BAYREUTH.Schon im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl in Bayreuth deutete vieles darauf hin, dass die Entscheidung nicht im ersten Wahlgang fallen würde. Bei der Vielzahl an Kandidatinnen und Kandidaten galt eine Stichwahl als nahezu unausweichlich. Am Wahlabend bestätigte sich diese Erwartung: Amtsinhaber Thomas Ebersberger und Zweiter Bürgermeister Andreas Zippel werden in einer Stichwahl, am 22. März, erneut gegeneinander antreten.
Eine kleine Überraschung brachte allerdings das Ergebnis selbst. Zippel lag nach Auszählung der Stimmen mit einem Vorsprung von 6,7 Prozentpunkten vor dem amtierenden Oberbürgermeister.
Noch vor sechs Jahren hatte er trotz eines starken Ergebnisses bei der Stadtratswahl das Nachsehen. Damals war Andreas Zippel zwar Stimmenkönig geworden, verpasste jedoch den Einzug in die Stichwahl.
Nun hat sich das Bild gedreht: Zippel geht in den Endspurt mit einem Vorsprung. Er betont, dass unabhängig vom Ausgang der Stichwahl, der Stadtrat sich neuen Herausforderungen stellen muss. Inhaltlich sieht er für die kommenden Jahre eine Reihe zentraler Aufgaben für Stadtspitze und Gremium.
Im Mittelpunkt stehen dabei große kommunale Projekte. Die Stadt müsse bei den Schulsanierungen schneller vorankommen, ausreichend Kita-Plätze sichern und den Unterhalt der Sportstätten verbessern. Auch langfristige Themen stehen auf der Agenda: die Sanierung des Klinikums, die Organisation der Wärmewende durch die Stadtwerke sowie die Weiterentwicklung der städtischen Wohnbaugesellschaft. Hinzu komme die Digitalisierung und Modernisierung der Stadtverwaltung.
Gleichzeitig ist klar, dass die politische Arbeit nicht einfacher wird. Der neue Stadtrat ist vielfältiger zusammengesetzt als zuvor. Mehr Gruppierungen bedeuten auch mehr unterschiedliche Positionen. Andreas Zippel geht deshalb davon aus, dass künftig deutlich mehr Moderation gefragt sein wird. Entscheidend sei, frühzeitig fraktionsübergreifend festzulegen, wo gemeinsame Schnittmengen liegen. Darauf aufbauend müsse der Stadtrat dann auch bereit sein, Kompromisse zu schließen und gemeinsam
Lösungen zu tragen.
„Egal wie man es dreht und wendet“, sagt Andreas Zippel, „es wird einen wirklich guten Moderator und verständnisvollen Strategen brauchen.“ Denn eines sei klar: Die kommenden Jahre lassen sich nur im Miteinander gestalten.