Veröffentlicht am 15.01.2026 17:00

Vielfalt als Chance

Beim Neujahrsempfang der IHK für Oberfranken Bayreuth in Himmelkron standen ein Ausblick auf das Jahr 2026 und die Chancen einer gelebten Diversität im Mittelpunkt. Unser Bild zeigt (v.l.n.r.) IHK-Präsidenten Dr. Michael Waasner, Festrednerin Mirijam Trunk von RTL und IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfram Brehm. (Foto: Ochsenfoto - Thorsten Ochs)
Beim Neujahrsempfang der IHK für Oberfranken Bayreuth in Himmelkron standen ein Ausblick auf das Jahr 2026 und die Chancen einer gelebten Diversität im Mittelpunkt. Unser Bild zeigt (v.l.n.r.) IHK-Präsidenten Dr. Michael Waasner, Festrednerin Mirijam Trunk von RTL und IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfram Brehm. (Foto: Ochsenfoto - Thorsten Ochs)
Beim Neujahrsempfang der IHK für Oberfranken Bayreuth in Himmelkron standen ein Ausblick auf das Jahr 2026 und die Chancen einer gelebten Diversität im Mittelpunkt. Unser Bild zeigt (v.l.n.r.) IHK-Präsidenten Dr. Michael Waasner, Festrednerin Mirijam Trunk von RTL und IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfram Brehm. (Foto: Ochsenfoto - Thorsten Ochs)
Beim Neujahrsempfang der IHK für Oberfranken Bayreuth in Himmelkron standen ein Ausblick auf das Jahr 2026 und die Chancen einer gelebten Diversität im Mittelpunkt. Unser Bild zeigt (v.l.n.r.) IHK-Präsidenten Dr. Michael Waasner, Festrednerin Mirijam Trunk von RTL und IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfram Brehm. (Foto: Ochsenfoto - Thorsten Ochs)
Beim Neujahrsempfang der IHK für Oberfranken Bayreuth in Himmelkron standen ein Ausblick auf das Jahr 2026 und die Chancen einer gelebten Diversität im Mittelpunkt. Unser Bild zeigt (v.l.n.r.) IHK-Präsidenten Dr. Michael Waasner, Festrednerin Mirijam Trunk von RTL und IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfram Brehm. (Foto: Ochsenfoto - Thorsten Ochs)

Beim Neujahrsempfang der IHK für Oberfranken Bayreuth betonte Präsident Dr. Michael Waasner die schwierige wirtschaftliche Lage der Region, insbesondere den Verlust von Industriearbeitsplätzen und die Notwendigkeit, Bürokratie abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. RTL-Managerin Mirijam Trunk hob in ihrem Festvortrag die Bedeutung von Vielfalt und Diversität in Unternehmen hervor, die nachweislich Innovation und Unternehmenserfolg fördern.

Die IHK für Oberfranken Bayreuth richtete ihren traditionellen Neujahrsempfang in der Eventarena Himmelkron aus. Rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nutzten die Gelegenheit zum Austausch und zur Standortbestimmung zum Jahresauftakt.

Dr. Waasner ging in seiner Ansprache auf die aktuelle Wirtschaftslage in Oberfranken ein. Seit 2019 hat die oberfränkische Industrie 11.500 Arbeitsplätze verloren, die Industrie beschäftigt so wenige Menschen wie nie zuvor, nur noch rund 125.000. Einen Beschäftigtenzuwachs gab es nur bei den Dienstleistungen und vor allem in der öffentlichen Verwaltung, wo 5.500 neue versicherungspflichtige Stellen entstanden. Dr. Waasner: „Für jeden zweiten Arbeitsplatz, der in der Industrie verloren ging, entstand einer in der Verwaltung. Meine Damen und Herren, das ist kein nachhaltiges Wachstumsmodell!” Leider stimmen auch die weiteren Perspektiven wenig optimistisch. „Die ersten Trendergebnisse der IHK-Konjunkturergebnisse zeigen, dass bei den Erwartungen für 2026 Pessimismus weiterhin überwiegt, wenngleich der Trend wieder in die richtige Richtung geht”, so der IHK-Präsident.

Oberfränkische Wirtschaft vor enormen Herausforderungen

Dr. Waasner: „Wir müssen uns fragen: Haben wir noch das richtige Betriebssystem für unsere Wirtschaft? Oder laufen wir mit veralteter Software, während andere längst aufgerüstet haben?” Er ging auf die Herausforderungen ein, vor denen die oberfränkische Wirtschaft steht. Der IHK-Präsident forderte, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und die Bürokratie abzubauen, Investitionen zu erleichtern, Unternehmen steuerlich zu entlasten, Arbeitsanreize zu verbessern und die Infrastruktur endlich auf das Niveau des 21. Jahrhunderts zu bringen. Die Bereitschaft, Veränderungen anzugehen, ist in der Gesellschaft und in der Politik noch zu schwach ausgeprägt. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region zu sichern.

Unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen zusammenbringen

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der Festvortrag von Mirijam Trunk, Chief Crossmedia Officer, Chief Sustainability & Diversity Officer von RTL Deutschland und Bestsellerautorin. Unter dem Titel „Verschiedene Köpfe kommen zu besseren Ergebnissen - wie Frauen und Männer gemeinsam mehr Vielfalt in Unternehmen bringen” sprach sie über die Bedeutung von Diversität für Innovation und Unternehmenserfolg. Trunk machte deutlich: Vielfalt ist viel mehr als Mann und Frau. Es geht darum, unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen zusammenzubringen, um bessere Lösungen zu finden.

Sie schilderte anschaulich, wie unbewusste Denkmuster und gesellschaftliche Prägungen die Arbeitswelt beeinflussen und wie wichtig es ist, diese zu hinterfragen: Wir alle haben Bilder im Kopf, die unser Handeln bestimmen. Entscheidend ist, dass wir uns dessen bewusst werden und aktiv daran arbeiten, Vielfalt zu fördern. In ihrem Vortrag stellte sie gegenüber, wie unterschiedlich bestimmte Eigenschaften bei Frauen und bei Männern interpretiert werden. Zeigt ein Mann Emotionen, gilt er als energisch und einfühlsam, eine Frau dagegen als „hysterisch und gaga”. Zeigt ein Mann wenig Emotionen, hat er sich im Griff, eine Frau dagegen gilt als eiskalt.

In Deutschland gilt für Frauen weiterhin das Motto „Kind oder Karriere”. Nicht von ungefähr ist Deutschland internationaler Spitzenreiter bei Teilzeitarbeit. Auch haben Kinder für Frauen spürbare Auswirkungen auf ihr Einkommen.

Vielfalt als strategische Chance begreifen

Unternehmen, die Diversität leben, sind nachweislich innovativer und erfolgreicher: „Mit einem vielfältigen Management erzielen Unternehmen 19 Prozent mehr Innovationen”, so Trunk. „Es geht darum, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die für alle Menschen passen - und damit neue Kundengruppen zu erschließen.” Sie appellierte an die Führungskräfte in Oberfranken, Vielfalt als strategische Chance zu begreifen: „Vielfalt ist kein kurzfristiger Trend, sondern eine zentrale Führungsaufgabe. Nur so können wir die Herausforderungen des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels meistern.”

Die gebürtige Bambergerin studierte Psychologie, Kommunikationswissenschaft und Politik in München und Washington D.C., absolvierte eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München und arbeitete als Reporterin beim Bayerischen Rundfunk. Mit 27 wurde die heute 34-jährige Geschäftsführerin der Bertelsmann Audio Alliance und baute das Podcast-Geschäft des Unternehmens auf, bevor sie RTL-Managerin wurde.


Von Onlineredaktion
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