Veröffentlicht am 12.08.2026 10:45

Duell zweier Teams mit viel Entwicklungspotenzial

Nach der Heimniederlage gegen den FC Memmingen (im Bild eine Spielszene) will die SpVgg Bayreuth am Freitag in Schweinfurt wieder punkten. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)
Nach der Heimniederlage gegen den FC Memmingen (im Bild eine Spielszene) will die SpVgg Bayreuth am Freitag in Schweinfurt wieder punkten. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)
Nach der Heimniederlage gegen den FC Memmingen (im Bild eine Spielszene) will die SpVgg Bayreuth am Freitag in Schweinfurt wieder punkten. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)
Nach der Heimniederlage gegen den FC Memmingen (im Bild eine Spielszene) will die SpVgg Bayreuth am Freitag in Schweinfurt wieder punkten. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)
Nach der Heimniederlage gegen den FC Memmingen (im Bild eine Spielszene) will die SpVgg Bayreuth am Freitag in Schweinfurt wieder punkten. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)

Vor einer anspruchsvollen Auswärtsaufgabe steht die SpVgg Bayreuth im Rahmen des 4. Spieltages der Regionalliga Bayern am Freitag, 14. August, um 19 Uhr beim Drittliga-Absteiger 1. FC Schweinfurt 05.

Die „Schnüdel“ standen nach dem sofortigen Wiederabstieg aus der Dritten Liga und der damit verbundenen Rückversetzung in den Amateurbereich in der Sommerpause vor einem großen Umbruch. Geschäftsführer und Hauptsponsor Markus Wolf hatte sich im April mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern zurückgezogen. Statt „Wolf Möbel“ ist nun „Riedel Bau“ Haupt- und Trikotsponsor bei den Schweinfurtern. Auch der Umbruch im Kader ist immens. Bis auf wenige Ausnahmen gingen die Schnüdel mit einem komplett veränderten Gesicht in die neue Saison.

Die primäre Aufgabe für den neuen Trainer Jan Gernlein (vorher FC Eintracht Bamberg) war es in den intensiven Wochen der Vorbereitung, eine schlagkräftige Mannschaft zu finden. „Als wir uns zur Kaderplanung zusammengesetzt haben, mussten wir quasi bei Null starten“, erklärte Kaderplaner Jürgen Hein. „Oberste Priorität war zunächst, Gespräche mit unseren erfahrenen Spielern Kristian Böhnlein, Michael Dellinger und Kevin Fery mit dem Ziel zu führen, um sie herum eine schlagkräftige Truppe aus dritt- und regionalligaerfahrenen Spielern, jungen Akteuren mit FC-05-DNA sowie vielversprechenden Perspektivspielern aufzubauen.“

Während der 33-jährige Stürmer Michael Dellinger in den ersten drei Spielen mit drei Toren überzeugte und der 32-jährige Kevin Fery als Mittelfeldregisseur agieren konnte, verletzte sich Kristian Böhnlein im Testspiel gegen den FSV Zwickau schwer. Der 36-jährige Mittelfeldroutinier und Mannschaftskapitän, der in den Spielzeiten 2024/15 bis 2017/18 Leistungsträger bei der SpVgg Bayreuth war, riss sich die Achillessehne im linken Fuß, musste operiert werden und fällt lange aus. Sogar das Karriereaus stand im Raum.

Neu im Sturm ist mit dem 26-jährigen Mirco Geisler der letztjährige Torschützenkönig der Hessenliga (27 Tore beim FC Gießen) und der vom TSV Aubstadt gekommene, 20-jährige Radion Hushcha. Für das Mittelfeld kam vom ASV Neumarkt aus der Bayernliga Nord der torgefährliche Morris Adelabu (22). Stammplätze im Mittelfeld erkämpften sich der 20-jährige, von der zweiten Mannschaft und aus dem Nachwuchs-Leistungszentrum des 1. FC Nürnberg gekommene Gil Ebner, der hochgehandelte Philipp Hack (23) von der Zweitbundesligareserve der SpVgg Greuther Fürth, der vom Drittligisten TSG Hoffenheim II ausgeliehene Leonard Krasniqi (20) und der bei den Schnüdeln ausgebildete und in der Winterpause zurückgekehrte Nicolas Pfarr (26, zuletzt FC Hopferstadt).

Die Abwehr der Schweinfurter bilden die Gebliebenen Lauris Bausenwein (21), Mustafa Özden (20) und Nils Piwernetz (26) sowie der nach einer vorübergehenden Station beim TSV Aubstadt zurückgekommene Kevin Frisorger (26). Neu in der Defensive ist der 23-jährige Innenverteidiger Pietro Besso. Der 1,98 Meter große Abwehrhüne war in der vergangenen Saison für die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz im Einsatz und bringt Erfahrung aus der Regionalliga und Hessenliga mit. Lukas Mrozek (23) kam vom TSV Aubstadt, der 25-jährige Jason Prodanovic (ein Tor) wechselte vom VfR Aalen aus der Oberliga Baden-Württemberg zu den Unterfranken und der 19-jährige Johannes Theinhardt stammt aus dem Nachwuchs-Leistungszentrum des 1. FC Nürnberg. Im Tor setzte sich in den ersten drei Saisonspielen Jan Mottl (21, kam von Ligakonkurrenten SpVgg Ansbach) gegen den 19-jährigen Julian Brätz (zuvor TSV Aubstadt) durch.

In den bisherigen drei Saisonspielen zeigte der FC 05 durchaus Anlaufschwierigkeiten, bislang stehen zwei Zähler auf dem Konto. Nach der ernüchternden 1:5-Auftaktniederlage im Unterfrankenderby beim TSV Aubstadt folgte ein 2:2 gegen den TSV 1860 München und zuletzt ein 1:1 bei der bis dato noch punktlosen zweiten Mannschaft des FC Bayern München. Die Bayern-Führung in der 12. Minute durch David Heindl glich Michael Dellinger in der 36. Minute aus. „Für mich ist das hier persönlich der erste gewonnene Punkt. Man sieht, dass wir noch in der Findungsphase sind und noch ein wenig benötigen, um uns zu finden. Ein wenig robuster hätten wir spielen können, aber sonst geht es in Ordnung, dass wir mit einem Punkt aus dem Spiel gegangen sind”, bilanzierte Schnüdel-Trainer Jan Gernlein nach der Partie.

Seit Gründung der Regionalliga Bayern trafen die SpVgg Bayreuth und der FC Schweinfurt 05 insgesamt 19mal aufeinander. In elf Spielen siegten die Schweinfurter, dreimal gab es ein Unentschieden und fünfmal behielt die Altstadt die Oberhand. In der Saison 2024/25 verlor die SpVgg Bayreuth zuletzt im heimischen Hans-Walter-Wild-Stadion mit 0:1 und in Schweinfurt gab es ein 0:0. Am Freitag streben die Schweinfurter gegen Bayreuth den ersten Saisonsieg an.

Für die Altstadt riss am vergangenen Freitag mit der 1:3-Heimniederlage gegen den FC Memmingen eine Serie mit zwei Auftaktsiegen in Folge in der Liga. Torschütze für Bayreuth gegen die konterstarken und effizienten Memminger war Niklas Jeck zum vorübergehenden 1:1-Ausgleich. Der Bayreuther Cheftrainer Lukas Kling bilanzierte nach der Partie: „Es war ein verdienter Sieg für Memmingen. Sie haben drei Fehler von uns eiskalt bestraft. Wir sind dann zwar angerannt, konnten aber keine klaren Torchancen generieren. Die Niederlage ist völlig in Ordnung, aber für uns kein Beinbruch. Der Saisonstart war trotzdem gut. Jetzt gilt es, die Jungs wieder aufzurichten und dann den vollen Fokus auf das nächste Spiel in Schweinfurt zu richten“.

Mit sechs Punkten steht die SpVgg Bayreuth nach drei Saisonspielen auf Tabellenplatz sieben. Vor der Partie in Schweinfurt erklärt Coach Lukas Kling: „Mit Schweinfurt und uns treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sicher noch viel Entwicklungspotenzial in sich haben. Schweinfurt ist jetzt nicht so positiv gestartet, was nach dem Umbruch aber auch vollkommen verständlich ist. Sie haben eine ziemlich neue Mannschaft, einen neuen Trainer. Die Situation ist ähnlich wie bei uns. Wir wollen versuchen, auf jeden Fall in Schweinfurt was mitzunehmen, hoffen auf eine große Kulisse. Wir wollen wieder kompakter und geschlossener auftreten als gegen Memmingen, um so auch in Schweinfurt zu punkten“. Bis auf die langzeitverletzten Jann George und Kurt Pestel hat Lukas Kling voraussichtlich in Schweinfurt alle Mann an Bord.


Von Roland Schmidt
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