Die Generalsanierung der Robert-Kragler-Schule in Creußen läuft bereits. Seit August vergangenen Jahres wird saniert. Bürgermeister Martin Dannhäußer sagt, der erste Bauabschnitt habe im August begonnen, insgesamt werde die Sanierung rund dreieinhalb Jahre dauern. Das Schulgebäude wurde 1975 eröffnet und galt zu dieser Zeit als modern. Heute entspricht es nicht mehr den Anforderungen. Klassenzimmer, Technik und Raumgrößen müssen erneuert werden. Die Arbeiten sind in mehrere Bauabschnitte aufgeteilt, teils sollen sie parallel laufen. Neue Fenster sollen ab Ende Februar oder Anfang März eingesetzt werden, jeweils direkt nachdem die alten ausgebaut sind.
Auch neue Fachräume entstehen, etwa für Werken und Handarbeit. Insgesamt sei die Bausubstanz gut, das Gebäude sei in einfacher Skelettbauweise errichtet worden. Hintergrund der Erweiterung ist auch der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem 1. September. „Wir bauen die Schule so aus, dass genug Plätze vorhanden sind und wir die Vorgaben früh erfüllen“, erklärt Bautechniker Sebastian Popp. Die Mittagsbetreuung wird deshalb vergrößert. Derzeit besuchen rund 210 bis 220 Kinder die Schule. Geplant sind außerdem ein Filmsaal, mehrere Intensivierungsräume und zusätzliche Räume, etwa für den Religionsunterricht, die bei Bedarf auch als Klassenzimmer genutzt werden können. Digitale Tafeln sollen die Ausstattung modernisieren. Energetisch will die Stadt neue Maßstäbe setzen: Photovoltaik auf dem Dach und eine Sanierung auf KfW-70-Standard sind vorgesehen.
Auf der Baustelle wird unterdessen intensiv gearbeitet. Bauingenieur Matthias Stelzl von der Firma AIB Schultes berichtet, derzeit seien vor allem Firmen für Haustechnik, Heizung, Lüftung und Sanitär im Einsatz. Beim Thema Elektro gebe es noch Abstimmungsbedarf, insgesamt liege man aber im Plan. Nach der großen Entkernung im vergangenen Jahr sei das Gebäude praktisch in den Rohbauzustand zurückversetzt worden. Seit Jahresbeginn laufe der Ausbau wieder. Neue Wände stehen bereits, auf einer Seite seien sie beplankt, auf der anderen werde noch installiert. Als Nächstes würden Fassaden- und Fensterelemente montiert, damit das Gebäude wieder dicht werde und die Arbeiten innen weitergehen können.
Wie bei vielen Sanierungen seien auch unerwartete Probleme aufgetreten, sagt Stelzl. Einige der markanten roten Fassadenteile hätten sich gelockert und müssten gesichert oder möglicherweise entfernt werden, da sie mehrere Meter hoch seien und ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten. Mit der Betonkonstruktion insgesamt sei man jedoch zufrieden. Der erste Bauabschnitt, zugleich der größte, diene als Vorlage für die weiteren Schritte. Man liege gut in der Zeit. Zwischen Pfingsten und den Sommerferien soll dieser Abschnitt weitgehend abgeschlossen sein.
Die Bauarbeiten finden während des laufenden Schulbetriebs statt. Deshalb müssen Umzüge und lärmintensive Arbeiten genau geplant werden. Größere Abbrucharbeiten sollen in die Sommerferien gelegt werden, um Schüler und Lehrkräfte zu entlasten. Stelzl betont, dass dies bei einer Sanierung im Bestand unvermeidlich sei, man aber versuche, die Belastung so gering wie möglich zu halten.