Veröffentlicht am 17.04.2026 13:05

Theater auf historischen Bühnen von Eremitage bis Sanspareil

Foto: red
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Die Sommerspiele der Studiobühne Bayreuth verbinden Theater, Geschichte und besondere Spielorte. Gespielt wird auf drei historischen Bühnen aus dem 18. Jahrhundert. Das Programm richtet sich an ein breites Publikum und bietet Unterhaltung für Jung und Alt.

Ein zentraler Spielort ist das Römische Theater in der Eremitage. Die Anlage wurde 1744 von Markgräfin Wilhelmine erbaut und liegt in einem Park am nordöstlichen Stadtrand Bayreuths. Dort steht Georg Büchners „Leonce und Lena“ auf dem Spielplan. Das Stück erzählt die Geschichte zweier Königskinder, die sich gegen ihre Rolle im Leben auflehnen. Die Inszenierung von Ulrike Zeitz verbindet märchenhafte Elemente mit Gesellschaftskritik und Fragen nach dem Sinn des Lebens. Kostüme, Bühnenbild und eigens komponierte Musik greifen den besonderen Ort auf.

Auch Familien kommen auf ihre Kosten. Mit „Mutabor – Das Märchen von Kalif Storch“ wird ein klassisches Zaubermärchen von Wilhelm Hauff gezeigt. Die Fassung von Dorothea Kirschbaum setzt auf Fantasie, Verwandlung und klare Themen wie Freundschaft und Vertrauen. Das Stück ist als Theaterabenteuer für Kinder und Erwachsene angelegt.

Im Steingraeber Hoftheater in der Bayreuther Innenstadt steht erneut die Wagner-Parodie „Der Ring – rebootet“ auf dem Programm. Regisseur und Autor Uwe Hoppe nimmt sich seit Jahrzehnten der „Ring“-Tetralogie an. Gemeinsam mit seinem Ensemble erzählt er die Handlung in komprimierter und humorvoller Form. Das Ergebnis ist eine pointierte und unterhaltsame Auseinandersetzung mit Wagners Werk.

Ein weiterer besonderer Ort ist das Felsentheater Sanspareil. Die Anlage wurde 1747 nach Plänen von Markgräfin Wilhelmine geschaffen. Dort wird Ende Juli die Uraufführung „Friederike – ohnegleichen“ gezeigt. Im Mittelpunkt steht Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth, die oft im Schatten ihrer Mutter stand. Autor und Regisseur Julius Theodor Semmelmann gibt ihr eine eigene Perspektive und macht ihre Geschichte sichtbar.

Ein einmaliger Spielort ist zudem die stillgelegte Porzellanfabrik Walküre. In der ehemaligen Malerei entsteht ein sogenannter „Lost Place“ als Theaterbühne. Dort wird das experimentelle Projekt „Der Ring des Nibelungen“ von Necati Öziri gezeigt, in Kooperation mit der Arts Dance Company Hof und gefördert durch Festival150. Projektleiter ist Stefan Schneller.

Ergänzt wird der Spielplan durch Kooperationen mit Kulturpartnern wie dem Richard-Wagner-Museum „Haus Wahnfried“ und den Gluck-Festspielen. Ein weiterer Höhepunkt ist das Stück „Malwida“, eine Gastproduktion aus Paris über Malwida von Meysenbug. In der Hauptrolle steht die französische Schauspielerin Bérengère Dautun.

Karten sind im Vorverkauf an der Theaterkasse Bayreuth erhältlich. Online-Tickets und das vollständige Programm sind unter www.studiobuehne-bayreuth.de verfügbar.


Von Jessica Mohr
jm
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