Veröffentlicht am 19.04.2026 21:47

Altstadt: In Würzburg absolut nichts zu verlieren

Im Hinspiel im Hans-Walter-Wild-Stadion (Bild) erkämpfte die Altstadt mit einem 0:0 einen Punkt gegen die Würzburger Kickers. (Foto: Archiv/Dirk Ellmer)
Im Hinspiel im Hans-Walter-Wild-Stadion (Bild) erkämpfte die Altstadt mit einem 0:0 einen Punkt gegen die Würzburger Kickers. (Foto: Archiv/Dirk Ellmer)
Im Hinspiel im Hans-Walter-Wild-Stadion (Bild) erkämpfte die Altstadt mit einem 0:0 einen Punkt gegen die Würzburger Kickers. (Foto: Archiv/Dirk Ellmer)
Im Hinspiel im Hans-Walter-Wild-Stadion (Bild) erkämpfte die Altstadt mit einem 0:0 einen Punkt gegen die Würzburger Kickers. (Foto: Archiv/Dirk Ellmer)
Im Hinspiel im Hans-Walter-Wild-Stadion (Bild) erkämpfte die Altstadt mit einem 0:0 einen Punkt gegen die Würzburger Kickers. (Foto: Archiv/Dirk Ellmer)

Nach dem souveränen 3:0-Heimsieg gegen die DJK Vilzing am vergangenen Freitag steht die SpVgg Bayreuth im Rahmen des 30. Spieltages der Regionalliga Bayern am Dienstag, 21. April, um 18.30 Uhr vor einer anspruchsvollen Auswärtsaufgabe beim aktuellen Tabellenzweiten Würzburger Kickers.

Mit 62 Punkten nach 29 Partien stehen die Würzburger in der Tabelle einen Punkt hinter Spitzenreiter 1. FC Nürnberg II. Da die U23 des Club aber auf das Aufstiegsrecht in die Dritte Liga verzichtet, wäre Würzburg aktuell für die Aufstiegsspiele gegen den Meister der Regionalliga Nordost qualifiziert. Zumindest den zweiten Platz wollen die Kickers natürlich gegen ihren Hauptverfolger, die einen Zähler zurückliegende SpVgg Unterhaching, verteidigen. Die Hachinger sind nach dem Spiel in Würzburg dann der nächste Heimgegner der Altstadt am Freitag, 24. April, um 19 Uhr.

Bis auf eine 0:1-Niederlage bei Spitzenreiter FCN II und zwei 1:1-Unentschieden bei der DJK Vilzing und beim VfB Eichstätt haben die Würzburger seit der Fortsetzung der Rückrunde nach der Winterpause sieben Siege eingefahren. Zuletzt gewannen die Kickers am vergangenen Samstag überzeugend mit 5:1 beim FC Memmingen.

Die Kickers waren in Memmingen über 90 Minuten das bessere Team und bestätigten ihre starke Form eindrucksvoll. Bereits früh stellten die Gäste die Weichen auf Sieg und dominierten die Partie über die ganze Zeit klar. Memmingen hielt zunächst ordentlich dagegen, musste sich aber der Offensivwucht der Kickers beugen, die ihre Chancen konsequent nutzten und die Partie früh entschieden. Spätestens mit dem Treffer zum 4:0 im zweiten Durchgang ließen die Kickers nichts mehr anbrennen. Mann des Tages war bei Würzburg Dion Berisha, der einen Dreierpack schnürte. Weitere Torschützen für die Kickers waren Martin Thomann und Dominik Meisel.

„Unser Gegner hat es uns am Anfang schwer gemacht - vielleicht auch, weil wir nicht den richtigen Fokus hatten. Aus guten Momenten haben wir dann aber unsere beiden ersten Tore erzielt. Wichtig war auch, dass wir in der zweiten Halbzeit noch einmal nachgelegt haben. Allerdings haben wir auch noch einige Chancen liegen gelassen. Wir nehmen die drei Punkte mit und haben auch ein wenig was für unser Torverhältnis getan”, bilanzierte Kickers-Trainer Michael Schiele nach der Partie.

13 der 56 bisherigen Würzburger Treffer hat der 1,97 Meter große, vor der Saison von Rot-Weiß Oberhausen aus der Regionalliga West gekommene Stürmerhüne Tarsis Bonga (29) erzielt. Siebenmal traf Stürmerkollege Jermain Nischalke (23), in der Rückrunde der vergangenen Saison noch bei der SpVgg Bayreuth aktiv, für die Kickers ins Schwarze. Als echte Verstärkung erweist sich der in der Winterpause neu vom Drittliga-Nachbarn FC Schweinfurt 05 gekommene und auch schon in der Drittligasaison 2022/23 bei der Altstadt aktive Mittelfeld-Routinier Martin Thomann. Der 31-Jährige hat in seinen bisherigen zehn Einsätzen bereits sechs Treffer erzielt. Ebenfalls sechs Tore hat der schon zu Zweit- und Drittligazeiten in Würzburg aktive Mittelfeldakteur Dominik Meisel (26) auf dem Konto.

Nach seinen drei Toren in Memmingen hat Dion Berisha fünf Treffer auf dem Konto. Der 22-jährige Stürmer kam Anfang September 2025 als Nachverpflichtung aus Altglienicke (Regionalliga Nordost). Der im Nachwuchs-Leistungszentrum der SpVgg Greuther Fürth ausgebildete, 19-jährige Stürmer-Youngster Cherif Cissé, hat bislang viermal für die Kickers getroffen. Abwehrspieler Marius Uhl (26) erzielte ebenso wie Angreifer Eliot Muteba (22, kam vor der Saison von Ligakonkurrent FV Illertissen) drei Tore für die Würzburger.

Der 31-jährige Eroll Zejnullahu, der in der vergangenen Saison noch bei der SpVgg Bayreuth im Mittelfeld Regie führte, hat nach einer Verletzungspause mittlerweile in 19 für Würzburg absolvierten Spielen zwei Treffer markiert. Auch die Abwehrroutiniers Ebrahim Farahnak (28) und Peter Kurzweg (32) haben je zweimal in den gegnerischen Kasten getroffen. Auf je ein Saisontor kommen bislang Mittelfeldakteur Tim Kraus (26) sowie Abwehrroutinier Luke Hemmerich (28, kam vom TSV Aubstadt und gehörte in der Spielzeit 2022/23 zum Drittligakader der Altstadt) und Defensivspieler Liam Omore (23, wechselte vor Saisonbeginn vom FV Illertissen zu den Unterfranken). Weitere Stammkräfte der Kickers sind Torhüter Johann Hipper (27) und in der Abwehr der 37-jährige Mannschaftskapitän Daniel Hägele.

In der Winterpause von den Kickers zur SpVgg Bayreuth gewechselt ist Stürmer Maximilian Fesser. Bei den Gelb-Schwarzen hat sich der 24-Jährige bestens akklimatisiert und in bislang neun Spielen vier Tore erzielt und eine Vorlage gegeben. Fesser war zusammen mit den beiden anderen Winter-Neuzugängen Florian Markert und Danilo Sekulovic auch Torschütze beim 3:0-Sieg der Altstadt am vergangenen Freitag gegen die DJK Vilzing. Durch den Sieg hat die SpVgg Bayreuth jetzt 36 Punkte nach 29 Spielen auf dem Konto und sich mittlerweile elf Punkte Vorsprung auf den oberen Relegationsplatz 15, den derzeit die Zweitligareserve der SpVgg Greuther Fürth belegt, aufgebaut.

Entsprechend zufrieden war auch der Bayreuther Cheftrainer Lukas Kling am Freitag nach dem Vilzing-Spiel: „Es war heute von der ersten bis zur letzten Minute ein absolut dominantes Spiel. Wir haben absolut verdient gewonnen. Hut ab vor den Jungs, wie sie das von Anfang an angegangen sind. Wir haben zweite Bälle gesichert und zielstrebig umgeschaltet. Wir gingen verdient in Führung, ließen nach einer halben Stunde dann ein bisschen nach, aber ohne dass Vilzing zwingend stärker geworden wäre. Wir kamen dann aus der Halbzeit, machten das 2:0. Wenn man ein Haar in der Suppe suchen wollte, dann, dass wir nicht eher das dritte oder auch ein viertes Tor gemacht haben“.

In der Historie der Regionalliga Bayern treffen die Altstadt und die Würzburger Kickers aktuell in der vierten Spielzeit aufeinander. Von den sieben bisherigen Partien gewannen die Unterfranken drei, zweimal trennte man sich unentschieden. Von den zwei Bayreuther Erfolgen bleibt besonders der 4:0-Auswärtssieg der Altstadt in der Vorrunde der vergangenen Saison 2024/25 im Kickers-Stadion am Dallenberg in Erinnerung.

In der Hinrunde der laufenden Spielzeit trennten sich die SpVgg und die Würzburger am 11. Oktober 2025 mit einem 0:0. Die Altstadt erkämpfte sich das torlose Unentschieden dabei mit viel Leidenschaft und Einsatz und beendeten eine Serie von zuvor drei Heimniederlagen in Folge. Die seinerzeitige SpVgg-Geschäftsführerin Dr. Nicole Kalemba zeigte sich nach der Partie „unheimlich glücklich darüber, dass wir heute mal das auf den Platz gebracht haben, was wir von den Spielern verlangen – Leidenschaft, Kampf, wir sind in die Zweikämpfe gegangen. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Deshalb bin ich unheimlich stolz auf die Mannschaft und das Trainerteam. Wir müssen einfach nur an uns selbst glauben und dann funktioniert das auch. Wir hätten uns vielleicht sogar noch mit dem ein oder anderen Treffer belohnen können, aber wir sind zufrieden mit diesem Punkt gegen einen Aufstiegskandidaten“.

Vor der Partie am Dienstagabend in Würzburg gab Altstadt-Coach Lukas Kling folgendes Statement ab: „Mit Würzburg kommt für uns das erste von zwei Bonusspielen, genauso wie am kommenden Freitag gegen Unterhaching. Würzburg geht als klarer Favorit in das Spiel, wir haben absolut nichts zu verlieren. Nach dem Sieg gegen Vilzing von Freitag können wir völlig befreit aufspielen. Wir wollen den Kickers einfach Paroli bieten und vielleicht sogar das Zünglein an der Waage sein im Hinblick auf die Meisterschaft. Es gilt, hochkonzentriert genauso zu arbeiten wie in den letzten Spielen. Wenn wir in Würzburg irgendwas holen sollten, wäre das super, ansonsten sollen es die Jungs einfach genießen und den Fans ein schönes Spiel bereiten. Wir werden sehen, was am Dienstag rauskommt“.

Hinsichtlich der Verletztensituation erklärte Lukas Kling, dass Kapitän Nicolas Andermatt weiter ausfallen wird. Bei Thomas Winklbauer müsse man abwarten, was seine Mandelentzündung macht. Bei Patrick Scheder (muskuläre Probleme) werde sich auch erst noch entscheiden, ob ein Einsatz möglich ist. Dennis Lippert, der gegen Vilzing angeschlagen ausgewechselt werden musste, werde sehr wahrscheinlich ausfallen.


Von Roland Schmidt
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