Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist die Musica Bayreuth ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens. Was als klassisches Konzertangebot begann, hat sich zu einem Festival mit breitem Programm, entwickelt. Klassik, Barock, A-Cappella, zeitgenössische Projekte und genreübergreifende Formate stehen nebeneinander. Ebenso unterschiedlich sind die Spielstätten: Neben dem Markgräflichen Opernhaus und dem Schloss Fantaisie gehören 2026 auch das Friedrichsforum im Probebetrieb, die Stadtkirche, die Kulturbühne Reichshof sowie bewusst informelle Orte wie der Brausaal des Liebesbier dazu.
Einen inhaltlichen Schwerpunkt setzt die Musica Bayreuth 2026 mit Blick auf das 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele. Zwei Eigenproduktionen nähern sich dem Werk von Richard Wagner aus ungewohnten Perspektiven.
„Wagner Circus“ verbindet Artistik und urbanen Tanz mit Wagners Musik, insbesondere aus Tristan und Isolde. Die Produktion übersetzt den emotionalen Überschuss der Partitur in körperliche Bewegung und zeitgenössische Bildsprache.
Die Festspiel-Revue „Plötzlich Walküre“ erzählt von einer Musicaldarstellerin, die sich im Kosmos der Festspiele behaupten muss. In einem bewussten Genremix aus modernen Sounds, Wagners Leitmotiven und rockigen Musicalballaden entsteht eine Revue, die weniger erklärt als befragt: Wie gehen wir heute mit kulturellem Erbe um?
Einen Kontrapunkt setzt erstmals in Bayreuth die Erfolgsproduktion Oper auf Bayrisch. Gerd Anthoff, Monika Gruber und Michael Lerchenberg präsentieren im Markgräflichen Opernhaus eine mundartliche, humorvolle und zugleich musikalisch fundierte Annäherung an den Ring des Nibelungen. Respekt vor dem Original und spielerische Distanz schließen sich dabei nicht aus.
Daneben bleibt Raum für Repertoire abseits des Mainstreams. Die szenische Oper Tamerlano des von Mozart hochverehrten böhmischen Komponisten Josef Mysliveček bringt das Tyl-Theater Pilsen nach Bayreuth.
Das A-Cappella-Ensemble German Gents ist ebenso zu Gast wie die Bad Reichenhaller Philharmoniker mit Programmen, die westliche Musikbilder des „Orients“ reflektieren – von Mozarts Entführung aus dem Serail bis zu Rimsky-Korsakows Scheherazade. Barocke und romantische Klangwelten verbinden sich zudem im Konzert des französischen Ensembles L’Ephémère anlässlich der Städtepartnerschaft Bayreuth–Annecy.
Sechs moderierte Schülerkonzerte, spezielle Schulvorstellungen von „Wagner Circus“ und „Trance and Rhythm“ sowie ein exklusives Konzert der Vogtland Philharmonie, das mit Tschaikowskys Nussknacker-Suite den Zugang zur Programmmusik eröffnet, unterstreichen diesen Anspruch. Parallel dazu richten sich die Feierabendlounges im Liebesbier an ein Publikum, das Musik, Literatur und Kulinarik verbinden möchte – niedrigschwellig, aber inhaltlich anspruchsvoll.
Den Abschluss der Saison gestaltet der Titularorganist von Notre-Dame de Paris,
Vincent Dubois, mit einem Orgelkonzert zwischen französischer Tradition und Wagner-Bezügen.
Tickets: www.musica-bayreuth.de, Theaterkasse Opernstraße, Buchhandlung im Kircheneck.
www.musica-bayreuth.de