Veröffentlicht am 20.04.2026 17:47

Warten auf den Chefposten im Festspielhaus

Bei den Bayreuther Festspielen ist eine zentrale Personalfrage weiter offen. (Foto: Dörfler)
Bei den Bayreuther Festspielen ist eine zentrale Personalfrage weiter offen. (Foto: Dörfler)
Bei den Bayreuther Festspielen ist eine zentrale Personalfrage weiter offen. (Foto: Dörfler)
Bei den Bayreuther Festspielen ist eine zentrale Personalfrage weiter offen. (Foto: Dörfler)
Bei den Bayreuther Festspielen ist eine zentrale Personalfrage weiter offen. (Foto: Dörfler)

BAYREUTH.Die Bayreuther Festspiele stehen vor einem besonderen Sommer: 150 Jahre nach ihrer Gründung richten sich alle Blicke auf das Jubiläumsprogramm – und zugleich auf eine offene Personalfrage hinter den Kulissen.

Im Rahmen einer Pressekonferenz im Festspielhaus, bei der Festspielleiterin Katharina Wagner und ihr Team das Programm für das Jubiläumsjahr vorstellten, kam auch die künftige Führungsstruktur zur Sprache. Auf die Frage, wann der neue General Manager seine Arbeit aufnehmen werde, verwies Katharina Wagner an die Ministerien. Dabei galt die Personalie als geklärt.

Bereits im Sommer 2025 wurde das Findungsverfahren für die neu geschaffene Position des General Managers abgeschlossen. Mit Matthias Rädel steht seitdem der künftige Amtsinhaber fest. Auch die amtierende Festspielleitung um Katharina Wagner hatte sich öffentlich positiv über die Zusammenarbeit geäußert. Vorgesehen war, dass Matthias Rädel gemeinsam mit Katharina Wagner eine neue Doppelspitze bildet.

Umso mehr stellt sich die Frage, warum die Umsetzung bis heute auf sich warten lässt. Denn weder das Aufgabenprofil noch die finanziellen Rahmenbedingungen der Festspiele sind unklar. Die Gesellschafter haben sich auf eine neue Struktur verständigt: Künftig soll ein General Manager die Geschäftsführung übernehmen, während die künstlerische Leitung in den Händen der Festspielleitung bleibt.

Auch die personellen Übergänge waren eingeleitet. Die Gesellschafter der Festspiele und der damalige kaufmännische Geschäftsführer Ulrich Jagels hatten sich darauf verständigt, dass Jagels seine Tätigkeit vorzeitig beendet. Für die Übergangszeit wurde mit dem 86-jährigen Heinz-Dieter Sense ein erfahrener Interims-Geschäftsführer bestellt, der die kaufmännische Leitung von 1. September bis 31. Dezember 2025 übernahm – bis zum ursprünglich geplanten Amtsantritt des neuen General Managers.

Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst bestätigt auf Anfrage, dass die neue Struktur weiterhin vorbereitet wird. Minister Markus Blume betont mit Blick auf das Jubiläum: Man bündele derzeit die Kräfte auf das große Ereignis und kläre parallel die offenen Fragen der künftigen Organisation.

Konkret geht es um die Überarbeitung der Geschäfts- und Finanzordnung. Diese bildet die Grundlage für die neue Aufgabenverteilung und ist Voraussetzung für die Verträge mit der künftigen Geschäftsführung. Erst wenn dieser Rahmen endgültig steht, können die Vereinbarungen abgeschlossen werden. Ziel ist es nach Angaben des Ministeriums, die neue Struktur im Anschluss an die Jubiläumsfestspiele in Kraft zu setzen.

Die zeitliche Abfolge wirft dennoch Fragen auf. Wenn das Auswahlverfahren seit Monaten abgeschlossen ist und die künftige Zusammenarbeit als gewünscht gilt, bleibt offen, warum die Umsetzung weiter hinausgeschoben wird. Ebenso stellt sich die praktische Frage, wie lange ein bereits ausgewählter Kandidat auf den Antritt einer solchen Position warten kann – zumal auch er bestehende berufliche Verpflichtungen berücksichtigen muss.

Eine Entscheidung ist getroffen – ihr Vollzug lässt weiter auf sich warten.


Von Gabriele Munzert
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