Die Rest-Rückrunde und damit die „Mission Klassenerhalt“ in der Regionalliga Bayern startet für die SpVgg Bayreuth am Samstag, 28. Februar, um 14 Uhr mit dem Auswärtsspiel beim VfB Eichstätt. Der Tabellenfünfte aus dem Altmühltal wird aber ein schwerer Brocken für die Altstadt werden, schließlich hat der Neuling mit bislang 32 Punkten aus 18 Partien eine bislang überzeugende und über den eigentlichen Erwartungen liegende Saison gespielt, der als Saisonziel ausgegebene Klassenerhalt in der Regionalliga dürfte nur noch Formsache sein.
Eigentlich hätten die Eichstätter bereits am vergangenen Samstag, 21. Februar, mit dem Nachholspiel gegen Schwaben Augsburg in die Rest-Rückrunde starten sollen, die Partie musste aber witterungsbedingt abgesagt werden. Vor der Winterpause gab es für den VfB drei Siege in den jüngsten vier Spielen. Einem souveränen 3:0 gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München sowie den Auswärtssiegen mit 1:0 in Memmingen und zuletzt 3:1 bei der U23 des FC Augsburg stand nur eine Niederlage am 7. November mit 2:3 beim TSV Buchbach gegenüber.
Die größte Veränderung in der Winterpause gab es in Eichstätt auf der Position des Cheftrainers: Nach dem völlig überraschenden Rückzug von Dominik Betz aus privaten Gründen wurde am 19. Februar Dominik Haußner als neuer Coach bis Saisonende vorgestellt. Der 47-jährige DFB-A-Lizenz-Inhaber begann seine Trainerkarriere im Nachwuchsbereich des 1. FC Nürnberg und war später Übungsleiter beim ASV Neumarkt, der DJK Ammerthal, dem SC 04 Schwabach sowie beim 1. SC Feucht und beim TSV Rain am Lech, wo er bereits Erfahrungen in der Regionalliga Bayern sammeln konnte.
In der Winterpause wechselte Mittelstürmer Kevin Mutove, der vor der Saison von der DJK Ammerthal aus der Bayernliga Nord gekommen war und in Eichstätt mit sechs Toren und fünf Vorlagen in 18 absolvierten Partien starke Leistungen zeigte, zur zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund. Paul Massari wechselte nach einer längeren Verletzungspause zurück zum SC 04 Schwabach. Neu kamen der zuletzt vereinslose, in der vergangenen Saison in der Bayernliga Nord für die zweite Mannschaft des FC Ingolstadt aktive, vielseitig einsetzbare Offensivspieler Aurel Kuquanaj (21) und mit Irfan Amidou ein 21-jähriger, groß gewachsener Mittelstürmer vom DJK Gebenbach aus der Bayernliga. Aus dem Nachwuchs des FC Augsburg wechselte zudem der erst 19-jährige, ambitionierte Abwehrspieler Lorenz Rachinger zum VfB.
Bester Torschütze im aktuellen Eichstätter Kader ist der 31-jährige Routinier Lucas Schraufstetter mit sieben Treffern. Jeweils sechs Treffer haben die Mittelfeldakteure Pascal Schittler (27) und Ferat Nitaj (23) erzielt. Zwei Tore hat Abwehrakteur Daniel Spies (27) erzielt. Auf jeweils einen Treffer kommen bislang die Abwehrspieler Elias Herger (22) und Arif Ekin (30), Mittelfeldakteur und Mannschaftskapitän Jonas Fries (29) sowie Stürmer Timo Meixner (24). Weitere Stammspieler der Eichstätter sind die Torhüter Felix Junghan (32) und Nikolai Sauernheimer (25), Stürmer Bryan Alexander Beusch (23, kam vor der Saison vom SC Eltersdorf aus der Bayernliga Nord), im Mittelfeld Jonathan Grimm (25, wechselte vom Bayernligisten Nördlingen) und Dominik Wolfsteiner (31, kam vom Bezirksligisten Greding) sowie in der Abwehr der vom Südwest-Regionalligisten Villingen verpflichtete Mustafa Fatiras (26), Florian Lamprecht (30) und Johannes Mayer (24).
In der Historie der Regionalliga Bayern kreuzten die Altstadt und der VfB Eichstätt zwischen 2017 und 2022 bislang insgesamt zwölf Mal die Klingen, sieben Mal behielt dabei die Altstadt die Oberhand, drei Mal gewann Eichstätt und in zwei Partien trennte man sich Unentschieden. Das Torverhältnis in den direkten Vergleichen beläuft sich auf 24:16 zugunsten der Gelb-Schwarzen.
Die jüngste Partie zwischen beiden Teams, das Hinspiel der laufenden Saison im Hans-Walter-Wild-Stadion, gewannen die mit abgeklärter Effektivität aufgetretenen Eichstätter am 13. September 2025 mit 2:0 durch Tore von Pascal Schittler (53. Minute) und Ferat Nitaj in der dritten Minute der Nachspielzeit. Für die Altstadt endete seinerzeit durch die Niederlage eine Serie von fünf ungeschlagenen Partien.
Die SpVgg Bayreuth geht mit aktuell 21 Punkten aus 20 Spielen in die Rest-Rückrunde der Regionalliga Bayern. Der Abstand zur zweiten Mannschaft des FC Augsburg auf dem oberen Relegationsplatz 15 beträgt zwar sechs Punkte, allerdings hat die Bundesligareserve der Fuggerstädter auch noch drei Spiele weniger absolviert. Die Altstadt wird alles daran setzen, um beim Überraschungsaufsteiger aus dem Altmühltal ergebnistechnisch an das letzte Spiel vor der Winterpause, das mit 1:0 beim aktuellen Tabellen-16. Viktoria Aschaffenburg gewonnen wurde, anzuknüpfen. Zielsetzung ist schließlich, den Klassenerhalt möglichst schnell trotz der Abgänge von Julian Bell, Jakub Mintal, Marco Stefandl, Luis Klein und Tobias Weber in der Winterpause sicherzustellen.
Neu haben die Verantwortlichen der SpVgg in der Winterpause den 24-jährigen Rechtsaußen Maximilian Fesser von Ligakonkurrent Würzburger Kickers verpflichtet. Zur Stärkung der Offensive trägt auch die auf Leihbasis bis Saisonende erfolgte Verpflichtung des 21-jährigen Stürmers Davide-Danilo Sekurovic vom FC Ingolstadt 04 bei, der bei den „Schanzern“ auch schon Drittligaerfahrung sammeln konnte. Seit Juli 2025 vereinslos war der bei Bayern München ausgebildete, 22-jährige Rechtsverteidiger Angelo Brückner - ein Defensivspieler mit viel Entwicklungspotenzial. Den nächsten Entwicklungsschritt in Bayreuth will auch der 20-jährige Mittelfeldspieler Florian Markert gehen, der vom Bayernligisten ATSV Erlangen kommt. Mit dem jetzt feststehenden Kader und den in das Team zurückgekommenen Verletzten konnte sich Trainer Lukas Kling in den Vorbereitungswochen voll auf das Ziel „Sicherstellung des Klassenerhalts“ fokussieren.
Altstadt-Cheftrainer Kling erklärte vor dem Spiel, dass die SpVgg mit Eichstätt „auf schwierigem Geläuf das Überraschungsteam dieser Saison“ erwarte. „Wir haben aber die Turbulenzen in der Vorbereitung sehr gut weggesteckt und in den Testspielen gut performt. Deshalb fahren wir selbstbewusst nach Eichstätt und wollen auf jeden Fall was mitnehmen“.