Die SpVgg Bayreuth gastiert am Samstag, 12. September, um 14 Uhr im Rahmen des 8. Spieltages der Regionalliga Bayern beim bislang noch punktlosen Tabellen-Schlusslicht SpVgg 09 Ansbach. Obwohl die Altstadt auf den ersten Blick als Favorit in die Partie geht, sollte man die Aufgabe bei den Mittelfranken keinesfalls unterschätzen.
Die Gelb-Schwarzen haben nach ihrem furiosen Saisonstart mit zwei Siegen in den vergangenen fünf Spielen nämlich nur noch einen Zähler geholt und sind aktuell mit insgesamt sieben Punkten auf den oberen Relegationsplatz 16 abgerutscht. Die Ansbacher sind maximal schlecht in die Saison gestartet und haben ihre ersten sechs Spiele verloren. Nach der 0:4-Auftaktniederlage gegen Wacker Burghausen gab es ein 1:4 beim FC Memmingen, ein 0:2 beim VfB Eichstätt sowie zwei weitere Heimniederlagen mit 1:3 gegen den TSV Buchbach und 1:2 gegen Schwaben Augsburg. Zuletzt verloren die Ansbacher mit 0:2 beim TSV Aubstadt. Die beiden Gegentore kassierten die Mittelfranken jeweils zu Beginn der beiden Halbzeiten in der 2. und 48. Minute. Das Torverhältnis von 3:17 nach den sechs Niederlagen spricht ebenfalls eine deutliche Sprache.
Trainer Niklas Reutelhuber klang dennoch nach der Partie in Aubstadt verhältnismäßig zufrieden: „Mehr Leidenschaft als heute kann die Mannschaft nicht mehr auf den Platz bringen. Die Jungs haben super gekämpft. Zum schlechtesten Zeitpunkt haben wir die Tore bekommen, das ärgert mich natürlich brutal. Das Einzige, was wir uns vorwerfen können, ist die Tatsache, dass wir im letzten Drittel zu wenig Punch und keine Gefährlichkeit hatten. Obwohl wir 95 Prozent Spielanteile hatten, konnten wir das Tor des Gegners nicht bedrängen. Das ist der einzige Vorwurf. Alles andere haben wir gut gemacht, nehmen aber dennoch keine Punkte mit.”
Zwei der drei bisherigen Ansbacher Tore erzielte der 23-jährige Angreifer Dino Nuhanovic. Seine Stürmerkollegen, Urgestein und Routinier Patrick Kroiß (32), Ken Mata (23) und Neuzugang Tyron Koomson (20, kam vom TuS Makkabi Berlin aus der Oberliga Nord des NOFV) blieben vor dem Tor bislang erfolglos.
Von den Mittelfeldspielern war bislang der 23-jährige Tarkan Ücüncü mit einem Treffer erfolgreich. Riko Manz (26) hat bislang eine Vorlage auf dem Konto. Ferner bilden im Mittelfeld der 20-Jährige Luis Althaus, Björn Angermeier (23), Mannschaftskapitän und Routinier Tobias Dietrich (29), Nico Hayer (21), Ben Müller (28), Mirko Puscher (24) und Lukas Schmidt (29) das Ansbacher Stammpersonal.
In der Abwehr stehen Routinier Eric Weeger (29), der vom amtierenden Regionalligameister, der Zweitligareserve des 1. FC Nürnberg, gekommene Lucas Beetz (20), sowie Lukas Oberseider (22) und der nach seiner gelb-roten Karte beim Spiel in Aubstadt für die anstehende Partie gegen Bayreuth gesperrte Matthias Hahn (26). Das Ansbacher Torhüterduo bilden der vom VfR Heilbronn aus der Verbandsliga Württemberg gekommene Nils Leidenberger (24, bisher vier Einsätze) und der 27-jährige Heiko Schiefer, der bislang auf zwei Einsätze kam.
In der Historie der Regionalliga Bayern gab es bislang sechs Aufeinandertreffen zwischen der Altstadt und der SpVgg Ansbach. Dreimal siegten die Bayreuther, zweimal gewann Ansbach und eine Partie endete Unentschieden. In der vergangenen Spielzeit 2025/26 gab es im offiziellen Saison-Eröffnungsspiel einen Bayreuther 2:1-Sieg in Ansbach, das Rückspiel im Hans-Walter-Wild-Stadion, das unter dem Motto „Die Oldstod für alle“ bei kostenlosem Eintritt 2.227 Zuschauer anzog, gewannen die Ansbacher mit 3:2.
Am vergangenen Freitag gab es für die SpVgg Bayreuth eine 2:4-Heimniederlage gegen den SV Wacker Burghausen. Nach einer guten, chancenreichen ersten Hälfte mit einer 1:0-Führung durch Patrick Scheder (21.) verloren die Gelb-Schwarzen nach dem 1:1-Ausgleichstreffer der Burghausener in der 55. Minute den Faden und geriet mit 1:3 in Rückstand. Micah Ham gelang in der 79. Minute zwar noch der 2:3-Anschlusstreffer, Jannis Turtschan sorgte mit dem Burghausener 4:2 in der 89. Minute jedoch für die endgültige Entscheidung.
Der Altstädter Co-Trainer Sebastian Köhler analysierte nach der Partie: „Es ist schwer, die Worte zu finden. Wir haben etwas gebraucht, um ins Spiel zu finden, spielen dann aber eine sehr gute Halbzeit. Unser größtes Manko war, dass wir nur mit einem 1:0 in die Pause gehen. Das muss man den Jungs auch vorwerfen. Wie wir mit unseren Chancen umgehen, das geht so nicht. Gehst du mit einem 2:0 oder 3:0 in die Halbzeit, dann kommst du mit breiter Brust raus und kannst dann auch einen Nackenschlag wegstecken. Den fressen wir dann auch, danach sind die Spannung und die Körpersprache nach unten gegangen. Du rennst vergeblich an, aber auch nicht mehr so konsequent. Dann bekommst du nächste Gegentor, kommst noch mal zum Aufbäumen, bist hinten aber nicht konsequent im Verteidigen, vorne gehst du mit den letzten Pässen einfach nicht gut um. So verlierst du das Spiel 2:4. Das müssen wir analysieren. Uns bleibt eine Woche. Kopf hoch, wir müssen weitermachen.”
Im Hinblick auf das Spiel am Samstag in Ansbach erklärt der Bayreuther Cheftrainer Lukas Kling: „Mit Ansbach kommt die Mannschaft, die bislang noch keinen Punkt auf dem Konto hat. Jetzt könnte ich Floskeln raushauen wie ´Angeknockte Boxer sind am gefährlichsten`. Fakt ist aber, dass wir uns mit uns selbst beschäftigen wollen und müssen. Die Art und Weise, wie wir in der zweiten Halbzeit gegen Burghausen gespielt haben, geht überhaupt nicht. Wie wir nach dem 1:1-Ausgleich reagiert haben, die Körpersprache war bodenlos und da müssen wir diese Woche einfach ansetzen und auch gegen Ansbach wieder ein anderes Gesicht zeigen. Wir müssen mit Rückschlägen im Spiel besser umgehen und die Chancen, die wir uns herausspielen – und es ist das positive, dass wir uns welche herausspielen – dann auch eiskalt nutzen“.
Zur aktuellen Verletztensituation erklärte Lukas Kling, dass neben den Langzeitverletzten Jann George und Kurt Pestel Niklas Jeck aktuell an einer kleinen Prellung laboriert, Florian Markert hat Probleme im Knie und muss ein bis zwei Wochen pausieren. Erijon Shaqiri hat am Dienstag das Training abgebrochen, weil er an den Adduktoren was gespürt hat und Pierre Weber schlägt sich schon seit ein bis zwei Wochen mit Schmerzen im Knie rum. Wer letztlich am Samstag in Ansbach auflaufen kann, bleibt abzuwarten.