Veröffentlicht am 01.08.2026 09:00, aktualisiert am 01.08.2026 09:20

„Immer alles auf dem Platz lassen und baldmöglichst die Klasse halten“

Das Team der SpVgg Bayreuth in der Regionalligasaison 2026/27. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)
Das Team der SpVgg Bayreuth in der Regionalligasaison 2026/27. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)
Das Team der SpVgg Bayreuth in der Regionalligasaison 2026/27. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)
Das Team der SpVgg Bayreuth in der Regionalligasaison 2026/27. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)
Das Team der SpVgg Bayreuth in der Regionalligasaison 2026/27. (Foto: SpVgg Bayreuth/Simon Helfensdörfer)

„Wir wollen besser abschneiden als in der auf Rang 13 abgeschlossenen vergangenen Spielzeit. Auf jeden Fall wollen wir in jedem Spiel Gas geben und immer alles auf dem Platz lassen. Wir wollen so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern und dann in der Tabelle so weit hoch kommen wie möglich“. Diese Zielsetzung gibt Altstadt-Cheftrainer Lukas Kling für die neue Saison in der Regionalliga Bayern aus, die am Freitag vor einer Woche mit einem deutlichen Bayreuther 3:0 (1:0)-Heimsieg gegen die Bundesligareserve des FC Augsburg erfolgversprechend begann.

Nach der aus wirtschaftlichen Gründen erfolgten Umstellung des Spielbetriebs von Profi- auf ambitionierte Amateurbasis mit trotzdem professionellen Rahmenbedingungen hatte die Altstadt in der Sommerpause einen deutlichen personellen Umbruch zu verkraften. Elf Neuzugänge – die Stürmer Kelvin Onuigwe (SSV Jahn Regensburg II, 22 Jahre), Louis Stöcker (FC Augsburg, 18), Adrian Heinle (FC Union Heilbronn, 26) und Erijon Shaqiri (Bahlinger SC, 23), die Mittelfeldspieler Micah Ham (FC Ingolstadt 04 II, 20), Denis Latifovic (TSG Balingen, 28), Niklas Doll (FC Hertha 03 Zehlendorf, 26) und Pierre Weber (Hallescher FC, 22) sowie in der Abwehr Marlon Fries (SpVgg Greuther Fürth II, 22), Kurt Pestel (FC Eilenburg, 21) und Niklas Jeck (ZFC Meuselwitz, 24) - galt es in der Vorbereitung in das junge Team mit einem Durchschnittsalter von 22,6 Jahren zu integrieren.

Neben erfahrenen Akteuren wie Edwin Schwarz (31), Dennis Lippert (30) oder dem leider früh in der Vorbereitung wegen einer Patellaverletzung längerfristig bis zur Winterpause ausfallenden Jann George (33) und gestandenen Führungsspielern mit Mitte/Ende Zwanzig wie Marco Zietsch oder dem als Ersatz für Nicolas Andermatt als Spielmacher verpflichteten Denis Latifovic, besteht der Kader aus vielen „jungen Wilden“. Diese wollen einfach Vollgas geben und alles dafür tun, bei der Altstadt den nächsten Schritt in ihrer Karriere machen zu können. „Die Arbeit mit den Spielern macht einfach viel Spaß“, so Lukas Kling.

Dass dieses neue Konzept durchaus aufgehen kann, unterstrich die Saisonvorbereitung. In sechs Partien blieben die Bayreuther ungeschlagen, neben überzeugenden Siegen gegen Landesliga-Aufsteiger 1. FC Kalchreuth (6:0), die Bayernligisten ASV Neumarkt (5:0) und DJK Ammerthal (9:1) sowie Nordost-Oberligisten VfB Auerbach (2:1) gab es mit dem 1:0-Heimspielsieg vor über 1.500 Zuschauern im heimischen Hans-Walter-Wild-Stadion gegen den Zweitbundesligisten SpVgg Greuther Fürth eine Überraschung und einen weiteren starken Auftritt beim 1:1 im Abschlusstest gegen den Nordost-Regionalligisten FC Carl-Zeiss Jena. Außerdem kam man in der ersten Hauptrunde des Bayerischen Verbandspokals mit einem 5:0-Sieg beim Bezirksligisten Bavaria Waischenfeld weiter, in der zweiten Hauptrunde geht es am kommenden Dienstag, 4. August, zum Nord-Bayernligisten TSV Kornburg. „Insgesamt war die Vorbereitung sehr positiv. Wir wissen aber auch das Ganze richtig einzuschätzen und einzuordnen“, dämpfte Coach Kling frühzeitig etwaig aufkommende Euphorie.

Schon fast ein „Luxusproblem“ hat die Altstadt auf der Torhüterposition: Sowohl Lino Kasten als auch Lucas Zahaczewski präsentierten sich auf einem konstant hohen Niveau und überzeugten in Training und Testspielen gleichermaßen, so dass sich das Trainerteam dafür entschied, aktuell keinen klassischen Stammtorhüter festzulegen. Stattdessen soll zunächst Lino Kasten vier Einsätze zwischen den Pfosten erhalten und anschließend Lucas Zahaczewski an den ersten acht Spieltagen vier Mal zum Einsatz kommen. Ob dieser Plan so hinhaut, muss man abwarten, da Zahaczewski zur Zeit noch an einer Fingerverletzung laboriert.

Der aktuelle Kader gibt der Altstadt nach den Worten von Lukas Kling „mehr Flexibilität und Variabilität, vorne sind wir etwas kräftiger und bulliger aufgestellt, haben aber auch Geschwindigkeit. Vor allem auf den Außenbahnen haben wir viel Speed dazubekommen. Auch können wir, was hoffentlich nicht passieren wird, mal den einen oder anderen Ausfall kompensieren“.

Leider hgab es nach der längerfristigen Verletzung von Jann George mittlerweile einen weiteren größeren Rückschlag, Kurt Pestel fällt nämlich ebenfalls länger wegen eines Kreuzband- und Meniskusrisses im ersten Punktspiel gegen Augsburg aus. Auch Marco Zietsch wird zwei bis drei Wochen wegen eines Außenbandrisses am Sprunggelenk ausfallen.

Der Auftakt gegen den FC Augsburg II gestaltete sich aber immerhin schonmal durchaus vielversprechend. Das Team zeigte, ganz wie es die von Trainer Kling ausgegebene Spielphilosophie fordert, eine große Willens- und Kampfesleistung, „die Spieler haben ihr Leben auf dem Platz gelassen“, so Kling nach der Partie. Alle drei Tore wurden durch drei Neuzugänge – Kelvin Onuigwe, Niklas Doll und Erijon Shaqiri – erzielt. Und die Fans trieben das Team mit einer wieder einmal unglaublichen Stimmung nach vorne. 1.712 Zuschauer kamen zum Auftaktspiel ins Hans-Walter-Wild-Stadion.

Stichwort Fans: Bei der Zuschauerzahl kalkuliert SpVgg-Geschäftsführer Lorenz Röthlingshöfer mit einem Durchschnitt von 1.600, die Zahl der verkauften Dauerkarten liegt nahe am Niveau der Vorsaison. Die Zuschauerkalkulation erfolgte laut Röthlingshöfer „wohlwissend darüber, dass wir wieder ein Spiel ,Die Oldschdod für alle`planen und ein Heimspiel gegen Drittliga-Zwangsabsteiger TSV 1860 München mit sicher außerordentlichem Faninteresse auf dem Spielplan steht. Der tatsächliche Zuschauerschnitt wird also hoffentlich etwas höher liegen als kalkuliert“.

Ansonsten hat die Altstadt im wirtschaftlichen Bereich laut Röthlingshöfer einen sauberen und klaren Plan, um die noch vorhandenen Altlasten abbauen zu können. Das Spielerbudget sinkt im Vergleich zur vergangenen Saison um 30 bis 40 Prozent. Einige Spieler werden sich parallel zum Fußball auch eine berufliche Zukunft aufbauen. Parallel zum Saisonstart stellte die SpVgg auch eine weitere wichtige Weiche im Hinblick auf eine nachhaltige Weiterentwicklung des Vereins, indem der e.V. der SpVgg Oberfranken Bayreuth 100 Prozent der Anteile an der Spielbetriebs GmbH übernahm. Die bisherigen Gesellschafter der Spielbetriebs GmbH, darunter die früher auch schon als Geschäftsführer aktiven Dr. Wolfgang Gruber und Mathias Fleischmann, verzichten dabei auf ihre in der Vergangenheit entstandenen Forderungen.

Nach dem ersten Auswärtsspiel am Samstag, 1. August, um 16 Uhr bei der Zweitbundesligaresrerve der SpVgg Greuther Fürth empfängt die Altstadt am Freitag, 7. August, um 19 Uhr zum zweiten Heimspiel der Saison den FC Memmingen. Hier die weiteren Heimspieltermine der SpVgg während der Hinrunde der Regionalliga Bayern:

Freitag, 21. August, 19 Uhr, gegen FV Illertissen

Freitag, 4. September, 19 Uhr, gegen SV Wacker Burghausen

Dienstag, 15. September, 19 Uhr, gegen TSV Aubstadt

Samstag, 19. September, 14 Uhr, gegen SpVgg Unterhaching

Samstag, 3. Oktober, 14 Uhr, gegen TSV Landsberg

Freitag, 16. Oktober, 19 Uhr, gegen VfB Eichstätt

Samstag, 31. Oktober, 14 Uhr, gegen 1. FC Nürnberg II

Freitag, 13. November, 19 Uhr, gegen DJK Vilzing


Von Roland Schmidt
rs
north