Mit einem Heimspiel gegen die Bundesliga-Reserve des FC Augsburg startet die SpVgg Bayreuth am Freitag, 24. Juli, um 19 Uhr in die neue Saison 2026/27 der Regionalliga Bayern. Für das Team von Cheftrainer Lukas Kling geht es damit nach einer ansprechend verlaufenen Vorbereitung und dem Einzug in die zweite Hauptrunde des Verbandspokals erstmals um Punkte.
Nach der Umstellung des Spielbetriebs von Profi- auf ambitionierte Amateurbasis hatte die Altstadt in der Sommerpause einen deutlichen personellen Umbruch zu verkraften. Elf Neuzugänge - Kelvin Onuigwe (SSV Jahn Regensburg II), Micah Ham (FC Ingolstadt 04 II), Niklas Doll (FC Hertha 03 Zehlendorf), Marlon Fries (SpVgg Greuther Fürth II), Kurt Pestel (FC Eilenburg), Erijon Shaqiri (Bahlinger SC), Adrian Heinle (FC Union Heilbronn), Pierre Weber (Hallescher FC), Niklas Jeck (ZFC Meuselwitz), Louis Stöcker (FC Augsburg) und Denis Latifovic (TSG Balingen) - galt es in der Vorbereitung in das junge Team mit einem Durchschnittsalter von 22,6 Jahren zu integrieren.
Neben erfahrenen Akteuren wie Edwin Schwarz, Dennis Lippert oder dem leider früh in der Vorbereitung längerfristig verletzten Jann George und gestandenen Spielern mit Mitte Zwanzig wie Marco Zietsch oder Denis Latifovic, die das Team letztlich führen müssen, besteht der Kader aus vielen „jungen Wilden“, die einfach Vollgas geben und alles dafür tun, bei der Altstadt den nächsten Schritt in ihrer Karriere machen zu können.
Dass dieses neue Konzept durchaus aufgehen kann, unterstrich die Saisonvorbereitung. In sechs Partien blieben die Bayreuther ungeschlagen, neben überzeugenden Siegen gegen Landesliga-Aufsteiger 1. FC Kalchreuth (6:0), die Bayernligisten ASV Neumarkt (5:0) und DJK Ammerthal (9:1) sowie Nordost-Oberligisten VfB Auerbach (2:1) gab es mit dem 1:0-Heimspielsieg vor über 1.500 Zuschauern im heimischen Hans-Walter-Wild-Stadion gegen den Zweitbundesligisten SpVgg Greuther Fürth eine Überraschung. „Wir sind happy über diesen Sieg, auch insgesamt war die Vorbereitung sehr positiv. Wir wissen aber auch das Ganze richtig einzuschätzen und einzuordnen“, dämpfte Coach Kling etwaig aufkommende Euphorie.
Im letzten Testspiel gab es am vergangenen Freitag vor den eigenen Fans gegen den Nordost-Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena ein 1:1-Unentschieden. Kling bezeichnete das Spiel als „sehr, sehr guten Test von beiden Seiten“. Die Altstadt hatte ein Chancen-Übergewicht und dazu noch einen verschossenen Elfmeter, kurz vor Schluss aber auch Glück, nicht einen zweiten Treffer zu kassieren. Auch die Pflichtaufgabe in der ersten Hauptrunde des Bayerischen Verbandspokals (Toto-Pokal) beim Bezirksligisten Bavaria Waischenfeld wurden nach kniffligen ersten 60 Minuten letztlich doch noch souverän mit einem 5:0-Sieg und dem Weiterkommen in die zweite Hauptrunde gemeistert. Wie viel die sehr zufriedenstellenden Ergebnisse der Vorbereitung tatsächlich wert sind, wird sich jetzt zu Beginn der Punkterunde zeigen.
Der aktuelle Kader gibt der Altstadt nach den Worten von Lukas Kling „mehr Flexibilität und Variabilität, vorne sind wir etwas kräftiger und bulliger aufgestellt, haben aber auch Geschwindigkeit. Vor allem auf den Außenbahnen haben wir viel Speed dazubekommen. Auch können wir, was hoffentlich nicht passieren wird, mal den einen oder anderen Ausfall kompensieren“. Bis auf Jann George, der wegen einer Patellafraktur wohl bis zur Winterpause ausfallen wird, hat Kling zu Saisonbeginn alle Spieler an Bord.
Als Zielsetzung gibt der Cheftrainer aus, dass man besser abschneiden will als in der auf Rang 13 abgeschlossenen vergangenen Saison. „Auf jeden Fall wollen wir in jedem Spiel Gas geben und immer alles auf dem Platz lassen. Wir wollen so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern und dann in der Tabelle so weit hoch kommen wie möglich“.
Auftaktgegner FC Augsburg II beendete die vergangene Saison mit 34 Punkten vier Zähler schlechter als die Altstadt auf Tabellenplatz 14 – punktgleich mit Lokalrivalen Schwaben Augsburg auf Rang 15 gerade noch „über dem Strich“ und damit mit dem Klassenerhalt, ohne in die Relegationsspiele gehen zu müssen. Das Team von Trainer Markus Feulner – der Ex-Profi betreut die U23 des FCA mittlerweile in der zweiten Saison – hat ähnlich wie die Altstadt das Ziel, in dieser Saison nicht bis zuletzt um den Klassenverbleib kämpfen zu müssen.
Die Abgänge in der Sommerpause – der 30-jährige langjährige Mannschaftskapitän Hendrik Hofgärtner (TSV Gilching-Argelsried), Dominik Lindermeir (Ziel unbekannt), Nick Rasoulinia (Ziel unbekannt), Moritz Kaube (SC Verl), Fynn Heinze (TSV Landsberg), Louis Stegmiller (SV Wacker Burghausen), David Deger (FSV Frankfurt), Kristijan Taseski (FC Würzburger Kickers), Oliver Sorg (SV Oberbank Ried), Mauro Hämmerle (FC Blau-Weiß Linz) und Felix Meiser (Fortuna Düsseldorf) wurden mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs-Leistungszentrum ersetzt.
Die Abwehrspieler Niklas Hummel, Devin Cömert und Felix Guha, Mittelfeldspieler Pirmin Reinheimer, Torwart Timo Nagel und Angreifer Kevin Motowilczuk kommen allesamt aus der U19 des FCA. Etliche Leistungsträger wie die Stürmer David Dreo, Aris Malaj, Thomas Kastanaras und Ryoto Onoda, die Mittelfeldspieler Florian Hangl, Franz Bleicher sowie in der Abwehr der 30-jährige Routinier Lukas Aigner und Torwart Tobias Jäger konnten gehalten werden. In den Testspielen gab es für die Fuggerstädter unter anderem zuletzt ein 1:1 bei Ligakonkurrent Wacker Burghausen und eine 1:2-Niederlage bei Drittliga-Absteiger SSV Ulm 1846.
In der Historie der Regionalliga Bayern trafen die SpVgg Bayreuth und die zweite Mannschaft des FC Augsburg bislang 20mal aufeinander. Für die Altstadt gab es dabei acht Siege und sechs Niederlagen, in sechs Partien trennten sich beide Teams mit einem Remis. In der vergangenen Saison 2025/26 gab es im Hans-Walter-Wild-Stadion einen Bayreuther 1:0-Sieg, das Rückspiel in der WWK-Arena gewannen die Hausherren mit 3:1 gegen stark ersatzgeschwächte Altstädter.
SpVgg-Cheftrainer Lukas Kling erklärt im Hinblick auf den Saisonauftakt gegen den FC Augsburg II: „Mit Augsburg II kommt eine sehr junge Truppe, die etliche Abgänge, dafür aber aus der eigenen U19 einige neue Spieler hat, die alle kicken können und gut ausgebildet sind. Das Team kommt über seine Intensität, so wie es junge Mannschaften gerne machen. Da müssen wir dagegenhalten und das, was wir in der Vorbereitung gezeigt haben, auf den Platz bringen. Und dann wollen wir natürlich mit einem Sieg vor eigenem Publikum in die neue Saison starten“.