So lief die Hinrunde der SpVgg Bayreuth

BAYREUTH. Die Hälfte der Saison ist rum in der Regionalliga Bayern. Die SpVgg Bayreuth steht auf einem überragenden zweiten Tabellenplatz. Wir schauen uns die Hinrunde der Mannschaft von Timo Rost noch einmal rückblickend an.

Timo Rost hatte die Mannschaft in der vergangenen Saison nach einem miserablen Start übernommen und zum Klassenerhalt geführt. Der Coach hat dem Team einen neuen Stil verpasst und es damit zurück auf die Erfolgsspur geführt. Die Euphorie vor der neuen Saison war dementsprechend groß. „Unsere Fans sollen träumen, immer vom Maximum. Ich glaube schon, dass sie das auch alles gut einschätzen können. Die Ergebnisse aus dem letzten Jahr waren eine Gemeinschaftsproduktion von Mannschaft und Fans. Wir sind aus einer schier aussichtslosen Lage herausgekommen, da hat natürlich auch die große Unterstützung der Fans zu Hause und auch auswärts sehr geholfen“, sagte Rost in einem Gespräch mit uns vor der Saison.

Aber die Euphorie bekam früh in der Saison einen herben Dämpfer, denn das erste Spiel in Aschaffenburg endete 0:4. Es folgte ein 1:3 vor heimischem Publikum gegen Garching. Klar kam da der schlechte Start aus dem vergangenen Jahr in den Sinn. Aber die Spieler betonten anschließend, es war nicht in ihren Köpfen. „Wir haben uns auf unsere Stärken konzentriert. Es kamen auch keine Sorgen und Gedanken an das letzte Jahr auf, als es zu Beginn ja auch nicht gut lief“, sagte beispielsweise Offensivmann Alexander Piller.

Neun Spiel ohne Niederlage

Und die Altstadt sollte für die Ruhe belohnt werden. Am 3. Spieltag gab es in Memmingen den ersten Saisonsieg (3:2). Es folgten acht weitere Partien ohne Niederlage. Das Highlight war sicherlich das 7:2 zu Hause gegen Illerstissen, als die Bayreuther vor der Pause binnen zehn Minuten vier Tore schossen. Auch hervorzuheben ist das 0:0 gegen den aktuellen Spitzenreiter Türkgücü München. Der Ligaprimus hat weitaus mehr Möglichkeiten als die Altstadt und schöpft aus einem viel höheren Etat.

Rost setzt ein Zeichen!

Vor der Partie in Rain am Lech stand der erfolgreiche Weg der Altstadt dann allerdings vor einer harten Probe, denn Trainer Rost bekam ein Angebot von Drittligist Jena. Klar war diese Offerte sehr lukrativ und es hätte dem Coach die Möglichkeit gegeben, im Profibereich zu arbeiten. Doch der Übungsleiter entschied sich gegen viel Geld und die 3. Liga und für den eingeschlagenen Weg mit Bayreuth. „Das ist ein Zeichen für die Mannschaft, die Fans und für jeden, der mit der Altstadt zu tun hat. Wir haben die Chance, als Team erfolgreich zu sein und ich habe mich nun klar positioniert“, so Rost.

Vier Siege in Folge

Die Hoffnung des Trainers war auch, dass die Mannschaft durch sein klares Bekenntnis noch einmal einen Sprung nach vorne macht. Und genau das tat sie, denn es folgten drei Siege in Serie. Angefangen mit dem Ausrufezeichen zu Hause gegen Schweinfurt, als die Altstadt eine Stunde in Unterzahl spielen musste und am Ende trotzdem mit 3:1 gewann. Der Aufstiegskandidat für zu Hause absolut verdient geschlagen. Es folgte das 3:0 in Heimstetten und zum Abschluss der Hinrunde ein 6:1 gegen Schalding-Heining. Eine Partie, die genau zeigte, was die Altstadt für eine Entwicklung genommen hat. Defensiv stabil, nach vorne durch pfeilschnelles Umschalten immer gefährlich: Das ist die Spielweise von Rosts Team. Nach der Partie lobte der Coach einmal mehr die Spieler, die seinen Weg zu 100 Prozent mitgehen. Nur so sei es möglich, solchen Erfolg zu haben.

Beste Offensive und Platz 2

Belohnt wird die harte Arbeit aktuell mit dem Blick auf die Tabelle: Die Bayreuther stehen aktuell auf Rang zwei, sechs Punkte hinter Spitzenreiter Türkgücü München. Mit 36 Treffern hat die Altstadt den besten Angriff der Liga. Nach 17 Spielen lässt sich also sagen: Die Bayreuther sind eines der Spitzenteams der Liga. In Sachen Aufstieg wird es freilich schwer, aber das war ohnehin nicht das Ziel. Aber sollte es so weitergehen, dann ist der Mannschaft von Rost alles zuzutrauen. Und wenn nicht in diesem Jahr, dann kann im neuen Jahr ein nächster Angriff genommen werden. Der Coach hat sich auf jeden Fall klar für diesen Weg entschieden.

Aber nun steht erst einmal die Rückrunde an – und die startet mit dem Heimspiel gegen Aschaffenburg. Und da haben die Bayreuther etwas gutzumachen. Stichwort 0:4…

Mirko Strässer