BAYREUTH.Es war ein besonderer Ort für eine besondere Verabschiedung: Am Donnerstag, 30. April, ist Oberbürgermeister Thomas Ebersberger an seinem letzten Arbeitstag im Hofgartensaal des neuen Friedrichsforums aus dem Amt ausgeschieden. Nach rund zehn Jahren Sanierung befindet sich das Haus derzeit im Probebetrieb. Thomas Ebersberger fiel damit gewissermaßen die Aufgabe zu, den Saal feierlich mit einzuweihen.
Der neue Oberbürgermeister Dr. Andreas Zippel begrüßte die Festgäste und hielt die Laudatio auf seinen Vorgänger. Er würdigte Ebersberger als „waschechten Bayreuther“, dessen Leben und Wirken eng mit der Stadt verbunden seien: Schule in Bayreuth, Studium an der Universität, Beruf als Rechtsanwalt – und schließlich Jahrzehnte in der Kommunalpolitik.
Andreas Zippel erinnerte an Ebersbergers lange Laufbahn: seit jungen Jahren politisch aktiv, über viele Jahre Stadtrat, Fraktionsvorsitzender, 18 Jahre Zweiter Bürgermeister und seit 2020 Oberbürgermeister. Besonders hob er dessen Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern hervor. Daran habe sich, so Zippel, auch nach den vergangenen Monaten nichts geändert. Er dankte Ebersberger für Bodenständigkeit, Freundlichkeit und Persönlichkeit.
Ganz verabschiedet wurde Ebersberger allerdings nicht. Denn sein Stadtratsmandat übt er weiter aus. Zippel sprach deshalb von einem „Zwischendankeschön“ und überreichte im Namen des Stadtrats eine Urkunde sowie eine besondere Anstecknadel der Stadt Bayreuth.
Diese sorgte im Anschluss jedoch für Gesprächsstoff unter einigen Festgästen – insbesondere unter langjährigen Kommunalpolitikern. Die Auszeichnung wurde als zu schlicht empfunden, ihrer Bedeutung nicht ganz angemessen. Die Anstecknadel unterscheide sich kaum von jenen mit Bayreuth-Logo, die auch andere Mandatsträger tragen. Für einen Oberbürgermeister mit einer derart langen Laufbahn, hätte man sich eine deutlich markantere Würdigung vorgestellt.
Die Festrede hielt Martin Schöffel, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat. Er nannte Ebersberger einen der herausragenden Kommunalpolitiker Oberfrankens und würdigte vor allem dessen sachliche, unaufgeregte Art. Bayreuth stehe heute stark da, sagte Schöffel, und verwies auf Projekte wie die Sanierung des Festspielhauses, die Zukunft des Klinikums, die Entwicklung der Universität und die wirtschaftliche Kraft der Stadt.
Thomas Ebersberger habe nie für sich gearbeitet, sondern für Bayreuth, sagte Schöffel. Vielleicht habe er das eigene Marketing vernachlässigt, aber gerade das passe zu ihm: zuhören, abwägen, entscheiden. Für den künftigen Stadtrat sei seine Erfahrung weiter wertvoll.
Am Ende sprach Thomas Ebersberger selbst. Es wurde die persönlichste Redean diesem Nachmittag. Er blickte weit zurück, bis in seine Jugend, sprach über den frühen Tod seines Vaters, über prägende Erfahrungen und über seinen Weg in die Politik. Bayreuth sei für ihn nie Sprungbrett gewesen, sondern Ziel.
So endete ein Arbeitstag, der mehr war als eine protokollarische Verabschiedung. Im neuen Hofgartensaal des Friedrichsforums wurde ein Oberbürgermeister verabschiedet, der sein Amt abgibt, dessen politisches Engagement der Stadt aber erhalten bleibt.