Veröffentlicht am 06.03.2026 14:47

Sanierung mit offenem Fahrplan

„Raus in die Welt“ verspricht ein Schild im Bayreuther Bahnhof. Derzeit endet die Reise allerdings meist früher. (Foto: W. Munzert)
„Raus in die Welt“ verspricht ein Schild im Bayreuther Bahnhof. Derzeit endet die Reise allerdings meist früher. (Foto: W. Munzert)
„Raus in die Welt“ verspricht ein Schild im Bayreuther Bahnhof. Derzeit endet die Reise allerdings meist früher. (Foto: W. Munzert)
„Raus in die Welt“ verspricht ein Schild im Bayreuther Bahnhof. Derzeit endet die Reise allerdings meist früher. (Foto: W. Munzert)
„Raus in die Welt“ verspricht ein Schild im Bayreuther Bahnhof. Derzeit endet die Reise allerdings meist früher. (Foto: W. Munzert)

BAYREUTH. „Die Planungen für die Instandsetzung der Pegnitzbrücken konkretisieren sich zunehmend.“ Mit diesem Satz beschreibt eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Anfrage den Stand der Arbeiten an der gesperrten Strecke zwischen Hersbruck und Pegnitz. Für vier Brücken lägen abschließende statische Berechnungen vor, für die nördlich gelegenen Bauwerke zwischen Neuhaus und Pegnitz hätten vorbereitende Maßnahmen begonnen. Verfahrenstests zeigten, dass die angestrebten Konzepte ausreichten, um die Bestandsbrücken weiter betreiben zu können. Ziel bleibe es, die Maßnahmen bis Mitte des Jahres abzuschließen. Möglicherweise könne der gesperrte Abschnitt vorzeitig bis Neuhaus verkürzt werden. Ein verbindlicher Zeitplan lasse sich jedoch erst bei stabileren Witterungsverhältnissen festlegen. Zudem sei der Umfang der Stabilisierungsmaßnahmen noch nicht für alle 18 Bauwerke abschließend bewertet.

Seit September 2025 ist die Strecke wegen dieser 18 baufälligen Eisenbahnbrücken vollständig gesperrt. Ursprünglich war die DB-Tochter InfraGO davon ausgegangen, die Verbindung bereits im Februar wieder freizugeben. Doch schon bei den ersten Arbeiten habe sich gezeigt, dass die Instandsetzung „aufgrund der geologischen Gegebenheiten“ deutlich aufwändiger sei als zunächst angenommen.

Folgen für Pendler und Reisende sind erheblich.
Zwischen Bayreuth und Pegnitz wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Züge aus Bayreuth und Hof in Richtung Nürnberg enden derzeit in Pegnitz, ebenso die aus Nürnberg kommenden. In Pegnitz ist umsteigen angesagt. Ergänzend verkehren stündlich Direktbuslinien ohne Zwischenhalt auf der Strecke Bayreuth–Nürnberg und Pegnitz–Nürnberg. Insgesamt sind im Schienenersatzverkehr mehr als 60 Bussen pro Tag unterwegs. Aus einer leistungsfähigen Nord-Süd-Achse ist damit eine Kette von Umstiegen geworden – mit entsprechend längeren Reisezeiten.

Unbeantwortet blieb auf Nachfrage dieser Redaktion die Frage nach den Mehrkosten des Schienenersatzverkehrs. Wie hoch die zusätzlichen Aufwendungen für die täglich mehr als 60 Busfahrten sind, wollte die Bahnsprecherin nicht beziffern.
Mit der Sanierung der Brücken verbinden Kommunalpolitiker jedoch weitergehende Erwartungen. Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger verweist auf den Wunsch der Städte, Gemeinden und Landkreise, die langen Sperrzeiten zu nutzen, um nicht nur Versäumtes nachzuholen, sondern den Bahnbetrieb spürbar zu verbessern. Eine Elektrifizierung der Strecke im Pegnitztal gilt seit Jahren als überfällig. Durch die Bündelung von Brückenerneuerung und Elektrifizierung, so Ebersberger, könne Zeit gewonnen und Geld gespart werden.

Auch mit Blick nach Tschechien wird auf eine leistungsfähigere Verbindung gehofft. Dort setzt man auf ein modernes Streckennetz und eine verlässlichere Anbindung an Bayern. Derzeit allerdings ist die Situation eine andere: Statt Fortschritt prägen Ersatzbusse und Baustellen den Alltag. Ob am Ende der Sanierung tatsächlich mehr steht als die Sicherung des Bestands, wird sich zeigen.


Von Gabriele Munzert
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