Veröffentlicht am 05.09.2026 08:00

„Es herrscht eine echte Aufbruchstimmung im Bayreuther Eishockey“

Michael Schwellengeber ist der Vorsitzende des EHC Bayreuth, bei ihm laufen die Fäden beim Neustart des Bayreuther Eishockeys zusammen.  (Foto: sd)
Michael Schwellengeber ist der Vorsitzende des EHC Bayreuth, bei ihm laufen die Fäden beim Neustart des Bayreuther Eishockeys zusammen.  (Foto: sd)
Michael Schwellengeber ist der Vorsitzende des EHC Bayreuth, bei ihm laufen die Fäden beim Neustart des Bayreuther Eishockeys zusammen.  (Foto: sd)
Michael Schwellengeber ist der Vorsitzende des EHC Bayreuth, bei ihm laufen die Fäden beim Neustart des Bayreuther Eishockeys zusammen.  (Foto: sd)
Michael Schwellengeber ist der Vorsitzende des EHC Bayreuth, bei ihm laufen die Fäden beim Neustart des Bayreuther Eishockeys zusammen.  (Foto: sd)

„Wir haben nicht den Anspruch, unbedingt in die Bayernliga aufsteigen zu müssen. Wir möchten gerne in den Playoffs weiterkommen als in den vergangenen beiden Spielzeiten. Wir sagen natürlich nicht nein, wenn es noch erfolgreicher werden sollte. Aber wir bleiben am Boden. Dampfplauderer und Überflieger hatten wir im Bayreuther Eishockey in den vergangenen Jahren genug“. Mit diesen Worten skizzierte Michael Schwellengreber, der Vorsitzende des EHC Bayreuth, im Gespräch mit der BTSZ die Zielsetzung für den Neustart des Bayreuther Eishockeys in der Landesliga nach der Insolvenz der onesto Tigers Spielbetriebs GmbH und dem Aus des Profi-Oberligateams.

Nach aktuellem Stand sind für die kommende Saison in der Landesliga Gruppe B bereits gut 400 Dauerkarten verkauft, gut 300 davon sind Sitzplatz-Saisontickets. „Ich bin einfach überwältigt von der Resonanz auf den Neustart des Bayreuther Eishockeys. Es herrscht eine echte Aufbruchstimmung, die im kleineren Rahmen mit der bei 1860 München im Fußball zu vergleichen ist“, so der Vorsitzende. „Trotz anderweitiger Befürchtungen angesichts der beiden Insolvenzen der onesto Tigers und der alten Bayreuth Tigers zwei Jahre zuvor sind zwischen 80 und 90 Prozent der Sponsoren der vergangenen Saison dem Bayreuther Eishockey erhalten geblieben. Diejenigen, die aufhörten, hatten nachvollziehbare Gründe und fördern oft trotzdem noch bei einzelnen Projekten. Damit sind wir auch finanziell auf einem so guten Weg, dass auch unser größtes Ziel, die Entschuldung des Vereins, immer näher rückt“.

Der Großteil der Spieler der Landesligamannschaft der vergangenen Saison um Routinier Andreas Geigenmüller ist dem EHC erhalten geblieben, dazu kommen aus dem Oberligateam der onesto Tigers der vergangenen Spielzeit Publikumslieblinge wie Jan Hammerbauer, Florian Lüsch und Tim Zimmermann. „Wir haben damit sicherlich eine starke Truppe, die auch charakterlich hervorragend passt und die eine sehr gute Kameradschaft pflegt. Das Maß aller Dinge in unserer Gruppe B der Landesliga sind aber meiner Meinung nach der EV Pegnitz und der ESC Haßfurt. Sehr hoch schätze ich auch Bad Aibling und den TSV Trostberg ein. Insgesamt sind die Teams in der Landesliga qualitativ sehr zusammengerückt. Die Mannschaft mit der größten Konstanz über die gesamte Saison wird sich aber durchsetzen“, betont Schwellengreber. „Der EV Pegnitz hat beispielweise mit Ales Furch und Roman Navarra zwei Stürmer in seinen Reihen, die jederzeit Oberliga spielen könnten und die beruflich als Eismeister im Pegnitzer Eisstadion arbeiten und so finanziell leistbar sind“.

Gleich zu Saisonbeginn wird der EHC einen Eindruck davon bekommen, wo das Team steht. Bereits am 1. Spieltag am Samstag, 10. Oktober, um 17 Uhr steigt im Bayreuther Eisstadion das offizielle Saison-Eröffnungsspiel der Landesliga Bayern und Nachbarschaftsderby zwischen dem EHC Bayreuth und dem EV Pegnitz. Geplant ist ein großes Rahmenprogramm, unter anderem werden die 20 Landesligisten der Gruppen A und B vorgestellt und sind mit Abordnungen vertreten, das DEB-Fanmobil ist vor Ort und wirbt für die Weltmeisterschaft 2027, die Deutschland stattfindet. Feierlich wird es, wenn die Nationalhymne und die Bayernhymne gespielt wird und nicht zuletzt feiert der EHC an diesem Tag auch sein 20-jähriges Bestehen. Am 2. Spieltag, am Sonntag, 18. Oktober, spielt das Team dann um 18.30 Uhr beim ESC Haßfurt, dem zweiten erwarteten Spitzenteam. „Nach zwei Spieltagen haben wir damit schon einen ersten Eindruck, wo wir stehen. Es kann bei erfolgreichen Spielen die Euphorie angeheizt, im Falle bei wenig Erfolg aber auch das Gegenteil eintreten“, so der Vorsitzende.

Natürlich hofft man beim EHC auf großes Publikumsinteresse beim Eröffnungsspiel gegen Pegnitz. Hier kommt ein großes Problem ins Spiel, das den EHC in der gesamten kommenden Saison begleiten wird: „Vor kurzem erreichte uns die schockierende Nachricht, dass ein großer Teil der Stehplätze im Eisstadion aus statischen Gründen gesperrt werden muss. Die Stehränge weisen in den zu sperrenden Bereichen Durchbiegungen auf, die wohl im Laufe der Jahre durch Überlastung entstanden sind. Im Stehplatzbereich genutzt werden können nur noch etwa 380 Plätze in der Ostkurve und etwa 360 Stehplätze in der Rundung auf der Gästeseite. Als Ausgleich für die gesperrten Stehplätze wird die Hälfte der neuen Sitzplatztribüne, die eigentlich nach den ursprünglichen Planungen in der kommenden Saison nicht genutzt werden sollte, geöffnet werden. Bei einem Treffen mit den Fanclubs haben wir die Situation erörtert und sind zu allseits tragbaren Lösungen gekommen. Insgesamt haben wir trotz der Sperrungen eine Stadionkapazität von 2.250 Plätzen. Im Eröffnungsspiel gegen Pegnitz erwarten wir auf jeden Fall eine vierstellige Besucherzahl“, erklärte Schwellengeber.

Der EHC-Vorsitzende hob die kooperative Form, wie die Stadt und der Verein mit der gegebenen Situation im Eisstadion umgehen, hervor. „Wir hoffen, dass sich zur Verbesserung der Situation im Eisstadion nach der Saison etwas tut und vertrauen darauf, dass die entsprechenden Gremien der Stadt sich zu machbaren Lösungen durchringen“. Schwellengeber wandte sich auch gegen übertriebene Befürchtungen, etwa hinsichtlich des Stadiondaches. „Fakt ist, dass das Dach routinemäßig alle fünf Jahre eine TÜV-Untersuchung benötigt, und diese steht in zwei Jahren wieder an. Es ist nicht so, wie es immer mal wieder in der öffentlichen Diskussion hochkommt, dass das Dach in zwei Jahren nicht mehr abgenommen wird. Auch hinsichtlich der Eisbereitung wurden in den vergangenen Jahren möglichst viele Ersatzteile besorgt, die am Markt zu haben waren. Richtig ist, dass es Ersatzteile für die Anlage nicht mehr zu kaufen gibt. Aber wir haben sehr erfahrene Eismeister, die auch eigenes Know-How und Ideen einbringen und etwaige Probleme meistern können“.

Eine große Erleichterung brachte für den EHC, dass dieser Tage das für den Spielbetrieb und das Catering wichtige Equipment im Eisstadion im Zuge des Insolvenzverfahrens der onesto Tigers Spielbetriebs-GmbH durch die Stadt erworben werden konnte. Von der finanziellen Belastung her verglich Schwellengreber den Etat für das Landesliga-Team des EHC „etwa mit einer Bezirksligamannschaft im Fußball“.

Großen Wert legt der EHC auch weiterhin auf die Nachwuchsarbeit. „Wir haben bis auf die Altersklasse U20 in allen Altersklassen eigene Nachwuchsteams und sind damit mit drei von fünf Sternen im Ausbildungsprogramm des DEB klassifiziert. Landesligaweit sind wir der einzige Verein mit zwei hauptamtlichen Nachwuchstrainern. Diese Zahl an Nachwuchstrainern ist selbst in der Bayernliga eine absolute Seltenheit. Wir wollen auch langfristig eine Seniorenmannschaft mit großem Bayreuth-Bezug, und hierfür ist eine qualifizierte eigene Jugendarbeit essentiell“, betonte Schwellengreber.


Von Roland Schmidt
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