Nur drei Tage nach der äußerst ärgerlichen 0:1-Auswärtsniederlage bei Tabellen-Schlusslicht SpVgg Ansbach hat die SpVgg Bayreuth am Dienstag, 15. September, um 19 Uhr im Rahmen des 9. Spieltages der Regionalliga Bayern im Heimspiel gegen den TSV Aubstadt die Chance, sich zu rehabilitieren.
Durch die 0:1-Niederlage in Ansbach – man hatte vor allem in der zweiten Hälfte haufenweise Chancen, war drückend überlegen und kassierte bei einem Konter den „Lucky Punch“ durch die Mittelfranken - fiel die Altstadt mit sieben Punkten nach acht Partien auf Tabellenplatz 16 zurück und steht damit auf dem oberen Relegationsplatz. Der TSV Aubstadt steht aktuell mit acht Zählern auf Tabellenrang zwölf. Siege gab es im offiziellen Saisonauftaktspiel mit 5:1 gegen Drittliga-Absteiger FC Schweinfurt 05 und am 7. Spieltag mit 2:0 im Heimspiel gegen die SpVgg Ansbach. Jeweils einen Zähler holten die Unterfranken in den Partien gegen den SV Wacker Burghausen (2:2) und beim aktuellen Spitzenreiter TSV Buchbach (1:1). Niederlagen gab es mit 2:3 gegen den TSV 1860 München, mit 0:3 beim VfB Eichstätt und zuletzt am vergangenen Freitag mit 2:3 gegen die SpVgg Unterhaching.
Aubstadt ging in der hart umkämpften und packenden Partie gegen die Hachinger dabei zweimal durch Marcel Fischer (23.) zum 1:0 und durch Severo Sturm zum 2:1 (52.) in Führung, Jeroen Krupa glich jedoch für Unterhaching zum 1:1 (28.) und 2:2 (57.) aus, ehe letztlich Alexander Beusch das Spiel in der 71. Minute mit dem 3:2 für die SpVgg Unterhaching entschied. Aubstadt drängte in der Folge erfolglos auf den erneuten Ausgleich.
Auch mit der SpVgg Bayreuth kreuzte die „Macht im Grabfeld“, wie die Aubstadter sich selbst bezeichnen, bereits im Achtelfinale des Bayerischen Verbandspokals (Totopokal) die Klingen. In einem wahren „Pokalkrimi“ setzte sich der gastgebende TSV letztlich mit 7:6 nach Elfmeterschieden durch. Nach regulärer Spielzeit war es 2:2 gestanden. Jeweils zwei Treffer erzielten Marvin Weiß zum 1:0 (18.) und 2:1 (65.) für Aubstadt, Patrick Scheder sorgte jeweils für die Ausgleichstreffer der Bayreuther (1:1 in der 54. und 2:2 in der 78. Minute). Im Elfmeterschießen schoss Niklas Jeck schließlich den letztlich entscheidenden Bayreuther Strafstoß an die Latte.
Bester Torschütze der Aubstadter in der Liga ist bislang der 26-jährige Severo Sturm mit vier Treffern und einer Vorlage. Max Grimm (22) ist der zweite gefährliche Scorer mit zwei Toren und fünf Vorlagen. Stürmer Franz Helmer (25) hat bislang ein Tor und Pascal Moll (25) eine Vorlage auf dem Konto.
Stammkräfte im Aubstadter Mittelfeld sind der nach einem einjährigen USA-Aufenthalt nach Deutschland zurückgekehrte Sohn von Cheftrainer Claudiu Bozesan, Fabio Bozesan (25, zuvor FC Schweinfurt 05), der aus dem Schweinfurter Drittligakader der vergangenen Saison gekommene Routinier Joshua Endres (29, bislang zwei Tore), Leon Heinze (27, eine Vorlage), der vom Würzburger FV gekommene Ukrainer Heorhii Nachkebiia (ein Tor), Urgestein und Routinier Timo Pitter (34) sowie Marvin Weiß (24).
In der Abwehr verteidigen Routinier und Mannschaftskapitän Steffen Behr (31), der aus Freiberg in der Regionalliga Südwest gekommene Jacob Engel (25, bisher ein Tor), sowie die erfahrenen Ingo Feser (30, bisher ein Treffer), Tim Hüttl (28),), Marco Nickel (27, ein Tor) sowie Marcel Fischer (22, bislang ein Tor. Das Aubstadter Gehäuse hütet der 27-jährige, vor zwei Jahren von Bayern Hof gekommene Ukrainer Vladyslav Vertey.
Die Historie der Regionalliga Bayern verspricht einen interessanten Spielverlauf – insgesamt elfmal trafen die Altstadt und die Aubstadter bislang aufeinander. Sechs Partien endeten dabei mit einem Unentschieden, dreimal siegte die SpVgg Bayreuth – und in der vergangenen Saison 2025/26 siegte Aubstadt zweimal – 3:2 in der Hinrunde in Bayreuth und zum Saison-Abschluss bei den Unterfranken souverän mit 4:0.
Die Altstadt hat damit am Dienstagabend vielfältige Gründe zur Revanche. Die Bayreuther stecken nach den beiden Auftaktsiegen mit 3:0 gegen die Bundesligareserve des FC Augsburg und dem 2:0-Auswärtserfolg bei der Zweitligareserve der SpVgg Greuther Fürth mittlerweile in einer veritablen Ergebniskrise, in den vergangenen sechs Spielen wurde lediglich noch ein Punkt geholt (2:2 gegen den FV Illertissen), ansonsten gab es fünf Niederlagen gegen Memmingen und Burghausen sowie in Schweinfurt, beim TSV Buchbach und zuletzt am vergangenen Samstag bei der vor der Partie punktlosen SpVgg Ansbach.
Die Altstadt vergab in der Partie bei den Mittelfranken eine Vielzahl von teilweise hochkarätigen Chancen und musste schließlich bei einem eiskalten Konter durch Dino Nuhanovic in der 81. Minute das entscheidende 0:1 hinnehmen. „Wir hatten wieder Chancen für drei Spiele, spielten Ansbach in der zweiten Halbzeit an die Wand und bekamen dann mit einem Konter die 0:1-Niederlage. Es ist schwierig, das in Worte zu fassen, weil wir Chancen ohne Ende hatten und einfach die Tore nicht machten“, bilanzierte der Bayreuther Cheftrainer Lukas Kling nach der Partie.
Etwas ausführlicher fasste sich Co-Trainer Sebastian Köhler, der zur Niederlage in Ansbach betonte: „Wir wollten eine Reaktion auf das zurückliegende Wochenende zeigen. Wir haben etwas Zeit benötigt, um in das Spiel zu finden. Dann war es von uns ansehnlich. Wir können und müssen auch in Führung gehen. Dann haben wir vier Großchancen, verpassen dabei aber kraftvolle Torabschlüsse. Dann passen wir einmal nicht auf und bekommen das Gegentor. Man könnte diskutieren, ob das 0:1 unglücklich oder unverdient ist. Es war aber einfach zu wenig, um hier drei Punkte mitzunehmen. Jetzt müssen wir uns als Team und Trainerstab aufraffen. Die Fans nehmen die Auswärtsfahrt auf sich und geben alles. Für diese Unterstützung belohnen wir unsere Fans nicht. Nur gemeinsam kommen wir aus dem Tief wieder heraus.”
Chefcoach Kling fand zur anstehenden Heimpartie gegen den TSV Aubstadt deutliche Worte: „Wir müssen jetzt ums Verrecken die Tore machen, damit wir endlich wieder punkten“. An der Verletztensituation hat sich gegenüber dem Spiel in Ansbach nichts geändert. Neben den langzeitverletzten Jann George und Kurt Pestel werden somit auch wieder Niklas Jeck, Florian Markert und Tino Lennerth fehlen.