die Illertissener die Oberhand. In der vergangenen Saison 2025/26 gab es allerdings zwei deutliche Siege des FVI, im Hans-Walter-Wild-Stadion verlor die SpVgg am zweiten Hinrundenspieltag mit 1:5 und in Illertissen gab es einen ungefährdeten 4:0-Erfolg der Platzherren gegen ein verletzungsbedingt stark dezimiertes Team der SpVgg.
In der aktuellen Saison musste die Altstadt nach den beiden Auftaktsiegen gegen die zweiten Mannschaften des FC Augsburg (3:0) und bei der SpVgg Greuther Fürth (2:0) eine Heimniederlage gegen den FC Memmingen (1:3) und am vergangenen Freitag eine 1:2-Niederlage im ober-/unterfränkischen Traditionsduell beim FC Schweinfurt 05 hinnehmen. SpVgg-Cheftrainer Lukas Kling und Geschäftsführer Lorenz Röthlingshöfer machten dem Team nach der Partie jedoch keinen Vorwurf: „Die Jungs haben alles rausgehauen, gefighted und gekämpft bis zum Schluss. Wir werden das Positive aus dem Spiel herausziehen“, kündigte Lukas Kling an. Als eine entscheidende Ursache für die Niederlage, die nach dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Erijon Shaqiri (11.) in der 86. Minute durch ein unglückliches Eigentor von Adrian Heinle besiegelt wurde, machten Kling und Röthlingshöfer Schiedsrichter Andreas Hummel (Betzigau) aus, der in der 60. Minute den Bayreuther Edwin Schwarz vom Platz stellte.
„Die Entscheidung des Schiedsrichters war aus unserer Sicht mehr als fragwürdig und hat erheblichen Einfluss auf den Ausgang dieses Spiels genommen. Gleichzeitig hat sie Konsequenzen für die kommenden Partien“, erklärte Geschäftsführer Röthlingshöfer nach der Partie. Routinier Edwin Schwarz wird damit Rot-gesperrt gegen Illertissen genauso fehlen wie die langzeitverletzten Jann George und Kurt Pestel.
Der Bayreuther Cheftrainer Lukas Kling, der als ehemaliger Spieler von 2012 bis 2017 auch eine Illertissener Vergangenheit aufweist, erklärt im Hinblick auf die Partie am Freitag gegen seinen früheren Verein aus dem bayerischen Teil Schwabens: „Mit Illertissen kommt der aktuell in der Saison noch ungeschlagene Tabellenführer. Sie haben den Umbruch nach dem Abgang von Cheftrainer Holger Bachthaler bisher sehr gut gemeistert. Wir wollen nach zwei Niederlagen am Stück wieder einen Heimdreier einfahren, um auf jeden Fall gut in die anstehende englische Woche zu starten“.
Ein Hinweis noch für die Fans: Wer es am Freitag nicht ins Hans-Walter-Wild-Stadion schafft, kann die Partie zwischen der SpVgg Bayreuth und dem FV Illertissen auch im Livestream bei BR24Sport im Web, in der App und in der ARD-Mediathek verfolgen.