Veröffentlicht am 09.03.2026 18:26

Pro Bayreuth gelingt der Einstand

Charly Breitzmann mischt Bayreuths Politik auf. Er zieht in den Stadtrat ein. (Foto: red)
Charly Breitzmann mischt Bayreuths Politik auf. Er zieht in den Stadtrat ein. (Foto: red)
Charly Breitzmann mischt Bayreuths Politik auf. Er zieht in den Stadtrat ein. (Foto: red)
Charly Breitzmann mischt Bayreuths Politik auf. Er zieht in den Stadtrat ein. (Foto: red)
Charly Breitzmann mischt Bayreuths Politik auf. Er zieht in den Stadtrat ein. (Foto: red)

BAYREUTH. Manchmal entstehen politische Projekte nicht in langen Strategiepapieren, sondern aus vielen Gesprächen am Rande des Alltags. So ähnlich beschreibt Charly Breitzmann die Entstehung der Wählergemeinschaft Pro Bayreuth. Dass er nun selbst im Bayreuther Stadtrat sitzt, macht den Unternehmer „heute sehr glücklich“, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion sagt.

Der Weg in die Politik begann nicht mit einem plötzlichen Entschluss. „Die Idee ist langsam gewachsen“, erzählt Charly Breitzmann. Immer wieder hätten ihn Kunden oder Freunde angesprochen: „Charly, du bist doch so engagiert und hast so viele Ideen. Du passt eigentlich in die Politik.“ Lange habe er das nicht wirklich ernst genommen.

Seine Wählervereinigung Pro Bayreuth ist erst kurzfristig in den Kommunalwahlkampf eingestiegen. Für Breitzmann war der Schritt dennoch folgerichtig. „Dass wir es schaffen würden, war mir eigentlich klar“, sagt er. Ganz ohne Selbstzweifel, aber auch ohne Überheblichkeit. Insgeheim habe er sogar damit gerechnet, dass neben ihm noch ein oder zwei weitere Kandidaten den Sprung in den Stadtrat schaffen könnten. „Es wäre verdient gewesen“, meint er, „weil sich alle so eingebracht haben und viele gute Ideen vorhanden sind.“

Nun steht zunächst eine organisatorische Frage im Raum: Pro Bayreuth wird sich entscheiden, welcher Fraktion sie sich anschließen wird. Gespräche werden anlaufen. „Mit dem Ausgang der Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt hat unsere Entscheidung nichts zu tun”, betont er. „Wir werden uns austauschen und schauen, wo der größte Konsens ist.“ Gleichzeitig sei man immer offen für Gespräche. „Wir würden uns auch freuen, wenn andere Gruppierungen auf uns zukämen.“

Der Rückenwind im Wahlkampf sei deutlich spürbar gewesen. Viele Unterstützer hätten die neue Gruppierung begleitet. „Den Elan, der sich aufgebaut hat, würden wir gerne mit einbringen“, sagt Breitzmann.

Dass er sich neben Familie und Unternehmen auf die Kommunalpolitik einlässt, ist für ihn selbst keine kleine Umstellung. „Eigentlich bin ich voll ausgelastet“, sagt er. Breitzmann betreibt ein Geschäft in Bayreuth und Bindlach, dazu kommt das Familienleben mit seiner jungen Tochter. Gerade diese berufliche Erfahrung prägt seinen Blick auf die Stadtpolitik.

Als Einzelhändler kenne er die Perspektive vieler Geschäftsinhaber aus dem Alltag. Ein Ansatz, den er im Stadtrat einbringen möchte, betrifft Veranstaltungen, wie das Bürgerfest. Man könne den lokalen Händlern stärker entgegenkommen – organisatorisch und auch bei den Kosten, findet Breitzmann. „Das würde helfen, die Innenstadt noch stärker einzubinden.“

Überhaupt habe der Wahlkampf gezeigt, dass Engagement parteiübergreifend vorhanden sei. Mit Kandidaten anderer Listen seien Kontakte entstanden. „Wir schätzen auch deren Einsatz – nicht nur im Wahlkampf, sondern auch in Vereinen oder gemeinnützigen Organisationen.“

Der Einstieg von Pro Bayreuth in die Kommunalpolitik ist damit gelungen. Und Charly Breitzmann, der neue Mann im Stadtrat, wirkt derzeit vor allem eines: gespannt darauf, was aus den vielen Ideen nun im politischen Alltag wird.


Von Gabriele Munzert
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