Nach einer Bauzeit, die in Bayreuth über Jahre hinweg für Diskussionen sorgte, hat das Friedrichsforum seinen ersten großen Schritt gemacht: Am Freitag, 17. April, fand mit dem Bundesjugendorchester und dem Bundesjazzorchester erstmals ein Konzert vor Publikum statt. Damit beginnt für das Haus eine neue Phase – noch im Probebetrieb, aber sichtbar im kulturellen Alltag angekommen. Die letzten Hürden – insbesondere beim Brandschutz – wurden überwunden. Noch läuft vieles im Probebetrieb, doch das Haus zeigte erstmals, wofür es gedacht ist.
Dass dieser Tag für alle Beteiligten eine besondere Bedeutung hatte, betont Leiter Dr. Björn Rodday. „Ich glaube, dass dieses Auftaktkonzert für alle ein wichtiges Momentum darstellt, endlich öffnen wir die Bühne für die Kultur und das Haus für die Besucher“, sagt er über den ersten Abend vor Publikum. Noch ist im Friedrichsforum nicht alles Routine, während parallel Veranstaltungen stattfinden. „Im Moment beschäftigen uns mehrheitlich immer noch Bauthemen“, sagt Björn Rodday. Umso größer sei die Bedeutung dieses ersten Abends. Er beschreibt die Situation eines Hauses im Übergang: Erstmals stand die künstlerische Nutzung im Vordergrund.
Punktlandung nach schwieriger Bauphase
Die vergangenen Jahre waren von Verzögerungen und immer neuen Herausforderungen geprägt. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger hat die Entwicklung während seiner Amtszeit eng begleitet – und spricht offen über die Belastung: „Das Friedrichsforum hat mich viele schlaflose Nächte gekostet.“ Umso größer ist die Erleichterung über den erreichten Stand. „Wir sind jetzt so weit, dass wir mit dem Probebetrieb beginnen können – oder dem Soft-Opening, wie man es nennt – und die Öffentlichkeit sieht, dass für die vielen Millionen auch wirklich etwas Tolles geschaffen worden ist.“
Entscheidend war zuletzt der Brandschutz. „Im Wesentlichen ja“, sagt OB Ebersberger auf die Frage, ob die Brandschutz-Maßnahmen abgeschlossen seien. Die Sachverständigen hätten keine grundlegenden Bedenken mehr. Dennoch bleibe es typisch für ein Projekt dieser Größenordnung, dass Details nachjustiert werden müssen. „Wenn irgendwo Türschlösser oder Türgriffe fehlen, muss das kompensiert werden.“
Die Genehmigung sei deshalb erst kurz vor der Premiere möglich gewesen. „Das ist praktisch eine Punktlandung“, so Ebersberger. Übergangslösungen – etwa zusätzliche Einsatzkräfte – sichern derzeit den Betrieb.
Den ersten öffentlichen Abend gestalteten künstlerisch das Bundesjugendorchester und das Bundesjazzorchester. Zwei Ensembles, die für musikalischen Nachwuchs und stilistische Offenheit stehen – und damit den Anspruch des Hauses widerspiegeln.
Kulturfreunde als erste Gastgeber
Dass die Gesellschaft der Kulturfreunde Bayreuth e.V. den Auftakt übernahm, ist für ihren Vorsitzenden Robert Baums kein bloßer Zufall. „Es war eine Mischung aus Bemühen und Glück“, sagt er „und mit symbolischer Dimension. Es hat mit unserer Geschichte zu tun – wir haben ja auch damals die Stadthalle eröffnet.“
Seit Jahren plane der Verein Konzerte für das neue Friedrichsforum, habe jedoch immer wieder umdisponieren müssen. „Das geht mindestens fünf Jahre zurück“, so Robert Baums. Termine wurden verschoben, Programme angepasst, Konzerte zeitweise ganz abgesagt. Erst kurzfristig kam die Bestätigung, dass der 17. April gehalten werden kann.
Für die Eröffnung sei das Programm ideal“, sagt Robert Baums. Es entspreche dem Selbstverständnis des Hauses, verschiedene musikalische Formen zusammenzuführen.
Große Nachfrage, besondere Bedingungen
Das Interesse am ersten Konzert war groß. „Ausverkauft“, berichtet Robert Baums. Sogar eine Warteliste wurde eingerichtet.
Der Auftakt bleibt immer ein außergewöhnlicher Moment – besonders weil er unter nicht ganz alltäglichen Bedingungen stattfand. „Wir sind diejenigen, die unter besonderen Bedingungen spielten,“ sagt Robert Baums. Abläufe müssten sich einspielen. Gerade darin liege aber auch eine Chance: „Wenn etwas nicht klappt, kann man später sagen: Macht nichts, hauptsache wir waren dabei – beim ersten Konzert!“
Ein Anfang für die Stadt
Für das Friedrichsforum ist endlich eine neue Phase eingeleitet. Nach Jahren der Bauzeit wird das Haus Schritt für Schritt in den Alltag überführt. Für die Stadt bedeutet das eine wichtige Erweiterung des kulturellen Angebots – an einem Ort, der ganzjährig genutzt werden kann.
Der erste Abend ist damit nicht nur ein Konzert. Er markiert den Übergang von der Baustelle zur Bühne – ein fertiges Projekt, ein Ort im Werden!